BANGKOK, THAILAND – Die Gesundheitsbehörden in Bangkok haben die Überwachung von Mpox deutlich verschärft und alle städtischen Krankenhäuser angewiesen, Verdachtsfälle konsequent zu erkennen und sofort zu isolieren.
Stadtweite Überwachung in Kliniken
Der Direktor des Medical Service Department, Kriengkrai Tangjitramaneesakda, erklärte, die Behörde habe sämtliche Krankenhäuser der Bangkok Metropolitan Administration verpflichtet, Patientinnen und Patienten in Notaufnahmen und Ambulanzen gezielt auf Mpox-Symptome zu überprüfen.
Auch spezialisierte Einrichtungen seien in erhöhter Alarmbereitschaft, darunter Kliniken für sexuell übertragbare Infektionen, Dermatologie und HIV-Behandlung. Verdachtsfälle müssten unmittelbar erfasst und nach festen Vorgaben weitergemeldet werden.
Zentrales Labor und Spezialkrankenhaus
Laut Kriengkrai werden alle möglichen Mpox-Fälle zur Labordiagnostik an das Urban Disease Prevention and Control Institute geschickt. „Verdachtsfälle werden umgehend untersucht, um eine Ausbreitung so früh wie möglich zu verhindern“, sagte er.
Das Sirindhorn Hospital ist als Zentrum für die Kontrolle neu auftretender Infektionskrankheiten benannt worden und soll die Mpox-Lage in der Hauptstadt engmaschig überwachen und steuern. Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Symptomen werden dort sofort isoliert und den ranghohen Gesundheitsbehörden sowie dem Gesundheitsministerium gemeldet.
Klare Vorgaben für Kontaktpersonen
Die Behörden forderten Personen, die engen Kontakt zu mutmaßlich Infizierten hatten – etwa innerhalb von einem Meter ohne Mund-Nasen-Schutz oder bei der Pflege Erkrankter –, dazu auf, sich 21 Tage lang selbst genau zu beobachten.
Als Warnzeichen gelten:
• Hautausschlag, Bläschen oder Pusteln im Bereich der Genitalien oder des Afters
• Ausschläge an Händen, Füßen, Brust, Gesicht oder im Mund
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• Fieber
• Geschwollene Lymphknoten hinter den Ohren, am Hals oder in der Leiste
Wer solche Symptome bemerkt, solle sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, hieß es.
Risiko für Vorerkrankte und Schutzmaßnahmen
Kriengkrai wies darauf hin, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen ein deutlich höheres Risiko für schwere Verläufe mit Lungenentzündung oder sogar Tod haben. Verdachtsfälle würden konsequent isoliert und nach bestehenden Richtlinien gemeldet.
Parallel startete das Department eine Informationskampagne zur Prävention. Die Bevölkerung wird aufgerufen:
• engen körperlichen Kontakt zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts zu vermeiden
• keine Speisen oder persönliche Gegenstände zu teilen
• Safer Sex zu praktizieren
• auf Krankheitszeichen bei Kontaktpersonen zu achten
Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz könne das Infektionsrisiko deutlich senken, betonte Kriengkrai.
Impfung und Zugang zur Versorgung
Zur Impfung erklärte die Behörde, dass eine frühere Pockenimpfung das Risiko einer Mpox-Infektion mindern könne. Eine Impfung werde jedoch nur Menschen mit berufsbedingtem Risiko oder engem Kontakt zu infizierten Personen oder Tieren empfohlen und könne bis zu 14 Tage nach Exposition verabreicht werden.
Menschen mit Symptomen können sich in einer der 24 Bangkok Gender Diversity Health Clinics behandeln lassen oder über die Telemedizin-Anwendung „Doctor BMA“ ärztlichen Rat einholen. Zusätzlich steht die Gesundheitshotline 1646 der Stadt rund um die Uhr für Informationen zur Verfügung.
🗣 Zwischen Vorsorge und Panik – wo liegt die Grenze?
Mehr Kontrollen. Mehr Isolation. Mehr Warnungen.
Ist Bangkok hier vorbildlich vorbereitet – oder zeigt sich bereits die Angst vor einer neuen Gesundheitskrise?
Ab wann wird sinnvolle Vorsicht zur gesellschaftlichen Belastung? Und wie transparent müssen Behörden sein, damit Vertrauen nicht verloren geht?



