Klinik spritzt Baby falsches Medikament

Falsche Spritze im Krankenhaus: Ein 1‑Monat‑altes Baby bekam eine Injektion, die für ein 9‑Monate‑Kind gedacht war – der Vater warnt vor lebensgefährlichen Folgen. Was wirklich passiert ist und wie das Hospital reagiert…

Klinik spritzt Baby falsches Medikament
KhaoSod

SUPHAN BURI, THAILAND – Im Dan-Chang-Krankenhaus ist einem ein Monat alten Baby versehentlich eine Allergie-Injektion verabreicht worden, die für ein neun Monate altes Kind vorgesehen war. Die Klinik bestätigt den Fehler, untersucht den Vorfall und betont, dass bei dem Säugling bislang keine gesundheitlichen Folgen festgestellt wurden.

Verwechslung im Krankenhaus: Was passiert ist

Das Dan Chang Hospital in der Provinz Suphan Buri teilte am 2. April mit, dass es zu einem Injektionsfehler gekommen sei. Ein ein Monat altes Baby erhielt demnach eine Allergie-Injektion, die für ein neun Monate altes Kind bestimmt war.

Nach Angaben der Klinik wird der Sachverhalt derzeit geprüft und die Fakten des Falls werden untersucht. Der Vorfall erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem der Vater des Babys auf Facebook darüber berichtete.

Facebook-Post des Vaters sorgt für öffentliche Aufmerksamkeit

Der Vater schrieb, ein Arzt habe der Familie mitgeteilt, dass ihrem Kind die falsche Injektion verabreicht worden sei. In seinem Beitrag warnte er vor möglichen Risiken einer Überdosierung.

Er behauptete zudem, es handele sich um ein Medikament, das nicht für Kinder geeignet sei, und nannte als mögliche Folgen verlangsamte Atmung, ungewöhnlich langen Schlaf mit erschwertem Aufwachen sowie in schweren Fällen Herzstillstand und Tod.

Krankenhaus bestätigt Fehler und nennt das Medikament

Krankenhausdirektor Itsawon Duangjinda erklärte, die Klinik habe den Fehler auch auf ihrer offiziellen Facebook-Seite bestätigt. Bei dem Medikament habe es sich um Chlorpheniramin gehandelt, ein Antihistaminikum zur Linderung von Allergiesymptomen.

Das Mittel sei für ein neun Monate altes Kind in einem benachbarten Bett vorbereitet worden, jedoch sei es aufgrund einer Verwechslung bei der Patientenidentifikation dem ein Monat alten Baby verabreicht worden. Eine Pflegekraft habe die Injektion daraufhin irrtümlich beim falschen Patienten gegeben.

Medizinische Überwachung: Keine Auffälligkeiten festgestellt

Laut Itsawon überwachten Kinderärzte und Fachärzte den Säugling vom Nachmittag des 1. April bis in die Nacht hinein. Dabei seien keine körperlichen Auswirkungen festgestellt worden.

Die pharmakologische Wirkung von Chlorpheniramin halte typischerweise vier bis sechs Stunden an, so der Direktor. Nach Ablauf dieser Zeit seien keine abnormalen Symptome oder gefährlichen Nebenwirkungen beobachtet worden.

Qualitätskontrollen und mögliche Entschädigung

Das Krankenhaus erklärte, es erkenne den Fehler an und wolle seine Qualitätskontrollen anwenden, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Zur Frage einer Entschädigung sagte Itsawon, diese hänge davon ab, ob dem Baby ein körperlicher Schaden entstanden sei.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Da Ärzte bislang keine Schäden festgestellt hätten, liege der Fokus derzeit auf Behandlung und engmaschiger Beobachtung. Nach ersten Informationen habe die Familie zudem noch keine Klage eingereicht.

Familie berichtet von fehlender Entschuldigung

Die Familie erklärte jedoch, sie habe keine Entschuldigung erhalten. Itsawon entgegnete, Mitarbeitende hätten sich entschuldigt, doch da das Baby im Säuglingsbereich behandelt werde und die Eltern nicht ständig beim Kind seien, könne die Entschuldigung sie nicht direkt erreicht haben.

Khaosod-Reporter sprachen am 2. April mit der Mutter, die schilderte, ihr Baby sei am Nachmittag des 1. April wegen einer Lungeninfektion im Krankenhausbett behandelt worden. Während sie das Kind gefüttert habe, habe eine Pflegekraft ein Medikament in den Infusionszugang gegeben, woraufhin das Baby eingeschlafen und ungewöhnlich regungslos gewesen sei.

Schilderung der Mutter: Kontrolle durch Stationsleitung

Kurze Zeit später sei die Stationsleitung zurückgekommen, habe die Medikation überprüft und einen Arzt gerufen, so die Mutter. Dieser habe ihr gesagt, es sei das falsche Medikament verabreicht worden und es sei für einen älteren Patienten bestimmt gewesen.

Die Mutter betonte, normalerweise werde vor der Gabe von Medikamenten nach dem Namen gefragt, das sei in diesem Fall nicht passiert. Sie sagte außerdem, das Kind werde nun rund um die Uhr von Ärzten überwacht.

Vater fordert Aufklärung und faire Behandlung

Der Vater erklärte, das Krankenhaus habe die Familie kontaktiert und ein Treffen angekündigt, um den Vorfall und eine mögliche Wiedergutmachung zu besprechen. Er bat zudem die Medien, den Fall zu verfolgen, damit die Familie fair behandelt werde.

Der Bericht verweist außerdem auf einen anderen Fall, bei dem ein Krankenhaus nach eigenen Angaben ein Neugeborenes mit einem anderen Baby verwechselt hatte. Dort sei der Fehler eingeräumt, korrigiert und ein Treffen zur Entschädigungsfrage angesetzt worden.

Deine Meinung

Wie sollte ein Krankenhaus deiner Ansicht nach reagieren, wenn es zu einer Verwechslung bei der Medikation kommt – reichen Entschuldigung und interne Maßnahmen aus, oder braucht es strengere externe Kontrollen?

Schreib uns in die Kommentare, welche Sicherheitschecks du in Kliniken für unverzichtbar hältst und wie transparent Krankenhäuser in solchen Fällen informieren sollten.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thaiger

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert