PATTAYA, THAILAND – Ein 25-jähriger Ex-Häftling hat die Polizei in Bang Lamung überrascht, als er am 10.02. mit Drogen in der Hand in die Wache kam und um seine eigene Festnahme bat. Der Mann erklärte, er halte das Leben außerhalb des Gefängnisses nicht aus und wolle bewusst wieder in Haft zurückkehren.
Unerwarteter Auftritt auf der Wache
Der Vorfall ereignete sich gegen Mittag in der Bang Lamung Police Station in der Provinz Chon Buri, als Ermittler im Gebäude arbeiteten.
Nach Polizeiangaben trat der Mann ruhig an den Auskunftsschalter, legte sechs Methamphetamin-Tabletten und 0,01 Gramm Crystal Meth auf den Tisch und sagte: „Bitte verhaften Sie mich, wenn nicht, gehe ich das Fenster des Bezirksamts einschlagen.“
Rückkehrwunsch ins Gefängnis
Die Beamten nahmen den Mann sofort fest und identifizierten ihn später als Watcharakulnachat (25), der erst am 5.02. aus dem Pattaya Special Prison (Nong Pla Lai) entlassen worden war.
Er habe sich bei der Festnahme ruhig und kooperativ verhalten und darauf bestanden, dass er unbedingt wieder inhaftiert werden wolle.
Orientierungslos nach der Entlassung
Gegenüber den Ermittlern erklärte Watcharakulnachat, er identifiziere sich als LGBTQ+ und habe nach seiner Entlassung keinen Ort gehabt, an den er zurückkehren könne.
Nach fünf Tagen planlosen Umherirrens habe er seine ehemaligen Mitgefangenen vermisst und beschlossen, gezielt eine Straftat zu begehen, um ins Gefängnis zurückzukehren.
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Gezielter Drogeneinkauf für Selbstanzeige
Nach eigenen Angaben kaufte der 25-Jährige die Drogen im Gebiet Jomtien für knapp 2.000 Baht, nur mit dem Ziel, sich anschließend der Polizei zu stellen.
Er erklärte zudem, er habe geplant, das Bezirksamt von Bang Lamung zu beschädigen, falls die Beamten seine Festnahme verweigert hätten, um so doch noch in Untersuchungshaft zu kommen.
Psychische Belastung und frühere Arbeit
Bei weiteren Befragungen gab Watcharakulnachat an, er komme mit dem Leben in Freiheit nicht zurecht und leide unter Depressionen und Suizidgedanken.
Er berichtete, früher im Bereich Bodenabfertigung im Airline-Sektor gearbeitet zu haben, sei jedoch psychisch abgerutscht, nachdem sein Freund wegen Beteiligung an einem Callcenter-Betrug festgenommen worden sei.
Anklage wegen Drogenbesitzes
Die Beamten leiteten gegen den 25-Jährigen ein Verfahren wegen Besitzes von Betäubungsmitteln der Kategorie 1 mit Verkaufsabsicht ein.
Er wurde den zuständigen Ermittlern für das weitere juristische Vorgehen übergeben, wie das Medium Khaosod berichtete.
Separater Fall von Polizeigewalt
In einem weiteren Fall aus der Provinz Chon Buri meldete sich ein 37-jähriger Polizeibeamter nach einem Angriff auf seine Ex-Freundin und einen einschreitenden Kollegen selbst bei den Behörden.
Der zur Immigration Police gehörende Mann soll die Tür eines Hauses eingetreten, seine frühere Partnerin attackiert, den intervenierenden Polizisten angegriffen und anschließend mit dessen Dienstwaffe geflüchtet sein, bevor er sich stellte.
🚔 Gefängnis statt Freiheit – was läuft hier schief?
Wenn ein Mensch bewusst eine Straftat begeht, nur um wieder hinter Gitter zu kommen, wirft das unbequeme Fragen auf: Wie gut funktioniert die Wiedereingliederung nach der Haft? Und fallen manche nach der Entlassung schlicht durch jedes soziale Netz?
Der Fall zeigt, dass Freiheit ohne Perspektive für einige zur größeren Belastung werden kann als ein geregelter Alltag im Gefängnis. Braucht es mehr Unterstützung für ehemalige Häftlinge – oder strengere Strukturen nach der Entlassung? Schreib deine Meinung in die Kommentare.


