BANGKOK, THAILAND – Der Krieg im Nahen Osten setzt Thailands Auslands-Tourismus zusätzlich unter Druck, obwohl die Branche schon zu Jahresbeginn schwächer lief. Bis zu 595.874 fehlende Besucher und ein Minus von 40,972 Milliarden Baht stehen im Raum, falls die Lage acht Wochen anhält.
Krisensitzung im Regierungsviertel
Unter Leitung von Tourismus- und Sportminister Atthakorn Sirilathayakorn bewerteten Behörden am 10. März im Government Complex in Bangkok die Auswirkungen des Konflikts auf die internationale Anreise.
Neben Spitzenbeamten des Ministeriums saßen Vertreter aus Luftfahrt, Immigration und Tourismusorganisationen mit am Tisch, um akute Reiseprobleme und Hilfen für betroffene Urlauber zu koordinieren.
Zahlen zeigen schon vor dem Krieg einen Knick
Zwischen Januar und Februar kamen laut Ministerium mehr als 6,54 Millionen Ausländer ins Land, allerdings etwas weniger als im Vorjahreszeitraum.
Für den Zeitraum 1. Januar bis 7. März wurden 7.155.449 Ankünfte registriert, ein Rückgang von 4,22%, während die Einnahmen mit 351,964 Milliarden Baht um 2,72% sanken.
Flugnetz über Golf-Hubs gerät ins Wanken
Die Beamten verwiesen darauf, dass der Konflikt vor allem Langstrecken-Verbindungen erschüttert, weil Routen und Umstiege über wichtige Golf-Drehkreuze unsicherer werden.
Besonders betroffen seien dadurch die Märkte in Europa und dem Nahen Osten, die 2025 als Wachstumstreiber galten und Verluste in manchen Kurzstreckenmärkten teilweise ausgleichen konnten.
620 gestrichene Flüge – Suvarnabhumi am stärksten
Zwischen 28. Februar und 8. März wurden in Summe 620 Flüge im Zusammenhang mit der Lage gestrichen, darunter 320 Abflüge aus Thailand und 300 Ankünfte.
Allein am 8. März waren bis 16.00 Uhr 70 Ausfälle gezählt worden, mit den meisten am Suvarnabhumi Airport sowie weiteren Streichungen in Phuket, Krabi, Chiang Mai und am Don Mueang Airport.
Worst-Case-Prognose – 8 Wochen kosten 40,972 Milliarden Baht
Das Ministerium legte Szenarien nach Konfliktdauer vor: Bei 3 Wochen drohten 210.973 weniger Besucher und 13,167 Milliarden Baht weniger Umsatz.
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Bei 4 Wochen wurden 334.084 fehlende Gäste und 21,531 Milliarden Baht Minus kalkuliert, während bei 8 Wochen bis zu 595.874 ausbleibende Reisende und 40,972 Milliarden Baht weniger Einnahmen erwartet werden.
Deutschland rutscht in der Wochenbilanz besonders ab
Bei den Herkunftsmärkten blieb China mit 1.173.081 Gästen von Januar bis Anfang März vorn, gefolgt von Malaysia und Russland, während Deutschland mit 261.067 Ankünften in diesem Zeitraum zu den wichtigsten europäischen Märkten zählte.
In der frühen März-Woche 1. bis 7. März zeigte sich jedoch bereits ein Rückgang: Aus Deutschland kamen 7.361 Besucher weniger, aus Russland 5.639 weniger, aus Großbritannien 4.304 weniger, aus Frankreich 4.174 weniger und aus Israel 3.490 weniger.
Hilfe am Airport, Visa-Übergangslösungen, Druck auf Hotels
An den großen Flughäfen arbeiten Tourist Assistance Centres mit Airlines zusammen, um bei Umbuchungen, Reiseinfos und geänderten Routen zu helfen, während die Behörden die Passagierströme eng überwachen.
Die Immigration ermöglicht bei nachweislich verpassten Abflügen vorübergehende Verlängerungen, und Hotels in wichtigen Destinationen wurden gebeten, bei festsitzenden Gästen über angepasste Zimmerpreise nachzudenken.
Energiepreise, Visa-Debatte und Politik als zusätzliche Baustellen
Das Ministerium warnte, dass steigende Ölpreise und Währungsschwankungen Flugkosten und Buchungslaune weiter belasten könnten, während aus Provinzen wie Roi Et zudem Berichte über temporär geschlossene unabhängige Tankstellen wegen Versorgungsengpässen beobachtet werden.
Parallel sorgt eine geplante Änderung in der Einreisepolitik für Streit: Die visafreie Aufenthaltsdauer für Bürger aus 93 Ländern soll von 60 auf 30 Tage sinken, und in der Politik wird außerdem über eine mögliche Neuordnung von Ministerien rund um Tourismus, Kultur und Sport diskutiert.



Und hat das Tourismusdepartment eine weitere Ausrede, diesmal berechtigt, für den galoppierenden Tourismusschwund.
Da braucht man sich wenigstens nicht auf die Korruption, Infrastruktur etc. zu fokussieren.