Mercedes setzt in Bangkok auf E-Offensive

Mercedes setzt in Bangkok auf E-Offensive
Bangkok Post
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BANGKOK, THAILAND – Mercedes-Benz stellt sein Geschäft in Bangkok strategisch auf Elektroantriebe um und setzt dabei auf neue Steueranreize und Förderprogramme der Regierung ab 2026. Trotz wirtschaftlicher Gegenwinde sieht das Unternehmen im Markt für lokal montierte Elektrofahrzeuge erhebliches Wachstumspotenzial.

Neuer Steuerrahmen für emissionsarme Autos

Die thailändische Regierung hat für 2026 eine neue Kfz-Steuerstruktur angekündigt, die Fahrzeuge mit geringen CO2-Emissionen deutlich begünstigt.

Autos, die höchstens 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, sollen zwischen 2026 und 2032 mit 10 Prozent besteuert werden, während für Fahrzeuge mit höheren Emissionen ein Satz von 12 Prozent vorgesehen ist.

Erwartungen von Mercedes-Benz Thailand

Der neue Präsident und Chief Executive von Mercedes-Benz Thailand, Christian Schell, sieht in diesem Umfeld eine starke Wachstumschance für den deutschen Premiumhersteller.

Schell erklärte, das Marktpotenzial sei groß, weil Fahrzeuge mit niedrigen Emissionen steuerlich bevorzugt würden und „Mercedes-Benz erwartet, dass diese Verschiebung das Volumen der Elektrofahrzeugverkäufe steigern wird“.

Förderprogramm EV3.5 und lokale Produktion

Zusätzlich zur Steuerreform sollen Hersteller von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) vom staatlichen EV3.5-Förderprogramm profitieren.

Das Programm sieht Steuererleichterungen und Subventionen vor, wenn Hersteller im Gegenzug in die lokale Montage von BEV-Modellen investieren, wodurch sich laut Schell die Entscheidung für neue Stromer für Kunden erleichtern dürfte.

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Belastete Haushalte bremsen Nachfrage

Trotz der politischen Unterstützung kämpft die heimische Automobilindustrie weiter mit den Folgen hoher Privatverschuldung und einer geschwächten Kaufkraft.

Hinzu kommen strenge Vergabekriterien von Banken und Auto-Finanzierern, die aus Sorge vor notleidenden Krediten Kredite zurückhaltender bewilligen.

Breites Elektro-Portfolio im Premiumsegment

Mercedes-Benz treibt seine Elektromobilitätsstrategie in Bangkok konsequent voran und hat bereits acht BEV-Modelle auf dem Markt.

Zum Portfolio zählen unter anderem der EQB 250, mehrere EQE- und EQS-Varianten inklusive Mercedes-Maybach EQS 680 SUV sowie der elektrische G 580.

Neuer CLA-Stromer und Messeauftritt

Ein neuntes, zur CLA-Familie gehörendes Elektro-Modell soll im April auf dem Bangkok Motor Show sein Debüt geben.

Beim 42. Thailand International Motor Expo zwischen 28. November und 10. Dezember des Vorjahres verzeichnete Mercedes-Benz nach Unternehmensangaben rund 1.500 Fahrzeugbestellungen.

Bilanz und Marktanteile im Premiumbereich

Schell betonte, er wolle die Vision seines Vorgängers Martin Schwenk fortführen und den thailändischen Kunden weitere neue Modelle und Technologien anbieten.

Schwenk hatte für das vergangene Jahr 8.378 Fahrzeugzulassungen von Mercedes-Benz Thailand gemeldet, darunter 299 Vans.

Starkes Wachstum bei E-Antrieben

Die Verkäufe von batterieelektrischen Fahrzeugen legten um 110 Prozent zu, während Plug-in-Hybride, angeführt von der neuen E-Klasse, in ihrem Segment einen Marktanteil von mehr als 37 Prozent erreichten.

Im Luxussegment erzielte Mercedes-Benz zudem ein Wachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sicherte sich einen Marktanteil von über 40 Prozent.

⚡ Steuervorteile allein machen noch keinen Autokauf

Die neue Steuerstruktur sendet ein klares Signal: Die Zukunft fährt elektrisch. Doch zwischen politischem Wunsch und tatsächlichen Kaufentscheidungen liegt eine Realität aus hohen Schulden, vorsichtigen Banken und zurückhaltenden Verbrauchern.

Mercedes positioniert sich früh – ein klassischer First-Mover-Ansatz im Premiumsegment. Wer jetzt Modelle, Infrastruktur und Markenimage aufbaut, könnte profitieren, sobald die Kaufkraft wieder anzieht.

👉 Entscheidend wird sein, ob finanzielle Hürden schneller fallen als die Preise der Fahrzeuge. Denn erst wenn Elektromobilität für breite Käuferschichten erreichbar wird, kann aus politischer Strategie tatsächlich ein Massenmarkt entstehen.

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Quelle: Bangkok Post

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