Sehr geehrte Redaktion, liebe Leser,
ich wende mich heute mit einem Thema an Sie, das viele Auswanderer und Langzeiturlauber in Thailand betrifft, aber selten ohne Emotionen diskutiert wird. Es geht um die massive Lärmbelästigung durch Straßenhunde, speziell in den ländlichen Gebieten wie dem Isaan.
Die Situation, die ich und viele andere erleben, ist zermürbend und wirft die Frage auf, ob es überhaupt eine legale und effektive Lösung gibt, wenn man nicht gerade in einer geschlossenen Wohnanlage mit eigenem Sicherheitsdienst lebt.
Wer das Leben in einem kleinen thailändischen Dorf kennt, der weiß, dass die Nächte selten still sind. Doch was tun, wenn sich das Rudel vor der eigenen Haustür auf zehn bis zwanzig Tiere vergrößert hat und an Schlaf kaum noch zu denken ist?
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Man liegt wach, obwohl die Ohrenstöpsel fest sitzen und zwei große Ventilatoren auf voller Stufe laufen, um eine künstliche Geräuschkulisse zu erzeugen. Die Realität dringt trotzdem durch:
Ein Konzert aus Bellen, Jaulen und Kämpfen, das oft die ganze Nacht andauert. Es ist eine psychische Belastungsprobe, die selbst geduldige Menschen an ihre Grenzen bringt.
Natürlich sucht man zunächst das Gespräch oder versucht, sich anzupassen. Die Ratschläge, die man oft erhält, klingen pragmatisch, sind aber in der Praxis ernüchternd. Der häufigste Tipp lautet schlicht: Zieh um.
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Es scheint eine Kapitulation vor dem Problem zu sein. Wer in einem „Moo Baan“, also einer verwalteten Siedlung lebt, hat Glück, denn dort greift oft das Komitee ein und sorgt für Ordnung. Doch im offenen Dorf ist man auf sich allein gestellt.
Die lokalen Verwaltungen, so bemüht sie manchmal sein mögen, haben oft weder die Ressourcen noch den politischen Willen, rigoros durchzugreifen, solange keine direkte Gefahr für Leib und Leben besteht. Lärm gilt hier kulturell oft als hinnehmbares Übel, nicht als Gesundheitsrisiko.
Manch einer mag vorschlagen, Tierschutzorganisationen wie die Soi Dog Foundation zu kontaktieren. Das ist moralisch sicher der richtige Weg, doch diese Organisationen konzentrieren sich primär auf Kastrationen und Impfungen.
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Das langfristige Ziel ist die Reduktion der Population, was absolut lobenswert ist. Das akute Problem des nächtlichen Lärms löst eine Kastration jedoch nicht sofort. Ein kastrierter Hund bellt zwar vielleicht weniger aggressiv, aber er bellt immer noch, wenn er sein Revier verteidigt.
Das „Catch-Neuter-Release“-Prinzip bringt die Tiere genau dorthin zurück, wo sie den Anwohnern den Schlaf rauben.
In meiner Verzweiflung und bei der Recherche nach Lösungen stößt man in Diskussionen leider auch immer wieder auf dunklere Abgründe. Es wird hinter vorgehaltener Hand über Gift oder andere drastische, illegale Maßnahmen gesprochen.
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Ich möchte betonen, dass dies für mich keine Option ist. Nicht nur, weil es strafbar und grausam ist, sondern weil es das Problem nicht an der Wurzel packt.
Entfernt man ein Rudel gewaltsam, rückt meist schnell das nächste aus dem Nachbargebiet nach, solange Futterquellen wie offener Müll oder mitleidige Fütterer vorhanden sind, die zwar Nahrung spenden, aber keine Verantwortung für die Tiere übernehmen wollen.
Es bleibt ein Gefühl der Ohnmacht. Man investiert in seine Bleibe, integriert sich, akzeptiert kulturelle Unterschiede, aber der Schlafentzug wiegt schwer. Ist die einzige wirkliche Lösung für jemanden, der Ruhe braucht, tatsächlich die Flucht zurück ins Heimatland oder in teure, abgeschottete Residenzen?
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Gibt es keine legalen Dienstleister, die eine humane Umsiedlung von Rudeln anbieten, ohne dass man sich in rechtliche Grauzonen begibt?
Ich schreibe diesen Brief nicht, um mich über die Tierliebe der Thais zu beschweren, sondern um zu fragen: Wie haben andere Leser diesen Konflikt gelöst, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren oder den Verstand durch Schlafmangel einzubüßen? Ist Akzeptanz oder Flucht wirklich die einzige Wahl?
Mit freundlichen Grüßen,
Ein übermüdeter Anwohner
Anmerkung der Redaktion
Der Leserbrief wurde redaktionell behutsam überarbeitet, wobei Inhalt und Aussage des Verfassers unverändert erhalten blieben. Für die Richtigkeit der angegebenen Informationen übernimmt die Redaktion keine Haftung. Reaktionen und Kommentare bitten wir ausschließlich über die Kommentarfunktion, unserer Facebook-Seite oder in unserem Online-Forum zu teilen. Antworten per E-Mail können aus zeitlichen Gründen nicht berücksichtigt werden.



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