PHUKET, THAILAND – Die Provinzregierung von Phuket setzt verstärkt auf Hotel- und Resortmodelle, um die eskalierende Müllkrise der Insel mit eigenen, geschlossenen Entsorgungssystemen in den Griff zu bekommen.
Gouverneur sucht Lösungen auf Insel-Resorts
Bereits in der vergangenen Woche führte Gouverneur Nirat Pongsitthiwat eine hochrangige Delegation zum The Racha Hotel auf Koh Racha Yai südlich von Phuket. Ziel war es, sich das integrierte System zur Abfall- und Abwasserbehandlung des Resorts vor Ort anzusehen.
Der Besuch war Teil einer Reihe von Umweltaktionen auf der kleinen Touristeninsel, darunter das Auslegen von Mooring-Bojen und Riffschutz-Bojen sowie eine Strandreinigung am Plub Pla Beach, um die empfindlichen Meeres- und Küstenökosysteme zu schützen.
An der Reise nahmen unter anderem Vizeadmiral Veerudhom Muangchin, Befehlshaber der Royal Thai Navy Region 3 und Direktor des Thai Maritime Enforcement Command Center Region 3 (Thai MECC 3), sowie leitende Provinzbeamte und Vertreter zuständiger Behörden teil.
Racha-Hotel als Vorbild für geschlossene Kreisläufe
Empfangen wurde die Gruppe von Daniel Lim Teck Hock, Managing Director des Resorts. Er führte die Delegation durch die Abfallanlagen, die auf den Betrieb ohne externe Entsorgungsstrukturen auf der kleinen Insel ausgelegt sind.
Zu sehen waren unter anderem ein Verbrennungsofen mit einer Kapazität von rund 800 Kilogramm Abfall pro Tag sowie ein Biogassystem, das etwa 500 Kilogramm täglich verarbeitet. Zusammen verringern beide Anlagen die Menge an Müll, die abtransportiert werden muss, deutlich und begrenzen zugleich die Umweltbelastung.
Resorts arbeiten vorbildlich
Beamte betonten, das Resort setze auf ein geschlossenes, systematisches Abfallmanagement, das speziell für Inseln geeignet sei, wo Fläche, Transportkapazitäten und ökologische Empfindlichkeit dauerhafte Herausforderungen darstellen.
Das The Racha Hotel arbeitet zudem eng mit lokalen Verwaltungsorganisationen, benachbarten Hotels und Restaurants zusammen, um Abwasser und festen Abfall gemeinschaftlich zu managen – von der Vermeidung an der Quelle über Zwischenbehandlung bis zur endgültigen Entsorgung.
Müllberge wachsen schneller als die Kapazitäten
Der Handlungsdruck ist hoch: Nach Angaben der Provinzbehörden fallen auf Phuket täglich über 1.200 Tonnen Müll an – getrieben vor allem durch Tourismus, Bevölkerungszuwachs und Konsumverhalten.
Auf der Deponie Saphan Hin in der Phuket-Stadtverwaltung lagern derzeit schätzungsweise 1,2 Millionen Tonnen noch nicht behandelter Abfälle. Die dortigen Müllverbrennungsanlagen können jedoch nur rund 500 Tonnen pro Tag verarbeiten, etwa 40 Prozent des täglichen Aufkommens.
Der Rest wird auf andere Deponien im Provinzgebiet verteilt, die vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Offiziell sind in der Stadt Phuket etwa 72.000 Einwohner gemeldet, in der gesamten Provinz rund 450.000 – führende Vertreter gehen jedoch davon aus, dass sich tatsächlich nahezu 2 Millionen Menschen auf der Insel aufhalten. In Spitzenzeiten des Tourismus steigt die Zahl weiter, mit entsprechendem Effekt auf das Müllaufkommen.
Gouverneur: Abfall an der Quelle reduzieren
Gouverneur Nirat sieht in den Resort-Lösungen ein übertragbares Modell: „Phuket Province places serious priority on solving waste problems in all dimensions,“ erklärte er. Dazu gehörten Reduzierung an der Quelle, korrekte Trennung, effiziente Entsorgung und die Zusammenarbeit aller Sektoren für eine nachhaltige Tourismusentwicklung.
Studienbesuche wie auf Koh Racha Yai seien wichtig, um praktisches Wissen auszutauschen und langfristig ökologisch ausgewogene Touristenorte zu schaffen, betonte er.
Katathani Resort setzt auf Null-Lebensmittelabfall
Parallel dazu besuchten Provinzvertreter den Katathani Phuket Beach Resort, das als lokales Referenzprojekt für systematisches Abfall- und Wassermanagement gilt. Dort wird ein Zero-Food-Waste-System betrieben, bei dem Speisereste vor Ort getrennt und behandelt werden, sodass nur geringe Mengen extern entsorgt werden müssen.
Das Resort nutzt natürliche Wasserquellen, eigene Rohwassersysteme und eine Abwasserbehandlungsanlage mit fünf Klärteichen. Aufbereitetes Wasser wird zur Bewässerung des Geländes wiederverwendet, Abwasser vor Einleitung ins Meer vollständig gereinigt. Anfallender Schlamm wird weiterbehandelt und zu Dünger verarbeitet.
Sombat Atiset, CEO der Katathani Group, erklärte: „Our organic waste system can handle several tonnes per day without using fuel or heavy machinery.“ Schlamm aus der Abwasserbehandlung werde zu Dünger umgewandelt, weshalb das Resort nur minimal auf externe Entsorger angewiesen sei.
Nur 10 Prozent Recycling – Fokus auf nassen Müll
Nach Angaben des Pollution Control Department werden auf Phuket lediglich rund 10 Prozent des Mülls recycelt, während etwa 60 Prozent aus organischen oder nassen Abfällen bestehen. Das unterstreicht die Bedeutung der Trennung direkt an der Quelle.
Um diese Lücke zu schließen, startete die Provinzverwaltung vergangenen Woche eine Initiative zur Trennung von Nassabfall im Phuket Provincial Hall. Das Programm wurde am 16. Januar in einer Sitzung unter Leitung von Narong On-in, Leiter des Phuket Provincial Office, offiziell vorgestellt.
Abfall trennen
Vertreter der Behörden wurden angewiesen, nasse bzw. organische Abfälle strikt vom Restmüll zu trennen und eine Vermischung zu vermeiden. Das Verwaltungsgebäude dient als Modellstandort, alle Abteilungen müssen Nassabfall konkret und systematisch im Einklang mit der Provinzpolitik managen.
Seit dem 19. Januar wird das System provinzweit in allen Abteilungen eingeführt. Das Phuket Provincial Office überwacht die Umsetzung und berichtet direkt an den Gouverneur. Vor dem Verwaltungsgebäude wurde ein eigener Sammelpunkt für Nassabfall mit klarer Beschilderung und getrennten Behältern eingerichtet – für Bedienstete wie für die Öffentlichkeit.
Arbeitsgruppe für Mülltrennung an der Quelle
Am selben Tag leitete Vizegouverneur Suwit Phansengiam die erste Sitzung der Provincial Working Group for Waste Management at Source for 2026. Teilnehmende waren Behördenleiter, kommunale Vertreter und Chanthira Duangsai, Direktorin des Environmental and Pollution Control Office Region 15.
Die Arbeitsgruppe analysierte die Mengen am Phuket Provincial Waste Disposal Center und diskutierte die Umsetzung der Abfalltransport-Regelungen des Innenministeriums von 2024. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zur Ausweitung der organischen Mülltrennung bei Kommunen, Unternehmen, Hotels, Märkten, Wohnsiedlungen und Schulen.
Förderung umweltfreundlicher Verpackungen
Zudem sollen umweltfreundliche Verpackungen gefördert, die Nutzung von Schaumstoffen zurückgedrängt, die Einsatzbereitschaft von Müllfahrzeugen gesichert sowie Community-Waste-Banks und Umweltfreiwilligen-Programme gestärkt werden.
Geplant sind Pilotinspektionen in den Gemeinden Patong und Kathu sowie Schulungen zur Verbesserung der Effizienz im Abfallmanagement im gesamten Provinzgebiet.
Gouverneur Nirat machte deutlich, dass sich das Problem nicht allein mit Deponien lösen lasse: „Waste management is a major challenge that requires cooperation from all sectors,“ sagte er. Hotels, Unternehmen, Gemeinden und Behörden müssten zusammenarbeiten, um den Müll an der Wurzel zu bekämpfen und die guten Beispiele in dauerhafte Veränderungen für die meistbesuchte Insel des Landes zu überführen.
🗣 Wenn das Paradies an seinem eigenen Müll erstickt
Weiße Strände, türkisfarbenes Meer – und dahinter wachsende Berge aus Abfall. Phuket lebt vom Image. Doch was passiert, wenn der Müll schneller wächst als die Lösungen?
Reichen Vorzeige-Resorts, während ganze Städte im Abfall versinken? Sollten Hotels gesetzlich zu eigenen Müllsystemen verpflichtet werden? Und wann beginnt Verantwortung – beim Staat, bei Unternehmen oder bei jedem Einzelnen?
Schreib, was du denkst. Denn diese Krise entscheidet nicht über Sauberkeit – sondern über Phukets Zukunft.



Die suchen nun schon mindestens an die 30 Jahre nach einem Weg aus der „Müllkrise“. Ich fürchte das wird auch diesmal wieder nix.