PATTAYA, THAILAND – Spezialermittler der Wirtschaftspolizei haben ein mutmaßliches internationales Anlagebetrugsnetzwerk namens „King Power Gold“ zerschlagen und sechs Verdächtige festgenommen.
Razzia nach monatelangen Ermittlungen
Die Economic Crime Suppression Division (ECSD) stellte den Fall am 23. Januar 2026 im Central Investigation Bureau in Bangkok vor. Vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen zu einem angeblichen Investmentprogramm, das laut Polizei mehr als 400 thailändische und ausländische Anleger geschädigt haben soll.
Der mutmaßliche Schaden wird auf über 300 Millionen Baht beziffert. Nach Angaben der Ermittler traf der Fall sowohl Anwohner als auch zahlreiche im Land lebende Expats.
Verdächtige und Beweismittel
Unter den Festgenommenen befindet sich nach Polizeiangaben eine 49-jährige Thailänderin als mutmaßliche Hauptorganisatorin, vier weitere thailändische Staatsbürger im Alter zwischen 37 und 59 Jahren sowie ein 52-jähriger Brite. Ein weiterer Beschuldigter, ein deutscher Staatsbürger, sei weiterhin auf der Flucht und werde gezielt gesucht.
Die Beamten stellten umfangreiche Beweismittel sicher, darunter 13 Boxen mit Anlegerunterlagen, elektronische Geräte, Bankbücher, Scheckhefte sowie 30 Schecks mit Nennwerten in der Größenordnung von mehreren Milliarden Baht.
Versprochene Traumrenditen
Der Fall nahm im April 2025 seinen Anfang, als erste thailändische und ausländische Opfer Anzeige bei der ECSD erstatteten. Sie gaben an, mit Angeboten zu börsengehandelten Anlagen mit sehr hohen Renditen geködert worden zu sein.
Die Gruppe habe sich laut Ermittlern als „Weltklasse-Aktienhändler“ präsentiert und die Firma King Power Gold Business Development Co., Ltd. gegründet, um Seriosität vorzutäuschen. Anlegern seien angeblich Jahresrenditen von 181 Prozent bis zu 3.680 Prozent in Aussicht gestellt worden – weit jenseits üblicher Marktniveaus.
Anwerbung in Bars und Luxushotels
Die mutmaßliche Drahtzieherin soll Restaurants und Bars in South Pattaya (Provinz Chon Buri) genutzt haben, um Kontakte zu potenziellen Opfern zu knüpfen. Im Fokus standen insbesondere ausländische Rentner, die im Land leben.
Laut Polizei organisierte die Gruppe Investment-Seminare in Fünf-Sterne-Hotels und gehobenen Restaurants. Anleger wurden in LINE- und WhatsApp-Gruppen aufgenommen, in denen angeblich gefälschte Dividendenpläne und Finanzunterlagen kursierten. Verträge, die als „Investmentversicherung“ präsentiert wurden, stellten sich bei der Prüfung als gewöhnliche Lebensversicherungen ohne echte Investitionsgarantie heraus.
Ponzi-Struktur und leere Schecks
Finanzanalysen der Ermittler ergaben, dass tatsächlich keine realen Investments getätigt worden seien. Stattdessen seien Gelder neuer Anleger verwendet worden, um frühere Teilnehmer zu bedienen – eine Struktur, die einem Ponzi-System ähnele.
Dazu nutzte die Gruppe den Angaben zufolge über 100 Bankkonten, über die Beträge verschoben und in großem Umfang bar abgehoben wurden. Als Geschädigte Rückzahlungen verlangten, seien ihnen Schecks aus bereits geschlossenen Konten ausgestellt worden.
Ermittlungen gegen weiteres Umfeld
Laut der Nachrichtenseite Thaitabloid bestreiten alle sechs Festgenommenen die Vorwürfe. Sie wurden an die Ermittler der Division 4 der Economic Crime Suppression Division übergeben.
Die Polizei kündigte an, die Ermittlungen auszubauen. Im Fokus stehen:
• Fahndung nach dem flüchtigen deutschen Verdächtigen
• Identifizierung weiterer möglicher Geschädigter
• Nachverfolgung der Geldflüsse über die zahlreichen Konten
Ein Sprecher der Ermittler erklärte, man werde „den Kreis der Untersuchungen ausweiten, um alle Beteiligten und bislang unbekannte Opfer zu identifizieren“.
Zentrale Fakten im Überblick
• Sechs Festnahmen im Fall „King Power Gold“ am 23. Januar 2026
• Über 400 Opfer, sowohl Einheimische als auch Ausländer
• Geschätzter Schaden von mehr als 300 Millionen Baht
• Versprochene Renditen bis 3.680 Prozent
• Nutzung von Bars, Hotels und Messenger-Gruppen zur Anwerbung
• Verdacht auf Ponzi-ähnliche Struktur mit über 100 Bankkonten
• Ein deutscher Beschuldigter flüchtig, internationale Fahndung läuft
🗣 Wenn Gier systematisch ausgenutzt wird
Versprochen wurden Reichtum, Sicherheit und exklusive Chancen. Geliefert wurden gefälschte Verträge, leere Konten und zerstörtes Vertrauen.
Warum fallen gerade Ausländer und Ruheständler immer wieder auf solche Systeme herein? Fehlt es an staatlicher Kontrolle – oder an finanzieller Bildung? Und müssten Bars, Hotels und Seminarveranstalter stärker haften, wenn dort gezielt Betrug betrieben wird?
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Renditen bis 3680 %, wer auf so etwas reinfällt hat es nicht besser verdient.
Gier frißt Hirn.