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Militärischer Zwischenfall – Regierung ruft Notfallplan aus

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KhaoSod

Thailand verschärft diplomatischen Bruch mit Kambodscha – vier Grenzübergänge und drei Tempelanlagen geschlossen

Bangkok, 23. Juli 2025 – Die thailändische Regierung hat überraschend harte Maßnahmen gegen das Nachbarland Kambodscha ergriffen. Nachdem erneut ein thailändischer Soldat bei einer Landminenexplosion schwer verletzt wurde, verschärft Thailand die diplomatische Gangart und schließt mit Wirkung zum 24. Juli vier wichtige Grenzübergänge sowie drei historische Tempelstätten entlang der Grenze.

Militärischer Zwischenfall löst Eskalation aus

Am 23. Juli gegen 16:55 Uhr kam es im Grenzgebiet bei Chong An Ma (Bezirk Nam Yuen, Provinz Ubon Ratchathani) zu einer Explosion, bei der ein thailändisches Aufklärungsteam der 14. Infanteriebataillons auf eine versteckte Landmine trat. Dabei erlitt ein Soldat schwere Beinverletzungen, vier weitere wurden durch die Druckwelle verletzt. Bereits am 16. Juli hatte es nahe Chong Bok einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem ein Soldat einen Fuß verlor.

Die thailische Armee macht kambodschanische Kräfte für das Verlegen der Minen auf thailändischem Boden verantwortlich. Die Militärführung verurteilt die Tat als „feindselig, illegal und ein schwerer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht“.

Regierung ruft Notfallplan aus

General Pana Claewplodtook, Oberbefehlshaber der thailändischen Armee, wird am 24. Juli persönlich die Region inspizieren und den Befehl über die 1. und 2. Armeegebiete übernehmen. Dabei soll der Notfallplan „Chakraphong Phuwanat“ aktiviert werden – ein militärisches Einsatzprotokoll, das zuletzt 2011 im Zuge des Preah-Vihear-Konflikts zur Anwendung kam. Es erlaubt die großflächige Mobilisierung von Truppen in Zentral- und Nordostthailand.

Schließung von Grenzübergängen und Tempeln

Die Kommandostruktur des zweiten Armeekorps (ศบ.ทก.) hat inzwischen beschlossen, vier Grenzposten ab dem 24. Juli auf unbestimmte Zeit zu schließen:

Chong An Ma (Ubon Ratchathani)
Chong Sa-ngam (Si Sa Ket)
Chong Chom (Surin)
Chong Sayedtao (Buri Ram)

Zusätzlich wird der Zugang zu drei antiken Tempelanlagen gesperrt, darunter:

Prasat Ta Muean Thom
Prasat Ta Muean Tot
Prasat Ta Kwai

Diese Maßnahme betrifft nicht nur den Waren- und Personenverkehr, sondern auch den Tourismus in der sensiblen Grenzregion.

Diplomatischer Eklat spitzt sich zu

Nur wenige Stunden nach dem Vorfall hatte Thailands kommissarischer Premierminister Phumtham Wechayachai die diplomatischen Beziehungen zu Kambodscha auf die dritte von sechs Eskalationsstufen herabgesetzt. Der kambodschanische Botschafter wurde des Landes verwiesen, der thailändische Botschafter aus Phnom Penh zurückbeordert.

Zuvor hatte Hun Sareun, der kambodschanische Botschafter in Bangkok, in einem inzwischen gelöschten Social-Media-Post die Maßnahmen Thailands scharf kritisiert. Das Außenministerium bestätigte, dass der Beitrag registriert wurde. Eine Bewertung der diplomatischen Lage sei im Gange, eine Stellungnahme werde für den 24. Juli erwartet.

Kriegssorgen wachsen

Der prominente Kommentator Pravit Rojanaphruk äußerte sich besorgt und bezeichnete die aktuelle Entwicklung als potenziellen Vorläufer eines Krieges. Die nationalistische Stimmung wachse rapide, Stimmen zur Deeskalation würden zunehmend als „kambodschafreundlich“ diffamiert – auch er selbst sei bereits zur Zielscheibe geworden.


Hintergrund: Die Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha gelten seit Jahren als angespannt, insbesondere in Grenzfragen und bei kulturellem Erbe wie den Prasat-Tempeln. Die erneute Eskalation an der Ostgrenze könnte gravierende Auswirkungen auf den Frieden in der Region haben.

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