Leserbrief: So verwirrend ist das Steuerchaos für Rentner in Thailand

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Lieber Leser,

ich wohne nun schon seit einigen Jahren in Thailand, und ehrlich gesagt, je mehr ich über die Steuern hier für Ausländer höre, desto mehr komme ich ins Grübeln. Es ist alles so unübersichtlich und kompliziert, dass man sich kaum noch auskennt. Viele erzählen einem etwas anderes, und wenn man dann bei den Behörden nachfragt, gibt es keine klaren Antworten. Man fühlt sich oft wie im Dschungel, nur ohne Kompass.

Da heißt es zum Beispiel, wenn man mehr als 180 Tage im Jahr in Thailand lebt, muss man seine Auslandseinkünfte versteuern. Das hört sich erstmal ganz einfach an, aber sobald man genauer hinschaut, merkt man: So einfach ist das nicht. Denn ja, man soll eine Steuererklärung abgeben, auch wenn man gar keine Steuern zahlen muss. Für viele Rentner mit kleinen Einkommen ist das ein riesiger Aufwand, der viel Verwirrung und unnötigen Stress bringt. Warum muss man sich mit so viel Papierkram herumschlagen, wenn am Ende doch nichts zu zahlen ist?

Und dann hört man auch, dass es angeblich eine Ausnahmeregelung bis 2026 geben soll. Demnach sollen Einkünfte, die 2025 im Ausland verdient wurden und erst später nach Thailand überwiesen werden, wohl steuerfrei bleiben. Aber ob das wirklich so bleibt? Und ob das auch für uns Rentner gilt? Das weiß keiner so genau, denn klare, verlässliche Infos sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es Gerüchte und Halbwahrheiten. Das macht die Sache nicht besser, sondern nur noch nerviger.

Ich finde es einfach frustrierend, dass man sich hier als Ausländer ständig Sorgen machen muss, ob man nicht irgendwas übersieht oder falsch macht. Die Behörden kommunizieren nicht transparent, und die Gesetze ändern sich ständig. Man wünscht sich doch einfach mal eine klare Ansage, die für alle gilt, besonders für uns älteren Leute, die nicht jeden Tag mit Steuerkram zu tun haben.

Mein Freund zum Beispiel will alles richtig machen, hat aber so seine Zweifel, ob er nicht irgendwann doch Ärger bekommt, weil er die Regeln nicht ganz versteht. Ich kann das gut nachvollziehen. Man will ehrlich sein, aber es ist fast so, als würde einem ein Minenfeld ausgelegt werden, auf dem man vorsichtig balancieren muss.

Mein Rat an alle, die hier leben oder es planen: Informiert euch gründlich, lasst euch beraten, wenn nötig, und verliert nicht die Nerven. Denn eines ist sicher: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Aber es wäre schön, wenn die Behörden und Politiker in Thailand das Ganze mal einfacher und transparenter machen würden – damit man hier wirklich in Ruhe leben kann und nicht ständig Angst haben muss.

Ich wünsche allen viel Geduld und vor allem Klarheit im Umgang mit dem Steuer-Dschungel hier in Thailand.

Herzliche Grüße
Wilfried D.

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