BANGKOK – Premierminister Anutin Charnvirakul hat einen historischen Schlag gegen die internationale Drogen-Mafia verkündet. In nur vier Monaten beschlagnahmte die Polizei über 330 Millionen Methamphetamin-Tabletten und nahm zehntausende Verdächtige fest.
Eine Bilanz, die alle Rekorde bricht
Die Zahlen der viermonatigen Großoffensive sind atemberaubend. Zwischen Oktober 2025 und Mitte Januar 2026 griff die Polizei durch.
Über 88.000 Verdächtige wurden festgenommen. Vermögenswerte im Wert von mehr als 3,39 Milliarden Baht (rund 85 Mio. Euro) wurden eingefroren oder beschlagnahmt.
„Wir operieren unter dem Motto ‚Muss gewinnen‘“, erklärte Anutin. „Es geht nicht nur um die Menge der sichergestellten Drogen, sondern darum, die Infrastruktur dieser Netzwerke zu zerschlagen.“
Politiker-Kandidat mit Meth-Pillen erwischt
Die Offensive deckte auch die enge Verflechtung von Politik und Verbrechen auf. In der Provinz Mukdahan wurde ein lokaler Politiker-Kandidat festgenommen.
Bei ihm fand die Polizei 282.000 Methamphetamin-Tabletten. Anutin wertete dies als Beweis für die „heimtückische Infiltration“ von Drogengeldern in die Politik.
Der Fall zeigt, wie tief die kriminellen Strukturen in die Gesellschaft reichen. Die Regierung will diese Verbindungen nun gnadenlos kappen.
Der „Taiwanesische Drahtzieher“ von Asoke
Ein weiterer Schwerpunkt war die Festnahme von Chiang Ming-feng, dem als „Gehirn“ bezeichneten Kopf eines transnationalen Netzwerks. Er operierte aus Bangkoks noblem Asoke-Distrikt.
Seine Taktik war hochprofessionell: Er versteckte Ketamin in Teppichen und verwandelte Heroin in eine flüssige, kosmetikähnliche Substanz für den Export.
Die Festnahme zeigt, dass die thailändischen Behörden nun auch die intellektuellen Hintermänner der Kartelle ins Visier nehmen.
Kreative Schmuggel-Methoden aufgedeckt
Die Ermittler begegneten erfinderischen Tricks. In Nakhon Si Thammarat fanden sie eine Million Tabletten in Autoreifen und Sitzen versteckt.
Die Drogen waren penibel mit Kerzenwachs überzogen, um Spürhunde zu verwirren. An der Grenze zu Laos stoppten Grenzpolizisten eine halbe Tonne Crystal Meth.
In Ratchaburi entdeckten sie über sieben Millionen Pillen in einem Lastwagen. Der Kampf findet auf allen Ebenen statt.
Die nächste Phase: Die Jagd nach dem Geld
Nach der ersten Welle von Festnahmen konzentriert sich die Regierung jetzt auf die Finanzströme. Das „Blutgeld“ der Kartelle soll ihnen dauerhaft entzogen werden.
Anutin kündigte an, die finanziellen Ermittlungen massiv auszuweiten. Gleichzeitig versprach er den Einsatzbeamten verbesserte Unterstützungs- und Wohlfahrtspakete.
Der Premierminister lobte den „Mut und den Fleiß“ der Frontbeamten. Ihr Einsatz in hochriskanten Operationen wird nun honoriert.
Wendepunkt im Drogenkrieg?
Diese beispiellose Offensive markiert einen neuen Kurs in Thailands Drogenbekämpfung. Die Dimension der beschlagnahmten Drogen ist historisch.
Ob es gelingt, die Netzwerke nachhaltig zu schwächen, hängt von der Kontinuität des Drucks ab. Die Regierung sendet eine klare Botschaft: Thailand ist kein sicherer Hafen mehr für Drogenbarone.
Die Welt beobachtet, ob dieser „Must-Win“-Kampf langfristig gewonnen werden kann.
🗣 Wenn der Staat die Schattenwirtschaft angreift
330 Millionen Pillen. Tonnenweise Gift. Milliarden an „Blutgeld“. Das ist kein Polizeieinsatz mehr – das ist ein Wirtschaftskrieg.
Doch die eigentliche Frage beginnt erst jetzt: Trifft man Kartelle wirklich mit Razzien – oder nur mit dem Zerschlagen ihrer Finanzadern? Wie tief sitzt das Drogengeld bereits in Politik, Wirtschaft und Verwaltung?
Und ist dieser Schlag der Anfang vom Ende der Netzwerke – oder nur eine Runde in einem endlosen Spiel?



