Misstrauen über toten Briten in Thailand

Misstrauen über toten Briten in Thailand
Jade Kershaw via GoFundMe

PATTAYA, THAILAND – Ein Vermisstenfall um einen jungen Briten, eine laufende Online-Spendenkampagne und ein später Todesfund in Bangkok haben in sozialen Netzwerken für Unruhe und Misstrauen gesorgt.

Verschwinden eines Touristen in Pattaya

Der 21-jährige Brite Joshua Kershaw war Anfang Januar in Pattaya unterwegs, einem der wichtigsten Touristenziele an der Ostküste. Laut Angaben seiner Familie brach am 12. Januar der Kontakt ab.

Auf einer von seiner Tante betriebenen Spendenseite wurde geschildert, Joshua habe an diesem Tag per Videotelefonat aus einem Hotel in Pattaya mit seiner Mutter gesprochen. Er habe angekündigt, sich etwas zu essen zu holen – danach sei sein Mobiltelefon ausgeschaltet gewesen und jedes Lebenszeichen ausgeblieben.

Spendenkampagne noch am Tag des Verschwindens

Noch am selben Tag startete die Familie über GoFundMe eine Kampagne, um Geld für die Reise nach Thailand und die Suche nach Joshua zu sammeln. Organisatorin war seine Tante Jade Kershaw, die Details zum Verschwinden veröffentlichte.

Die Angehörigen erklärten, sie wüssten nicht, in welchem Hotel Joshua untergebracht gewesen sei, und könnten sich die Kosten für Flüge und Aufenthalt nicht leisten. Deshalb baten sie um öffentliche Unterstützung.

Jade Kershaw stellte in Aussicht, dass die Spenden bei einem guten Ausgang an die Geldgeber zurückfließen oder an Organisationen für vermisste Personen gehen sollten. Im Fall eines Todes sollten die Mittel zur Überführung des Leichnams nach Großbritannien dienen.

Todesfund in Hotel in Bangkok

Joshua hatte ursprünglich am 19. Januar vom Flughafen Heathrow aus zurückkehren sollen, erschien dort aber nicht. Die Familie meldete ihn daraufhin bei den Behörden als vermisst; der Fall wurde als Hochrisiko eingestuft.

Am 21. Januar veröffentlichte Jade Kershaw ein Update: Joshua sei bereits am 12. Januar tot in einem Hotel gefunden worden. Mehrere britische Medien meldeten, das Hotel befinde sich entgegen erster Annahmen nicht in Pattaya, sondern in Bangkok.

Die Spendenkampagne wurde bislang nicht beendet. Die Familie betonte, sie brauche weiterhin finanzielle Hilfe, um Joshua nach Hause zu bringen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren 9.940 Pfund gesammelt, rund 418.000 Baht.

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Kritik und Fragen in thailändischen Netzwerken

In Thailand gewann der Fall Aufmerksamkeit, nachdem die Facebook-Seite World Forum den Beitrag am 21. Januar teilte. Hervorgehoben wurde dort, dass bislang kein thailändisches Medium über Joshuas Verschwinden oder seinen Tod berichtet hatte, obwohl das Thema in Großbritannien große Beachtung fand.

Die Betreiber der Seite riefen zur Zurückhaltung auf und warnten vor voreiligen Schlüssen. „Wartet auf offizielle Bestätigungen und Ermittlungsergebnisse der Polizei und der thailändischen Behörden“, lautete sinngemäß die Botschaft.

Spekulationen über Informationsfluss und Todesursache

Die Reaktionen thailändischer Internetnutzer fielen gemischt aus. Einige fragten, weshalb ein solch schwerwiegender Fall mit einem ausländischen Staatsbürger nicht in der lokalen Presse aufgetaucht sei.

Andere Nutzer äußerten Zweifel am zeitlichen Ablauf und meinten, die Familie hätte früher vom Todesfall erfahren müssen, da Hotels normalerweise Ausweisdokumente ihrer Gäste aufbewahren und eine Identifizierung der Leiche dadurch erleichtert werde.

Eine weitere Gruppe spekulierte, Joshua könnte sich das Leben genommen haben und das Hotel halte Informationen zurück, um seinen Ruf zu schützen. Für diese Annahmen wurden allerdings keine gesicherten Belege genannt. Bislang haben thailändische Behörden noch keine offizielle Erklärung zu den genauen Umständen von Joshuas Tod veröffentlicht.

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Quelle: The Thaiger

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