Thailand-Visum METV: Wie Deutsche bis zu neun Monate im Königreich bleiben können
Markus steht am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi und spürt die tropische Hitze beim Verlassen des Terminals. Es ist Januar 2026, und er erfüllt sich einen Traum, den viele Deutsche teilen: Ein halbes Jahr Auszeit in Thailand. Bevor er diesen Moment genießen konnte, musste er jedoch einen aufwendigen Antragsprozess durchlaufen. Sein Reisepass ziert nun das Multiple Entry Tourist Visa, kurz METV.
Monate zuvor saß Markus in München vor seinem Laptop und arbeitete sich durch die Anforderungen der thailändischen Botschaft. Was als Online-Antrag begann, entwickelte sich zu einer Dokumentensammlung mit präzisen Vorgaben. Er wollte nicht nur zwei Wochen bleiben, sondern die Möglichkeit haben, nach Vietnam oder Kambodscha zu reisen und jederzeit nach Thailand zurückzukehren.
Warum visumfreie Einreise nicht immer ausreicht
Viele Touristen nutzen die visumfreie Einreise, die sogenannte Visa Exemption. Diese erlaubt Bürgern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Juli 2024 einen Aufenthalt von 60 Tagen. Allerdings haben thailändische Behörden im November 2025 angekündigt, dass Einreisebeamte nach zwei visumfreien Einreisen pro Kalenderjahr ohne triftigen Grund die Einreise verweigern können.
Das METV bietet hier mehr Sicherheit. Markus wollte eine offizielle Erlaubnis für sechs Monate Gültigkeit, ohne bei jeder Wiedereinreise mit Zurückweisung rechnen zu müssen. Das Visum ist speziell für Reisende konzipiert, die Thailand als Ausgangspunkt für Südostasien nutzen möchten.
Was das METV genau ermöglicht
Das Multiple Entry Tourist Visa ist ab Ausstellung sechs Monate gültig. Anders als das Single Entry Visa, das nach einmaliger Ausreise verfällt, erlaubt das METV beliebig viele Einreisen innerhalb dieser sechs Monate. Jede Einreise wird mit einem 60-Tage-Aufenthalt gestempelt.
Ein häufiges Missverständnis: Man darf nicht sechs Monate am Stück in Thailand bleiben. Pro Einreise genehmigt der Grenzbeamte 60 Tage. Wer länger bleiben möchte, muss entweder ausreisen und wieder einreisen oder den Aufenthalt bei einem Immigration Office um 30 Tage verlängern lassen. Diese Verlängerung kostet 1.900 Baht, umgerechnet etwa 52 Euro.
E-Visa-Plattform und digitale Antragstellung
Im Jahr 2026 läuft die Antragstellung fast vollständig digital. Der Gang zur Botschaft ist in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Die offizielle E-Visa-Plattform der thailändischen Regierung unter thaievisa.go.th ist die zentrale Anlaufstelle.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Antragsteller laden ihre Dokumente hoch, bezahlen online und erhalten das Visum per E-Mail. Technisch sind exakte Dateigrößen und korrekte Benennung der Scans erforderlich. Ein fehlerhafter Upload kann zu Verzögerungen oder Ablehnung führen.
Timing des Antrags ist entscheidend
Ein wichtiger Faktor ist der Zeitpunkt der Beantragung. Da die sechsmonatige Gültigkeit sofort mit Ausstellung beginnt, sollte der Antrag nicht zu früh gestellt werden. Wer das Visum drei Monate vor Abreise beantragt, hat bei Ankunft bereits die Hälfte der Laufzeit verschenkt.
Experten raten, den Antrag etwa vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Abflug einzureichen. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Konsulat zwischen drei und zehn Werktagen.
Finanznachweis als zentrale Hürde
Der anspruchsvollste Teil des Antrags ist der Finanznachweis. Die meisten thailändischen Botschaften verlangen, dass auf dem Konto mindestens 200.000 Baht über die letzten drei bis sechs Monate vorhanden waren. Zum aktuellen Kurs von etwa 36,7 Baht pro Euro entspricht das rund 5.450 Euro.
Wichtig: Einige Konsulate verlangen Kontoauszüge der letzten sechs Monate, in denen die Mindestanforderung durchgängig erfüllt sein muss. Andere akzeptieren drei Monate. Ein einmaliges Hochpumpen des Kontos kurz vor Antragstellung kann zur Ablehnung führen.
Nachweis der Rückkehrabsicht erforderlich
Zusätzlich zum Finanznachweis verlangen thailändische Botschaften oft einen Nachweis der Bindung an das Heimatland. Dazu gehören eine Beschäftigungsbestätigung, ein Arbeitsvertrag, eine Gewerbeanmeldung bei Selbstständigen oder eine Immatrikulationsbescheinigung bei Studenten.
Der Grund ist eindeutig: Die Behörden möchten sicherstellen, dass kein langfristiger Aufenthalt ohne Rückkehrabsicht geplant ist. Selbstständige oder Arbeitslose müssen häufig Zusatzunterlagen einreichen, um ihre finanzielle Unabhängigkeit und Rückkehrabsicht zu belegen.
Flugbuchungen und Unterkunftsnachweise
Für den Antrag muss in der Regel das erste Ein- und Ausreiseticket vorgelegt werden. Viele Antragsteller buchen stornierbare Tickets oder nutzen spezielle Dienste für Bestätigungen. Die Behörde möchte dokumentiert sehen, dass das Land wieder verlassen wird.
Zusätzlich wird mindestens für die erste Ankunft eine Unterkunftsbestätigung benötigt. Früher reichte eine Adresse, heute verlangen die Systeme oft eine Buchungsbestätigung mit Namen und Datum. Wer spontan vor Ort suchen möchte, muss eine stornierbare Reservierung vorlegen.
Visagebühr und Wechselkursschwankungen
Die Konsulatsgebühr für das METV liegt je nach Konsulat zwischen 150 und 200 Euro. Diese Gebühr ist nicht erstattungsfähig, selbst wenn der Antrag abgelehnt wird. Zusätzliche Kosten für Passfotos, Beglaubigungen oder Übersetzungen können den Gesamtpreis erhöhen.
Bei der Berechnung der 200.000 Baht sollte ein Puffer von mindestens zehn Prozent eingeplant werden. Banken und Botschaften rechnen oft mit ungünstigeren Kursen als dem offiziellen Mittelkurs. Experten raten daher, etwa 6.000 Euro vorzuweisen.
Aufenthaltsverlängerung und Ausreisepflicht
Nach jeder Einreise mit dem METV erhält man einen 60-Tage-Stempel. Vor Ablauf dieser 60 Tage kann der Aufenthalt bei einem Immigration Office um 30 Tage verlängert werden. Die Gebühr beträgt 1.900 Baht, umgerechnet etwa 52 Euro. Damit ist pro Einreise ein Aufenthalt von bis zu 90 Tagen möglich.
Nach Ablauf dieser 90 Tage muss das Land verlassen und wieder eingereist werden, um einen neuen 60-Tage-Zeitraum zu starten. Dies setzt voraus, dass das METV noch gültig ist. Für Reisende, die länger als drei Monate am Stück bleiben möchten, bedeutet dies mehrere Aus- und Wiedereinreisen.
Maximale Aufenthaltsdauer von neun Monaten möglich
Mit strategischer Planung sind bis zu neun Monate Aufenthalt in Thailand möglich. Der Trick: Kurz vor Ablauf der sechsmonatigen Gültigkeit des Visums noch einmal einreisen und dabei einen neuen 60-Tage-Stempel erhalten. Dieser kann dann um 30 Tage verlängert werden.
Rechnung: Sechs Monate Visum-Gültigkeit plus 60 Tage letzter Stempel plus 30 Tage Verlängerung ergeben neun Monate. Voraussetzung ist, dass die letzte Einreise am Tag vor Ablauf der Visum-Gültigkeit erfolgt.
Destination Thailand Visa als Alternative
Seit Juli 2024 bietet Thailand das Destination Thailand Visa, kurz DTV. Dieses ist fünf Jahre gültig und erlaubt 180 Tage Aufenthalt pro Einreise, verlängerbar um weitere 180 Tage. Es richtet sich an digitale Nomaden, Freiberufler und Personen, die an Thai-Soft-Power-Aktivitäten wie Muay-Thai-Kursen oder Kochkursen teilnehmen.
Das DTV kostet etwa 10.000 Baht und erfordert einen Finanznachweis von 500.000 Baht über drei Monate. Wer die Kriterien erfüllt, erhält mit dem DTV deutlich mehr Ruhe und Planbarkeit als mit dem METV.
Overstay-Regelung und Strafen
Wer die 60 Tage oder die verlängerten 90 Tage auch nur um einen Tag überschreitet, begeht einen Overstay. Am Flughafen kostet dies 500 Baht Strafe pro Tag. Bei Kontrollen im Landesinneren kann es zu Haft und Abschiebung führen.
Ein Overstay kann dazu führen, dass das noch gültige METV annulliert wird. Penible Beachtung der Fristen ist daher zwingend erforderlich.
Border Bounce und Wiedereinreise
Viele METV-Inhaber nutzen sogenannte Border Bounces. Sie reisen an einem Tag aus, verbringen wenige Stunden in einem Nachbarland und reisen wieder ein, um neue 60 Tage zu aktivieren. Immigration-Beamte sehen dies nicht immer gerne, auch wenn es mit einem validen METV rechtlich zulässig ist.
Bei Wiedereinreisen wird empfohlen, freundlich aufzutreten und angemessene Kleidung zu tragen. Beamte haben das Recht, nach Reiseabsichten und Unterkünften zu fragen.
Bargeldnachweis bei Einreise theoretisch möglich
Selbst mit Visum im Pass existiert eine Regelung, die selten angewendet wird: Reisende müssen theoretisch 20.000 Baht in bar bei sich führen. Kreditkarten zählen hier nicht. In der Praxis wird dies selten kontrolliert, aber es ist ratsam, bei strikten Beamten vorbereitet zu sein.
Diese Regelung gilt sowohl für visumfreie Einreisen als auch für Visa-Inhaber und soll sicherstellen, dass Reisende ihren Aufenthalt finanzieren können.
Fazit: Für wen sich das METV lohnt
Das METV bleibt im Jahr 2026 eine solide Option für Touristen, die eine Rundreise durch Südostasien planen und Thailand als Basis nutzen. Es bietet mehr Sicherheit als die visumfreie Einreise und ist günstiger als das Thailand Privilege Programm oder das Destination Thailand Visa.
Wer die finanziellen Anforderungen erfüllen kann und mehrere Ausreisen einplant, erhält mit dem METV einen goldenen Mittelweg. Der bürokratische Aufwand zu Beginn ist hoch, aber die Flexibilität vor Ort entschädigt für die Mühen.
Redaktioneller Hinweis
Dieser Artikel spiegelt den Stand der Informationen im Januar 2026 wider. Visa-Regeln in Thailand können sich kurzfristig ändern. Wechselkurse unterliegen täglichen Schwankungen. Vor jedem Antrag wird eine Konsultation der offiziellen Webseite der thailändischen Botschaft oder des E-Visa-Portals unter thaievisa.go.th empfohlen.



