Militär-Vorstöße bis Phnom Penh gefordert

⚠️🇹🇭 Ein kleiner Parteichef sorgt mit großen Worten für Aufsehen. Kurz vor der Wahl fordert er drastische Schritte gegen ein Nachbarland und stellt nationale Sicherheit über alles. Warum seine Aussagen jetzt besonders brisant sind…

Militär-Vorstöße bis Phnom Penh gefordert
Seri Ruam Thai Party

BANGKOK, THAILAND – Mit markigen Worten und einem kompromisslosen Kurs hat Polizist a.D. Pol Gen Sereepisuth Temeeyaves im Endspurt des Wahlkampfs seine kleine Partei Seri Ruam Thai ins Rampenlicht gerückt.

Der 77-jährige frühere nationale Polizeichef trat mit einer klar nationalistischen Botschaft auf. Er stellte eine mögliche Militäroperation bis nach Phnom Penh in Aussicht, sollte seine Partei Teil einer künftigen Regierung werden.

Nationalistische Töne im Grenzstreit

Im Fokus seiner Kampagne stand immer wieder die Grenzregion zu Kambodscha. Sereepisuth betonte, dort drohe kein Krieg wie in Europa, sondern Dschungelkrieg, der jederzeit erneut ausbrechen könne.

Aus eigener Kampferfahrung gegen frühere kommunistische Aufstände argumentierte er, ein Konflikt mit Kambodscha müsse „bis nach Phnom Penh“ geführt werden, um ihn endgültig zu beenden. Andernfalls würden Gefechte immer wieder aufflammen, mit weiteren Verlusten für das thailändische Militär und anhaltender Unsicherheit für die Bevölkerung.

Vergleich zu den USA

„Wir müssen alles zurückholen – Battambang, Siem Reap, Koh Kong – weil diese einmal unsere Gebiete waren“, sagte Sereepisuth. Er zog einen Vergleich zu den USA, die Operationen in Venezuela durchführen könnten, und erklärte, Bangkok könne ähnlich vorgehen.

Nach einem militärischen Stopp wolle er Rückzugszonen erzwingen: Kambodscha solle sich nach seinen Vorstellungen 1 bis 1,5 Kilometer von der Grenze zurückziehen, um anschließend gemeinsam genutzte Zonen auszuhandeln – „vielleicht je eine Provinz pro Gebiet“.

Polizeireform als Kernversprechen

Neben der Grenzpolitik präsentierte Sereepisuth die Reform der Polizei als zentrales Projekt. Er kritisierte die Änderung des Polizeigesetzes von 2022 als gescheitert. Die Ernennung von Pol Gen Torsak Sukvimol zum nationalen Polizeichef im Jahr 2023 sei für ihn ein Beleg dafür.

Sereepisuth warf Torsak mangelnde Führungserfahrung, einen zu schnellen Aufstieg und offene Fragen zu Glücksspiel- und Korruptionsfällen vor. Das zeige, dass die Reform „nicht funktioniert“ habe. Echte Reform müsse bei den Menschen beginnen, betonte er. Derzeit würden Unteroffiziere mit Abitur, kurzer Ausbildung und einem Einstiegsgehalt von rund 15.000 Baht eingestellt – aus seiner Sicht zu wenig für professionelles Arbeiten.

Höhere Bildungsanforderungen für Polizisten

Sereepisuth forderte, dass Polizisten mindestens einen Bachelor-Abschluss in Recht, Politikwissenschaft oder anderen Fachrichtungen benötigen sollten, um Probleme der Bürger kompetent lösen zu können.

Für Offiziere schlug er vor, Bewerber mit juristischer Qualifikation oder Masterabschluss zuzulassen. Mit Qualifikationen auf Augenhöhe mit Richtern und Staatsanwälten könnten auch die Gehälter entsprechend angehoben werden. So sei die Polizei besser in der Lage, der Bevölkerung zu helfen.

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Masterabschluss für Absolventen

Die Police Cadet Academy in ihrer bisherigen Form bezeichnete er als überdimensioniert. Militärvorschulen und fünf Jahre Ausbildung seien eine Verschwendung von Staatsmitteln.

Stattdessen sollten Kandidaten zunächst ein Bachelor-Studium absolvieren und anschließend zwei Jahre spezialisierte Ausbildung an der Akademie durchlaufen – etwa in Recht, Technologie, Informatik oder anderen Bereichen, die dem modernen Verbrechensbild entsprechen. Absolventen könnten dann einen Masterabschluss erhalten. „Nur so werden wir Qualitäts-Polizisten haben“, erklärte er.

Sozialprogramme und innenpolitische Ziele

Parallel warb Sereepisuth mit 12 Kernprogrammen, darunter:
• Stärkere Landesverteidigung
Polizeireform „für das Volk“
Kostenlose Bildung und Erlass von Studiendarlehen
Bürgerpension von 3.000 Baht monatlich
Behindertenunterstützung von 3.000 Baht monatlich
Drogenfreies Land als nationale Agenda
• Bekämpfung von Korruption und kriminellem Einfluss
Kostenlose Gesundheitsversorgung im ganzen Land über eine einzige ID-Karte
Landzuteilung für Wohnen und Lebensunterhalt
Waffenbeschlagnahme, um „Todesfälle zu stoppen“
• Bau eines Staudamms zur Landwirtschafts- sowie Flut- und Dürreprävention
Anhebung des Pensionsalters für Beamte auf 65 Jahre

Taktik im Parteiengefüge und begrenzte Chancen

Politisch betonte Sereepisuth, er wolle sich nicht automatisch einem Lager anschließen. Sollte seine Partei in eine Koalition eintreten, strebe er ein Amt als Vizepremier mit Zuständigkeit für die Royal Thai Police oder als Verteidigungsminister an, um die Grenzfragen zu Kambodscha und die Rolle von Senatspräsident Hun Sen systematisch anzugehen.

Er räumte ein, dass er nicht mit vielen Sitzen rechne. Die Partei hat nur in 21 Wahlkreisen Direktkandidaten aufgestellt und setzt vor allem auf die Parteiliste. „Ich gebe zu, dass ich diesmal überhaupt keine Dynamik in den sozialen Medien habe“, sagte er. Er hoffe auf einen Trendwechsel bis zum Wahltag und erklärte, er werde weiter unermüdlich Wahlkampf führen.

Unentschlossene Wähler rief er dazu auf, nicht erneut die alten Parteien zu wählen. „Wenn Sie unsere Partei wählen, wird es echte und positive Veränderungen geben – ohne Zweifel“, so Sereepisuth.

⚠️ Kriegsrhetorik im Wahlkampf – mutige Klarheit oder gefährliche Eskalation?

Der Chef einer kleinen Partei fordert offen militärische Vorstöße bis nach Phnom Penh und spricht von der Rückholung früherer Gebiete. Für die einen klare Kante, für die anderen brandgefährlicher Populismus.
Ist das entschlossener Patriotismus – oder ein Spiel mit dem Feuer?
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Quelle: Bangkok Post

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