Mörsergranate trifft Thai-Soldaten

Mörsergranate trifft Thai-Soldaten
The Pattaya News

BANGKOK, THAILAND – An der umkämpften Grenze zu Kambodscha ist am Dienstagmorgen ein thailändischer Soldat durch eine Mörsergranate leicht verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich nur zehn Tage nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands, der eine Phase heftiger Gefechte beenden sollte.

Explosion im Grenzgebiet von Ubon Ratchathani

Nach Angaben der Royal Thai Army ereignete sich die Explosion gestern gegen 7.25 Uhr in der Grenzregion Chong Bok nahe dem Höhenzug Hill 469 im Bezirk Nam Yuen der Provinz Ubon Ratchathani. In dem Gebiet sind thailändische Einheiten der Suranaree Task Force stationiert, die für die Sicherung des Grenzabschnitts zuständig sind.

Der verletzte Soldat erlitt Splitterverletzungen, unter anderem am rechten Arm. Die Armee sprach von leichten, nicht lebensbedrohlichen Verletzungen. Der Mann wurde unmittelbar aus dem Frontbereich evakuiert und medizinisch versorgt.

Vorwurf des Waffenstillstandsbruchs – Kambodscha spricht von Fehler

Die thailische Zweite Heeresregion wertete den Einschlag zunächst als Verstoß gegen den Waffenstillstand, der am 27. Dezember 2025 zwischen beiden Ländern vereinbart worden war. Mit dieser Vereinbarung waren wochenlange, teils schwere Gefechte entlang des umstrittenen Grenzverlaufs vorerst beendet worden.

Der Waffenstillstand hatte insbesondere nach heftigen Kämpfen im Dezember Geltung erlangt, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen und Hunderttausende auf beiden Seiten zur Flucht gezwungen worden waren.

Aus Kambodscha kam jedoch rasch eine beschwichtigende Reaktion. Militärvertreter aus Phnom Penh nahmen direkten Kontakt mit ihren thailändischen Gesprächspartnern auf und erklärten, es habe keine Absicht bestanden, in thailändisches Gebiet zu feuern. Man sprach von einem „operational error“ durch eigenes Personal.

Militärische Kanäle bleiben offen

Der Sprecher der thailändischen Armee, Major General Winthai Suvaree, bestätigte die Kommunikation mit der kambodschanischen Seite. Diese habe zugesichert, dass der Mörserschuss unbeabsichtigt erfolgt sei. „Die kambodschanische Seite hat klargestellt, dass keine Absicht bestand, thailisches Territorium anzugreifen“, so Winthai.

Gleichzeitig reagierten die thailändischen Streitkräfte mit einer formellen Warnung, um erneute Vorfälle zu verhindern. Die Lage an der Front werde engmaschig beobachtet, hieß es.

Warnung an Kambodscha vor weiteren Verstößen

Überwachung der Grenzlinie durch thailische Einheiten

• Nutzung direkter militärischer Kommunikationskanäle zur Deeskalation

Langanhaltender Grenzstreit mit neuer Brisanz

Der Konflikt um den Grenzverlauf zwischen beiden Staaten ist seit Jahren ungelöst und hat sich im vergangenen Jahr mehrfach zugespitzt. 2025 kam es zu mehreren Gefechten, darunter tödliche Auseinandersetzungen im Juli und im Dezember.

Der aktuelle Waffenstillstand umfasst Zusagen beider Seiten, Truppenbewegungen einzufrieren, bei der Räumung von Minenfeldern zusammenzuarbeiten und humanitäre Hilfe für die betroffenen Zivilbevölkerungen zu ermöglichen.

Bis zum Dienstagnachmittag wurden keine weiteren Kampfhandlungen gemeldet. Beide Regierungen nutzten nach Armeeangaben vor allem militärische Direktkontakte, um eine erneute Eskalation zu verhindern.

Premier Anutin fordert Verantwortliche

Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul wurde von Sicherheitsbehörden detailliert über den Vorfall informiert. In einer Pressekonferenz bekräftigte er das Selbstverständnis des Landes als souveränen Staat. Er betonte, Souveränität und territoriale Integrität müssten gewahrt bleiben.

Anutin stellte zugleich klar, dass die Geschehnisse nicht folgenlos bleiben dürften. „Angemessene Verantwortung und Rechenschaft müssen übernommen werden“, sagte er. Bangkok setzt nach offiziellen Angaben weiterhin auf Deeskalation – jedoch unter dem Vorzeichen, erneute Grenzverletzungen nicht zu akzeptieren.

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Quelle: Pattaya News

2 Kommentare zu „Mörsergranate trifft Thai-Soldaten

  1. Aha, ein operationeller Fehler Kambodschas. Man plante also nicht Thailand sondern das eigene Volk zu bombardieren.

    Zum Glück glaube ich ja alles…oder auch nicht.

  2. Ständige Kambodschanische Provokationen werden ja International als böswilliges Handeln Thailands dargestellt…….
    Es ist nur dumm,wenn man dem Gegner materialistisch nichts entgegenzusetzen hat…….

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