Taifun Kajiki erreicht Thailand:
Sturmtief bringt Norden sintflutartige Regenfälle
Bangkok – Der Tropensturm Kajiki steuert auf Thailand zu und wird am Dienstagabend die Nordprovinz Nan erreichen. Das thailändische Meteorologische Department warnt vor schweren Regenfällen und Überschwemmungen in 16 Provinzen – während der Osten und Süden weitgehend verschont bleiben.
Der Weg des Sturms
Laut Sukanyanee Yawinchan, Generaldirektorin des Meteorologischen Departments, befand sich der Taifun am Sonntagnachmittag noch im südchinesischen Meer, etwa 450 Kilometer südöstlich von Vinh (Vietnam). Der erwartete Zugweg:
• Montag: Auftreffen auf Nordvietnam als Tropensturm
• Dienstagmorgen: Abschwächung zu einer Depression über Laos
• Dienstagabend: Eintreffen in Thailands Nordprovinz Nan als Tiefdruckgebiet
Betroffene Regionen
Von Sonntag bis Mittwoch sind folgende Gebiete betroffen:
• Oberer Nordosten (Sonntag bis Dienstag): Schwerste Regenfälle
• Norden (Montag bis Mittwoch): Anhaltende Niederschläge
• 16 Risikoprovinzen: Bung Kan, Chiang Mai, Chiang Rai, Lampang, Lamphun, Loei, Mae Hong Son, Nakhon Phanom, Nan, Nong Bua Lam Phu, Nong Khai, Phayao, Phrae, Sakon Nakhon, Udon Thani und Uttaradit
Der Osten und der Westen des Südens bleiben dagegen nahezu unberührt von den Auswirkungen des Sturms. Das Katastrophenschutzdepartment hat bereits Notfallteams in den Nordprovinzen in Bereitschaft versetzt. In Nan und Chiang Rai wurden erste Evakuierungszentren eingerichtet.
Auswirkungen auf Tourismus und Landwirtschaft
Die Sturmwarnung trifft den Norden in einer sensiblen Phase: Die Reisernte steht bevor, sintflutartige Regenfälle könnten die Ernte gefährden. Touristen in den beliebten Bergregionen um Chiang Mai und Pai wurden aufgefordert, Wanderungen und Aktivitäten im Freien zu verschieben.
Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Die Stauseen in der Region, die nach der letzten Dürreperiode noch nicht vollständig aufgefüllt sind, könnten von den Niederschlägen profitieren.
Was kommt danach?
Ab Donnerstag (28. August) soll sich die Wetterlage wieder beruhigen. Der Tropensturm wird dann weiter nach Myanmar abziehen. Meteorologen betonen jedoch, dass auch abgeschwächte Tiefdruckgebiete noch zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können.
Für Thailands Wetterexperten ist Kajiki ein Testfall: „Frühwarnsysteme und Evakuierungspläne funktionieren nur, wenn die Bevölkerung mitzieht“, so eine Behördensprecherin. Die nächsten Tage werden zeigen, wie gut Thailand auf solche Naturereignisse vorbereitet ist.



