PATTAYA, THAILAND – Ein Amateur-Fußballspiel auf einem Kunstrasenplatz in Süd-Pattaya ist in einer Massenschlägerei zwischen Spielern und Anhängern geendet und Fragen nach Fairplay und Sicherheit im lokalen Sport aufgeworfen.
Handgreiflichkeiten nach Schlusspfiff
Die Auseinandersetzung ereignete sich am Abend des 6. Januar 2026 auf einem Fußballfeld in Moo 10 im Unterbezirk Nong Prue. Nach Angaben des Platzverwalters gerieten unmittelbar nach dem Schlusspfiff Spieler und Fans beider Seiten aneinander und stürmten den Platz.
Videos der Szene wurden am Folgetag auf Facebook veröffentlicht. Ein Nutzer mit dem Namen „Chokchip Wat Tham“ stellte den Clip online und kommentierte spöttisch, „Die mussten wohl Boxer werden #dann hört doch mit Fußball auf, Angst.“ Zu sehen ist ein größeres Handgemenge mit Tritten und Faustschlägen auf dem Spielfeld.
Der Platzverwalter bestätigte im Gespräch mit Reportern, dass sowohl Akteure auf dem Feld als auch Unterstützer von außen beteiligt waren. Die Ursache der Eskalation sei unklar geblieben, sagte er.
Liga-Spiel zweier Pattaya-Teams
Bei der Partie handelte es sich um ein Spiel einer lokalen 8-gegen-8-Liga, an der überwiegend Teams aus dem Raum Pattaya teilnehmen. Auf dem Platz standen sich die Mannschaften „Khai Khem“ (Salted Egg) und „Super“ gegenüber.
Geleitet wurde das Spiel von Schiedsrichter Prasert Wangweng (62), der seit über 40 Jahren im thailändischen Fußball tätig ist, unter anderem für Clubs aus Pattaya und in der Ausbildung junger Spieler. Er berichtete, die Stimmung sei bereits vor Anpfiff aufgeheizt gewesen.
Nach seinen Angaben hatten sich beide Teams „seit vor Neujahr“ in sozialen Medien mit Beleidigungen überzogen. Vor dem Spiel habe ihn ein Spieler gefragt, ob er „sie heute dranmachen dürfe“. Prasert habe beide Mannschaften ausdrücklich gewarnt, dass jede Gewalttätigkeit zum sofortigen Abbruch führen werde.
Schiedsrichter verletzt – Älteste schlichten
Die Partie selbst sei von Beginn an hart geführt worden, so der Unparteiische. Er habe mehrfach Gelbe Karten zeigen müssen. Direkt nach dem Abpfiff sei die Situation dann eskaliert: Spieler beider Teams gingen aufeinander los, wie auch im viralen Video zu sehen ist.
Als der Schiedsrichter versuchte, einzugreifen, wurde er selbst in das Gerangel hineingezogen, stürzte zu Boden und verletzte sich am rechten Knie. Da er die Lage nicht mehr kontrollieren konnte, zog er sich zurück und ließ die Auseinandersetzung abklingen.
Im Anschluss wurden Älteste der Gruppen hinzugezogen, die hinter dem Platz vermittelten. Die Gespräche dauerten nach Angaben vor Ort über zwei Stunden, bevor beide Seiten ihre Differenzen beilegten und die Heimreise antraten.
Sorge um das Image des Fußballs
Schiedsrichter Prasert zeigte sich im Nachgang tief enttäuscht. Er betonte, er habe sein Berufsleben der Entwicklung des lokalen Fußballs gewidmet. „Ich möchte, dass der thailändische Fußball vorankommt“, sagte er. Spieler sollten Auseinandersetzungen auf dem Feld vermeiden, da Gewalt „das Ansehen des Spiels beschädigt“.
Ernsthafte Verletzungen außer der Knieblessur des Schiedsrichters wurden nicht bekannt. Polizeiliche Maßnahmen oder Ermittlungen sind bislang nicht berichtet worden.
Risiken für den Amateursport
Der Vorfall verdeutlicht, wie schnell Emotionen in unteren Ligen außer Kontrolle geraten können, wenn Konflikte aus dem Internet auf den Platz getragen werden. Besonders problematisch sind:
• Aufgeheizte Social-Media-Debatten vor Spielen
• Unzureichende Sicherheitskonzepte auf kleinen Anlagen
• Beteiligung von Zuschauern an Konflikten auf dem Feld
Lokale Verantwortliche und Organisatoren stehen nun vor der Aufgabe, ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern und klare Regeln für Verhalten auf und neben dem Platz durchzusetzen.
🗣 Wenn Sport seinen Sinn verliert
Ein Fußballplatz sollte für Tore, Teamgeist und Fairness stehen – nicht für Fäuste und Tritte.
Doch wenn Beleidigungen aus dem Netz auf den Rasen getragen werden, wird aus Rivalität schnell Hass.
Ist das nur ein einmaliger Ausraster – oder ein Zeichen, dass auch der Amateursport seine Grenzen verliert?
Wo muss Schluss sein, bevor aus Spiel endgültig Ernst wird?



