Neue Hürden beim Thailand-Visum

Neue Hürden beim Thailand-Visum
Illustration via OpenAI (2025).
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Es sollte eine Routineangelegenheit werden. Ein neuseeländischer Staatsbürger erschien Anfang Oktober 2025 im Immigration Office Chaeng Wattana in Bangkok zur fünften Verlängerung seines Ruhestandsvisums. In der Tasche hatte er alle erforderlichen Unterlagen, darunter eine frische Einkommensbestätigung der neuseeländischen Botschaft, ausgestellt erst eine Woche zuvor. Doch an diesem Tag lief alles anders als in den Jahren zuvor. Die Sachbearbeiterin am Schalter weigerte sich, die Botschaftsbestätigung anzuerkennen. Stattdessen forderte sie einen Nachweis, dass monatlich mindestens 65.000 Baht auf ein thailändisches Bankkonto eingehen.

Der Schock am Schalter

Diese Szene könnte für tausende ausländische Rentner in Thailand zum Albtraum werden. Sie wirft die Frage auf, ob eine seit Jahrzehnten praktizierte Verfahrensweise nun ihr Ende findet und welche Konsequenzen das für Menschen haben wird, die ihr Lebensabend im südostasiatischen Königreich verbringen wollen.

Eine jahrzehntealte Praxis gerät ins Wanken

Jahrelang galt ein einfaches Prinzip: Wer als Rentner in Thailand leben wollte, musste der Einwanderungsbehörde nachweisen, dass er finanziell abgesichert ist. Dafür gab es grundsätzlich zwei Wege. Entweder man hinterlegte 800.000 Baht auf einem thailändischen Bankkonto oder man legte eine Bestätigung der Heimatbotschaft vor, die ein monatliches Einkommen von mindestens 65.000 Baht bescheinigte. Diese Botschaftsbriefe, oft als Income Affidavit oder Statutory Declaration bezeichnet, waren für viele die bevorzugte Option. Sie ermöglichten es, das eigene Vermögen in der Heimat zu belassen und Rentenzahlungen direkt auf ausländische Konten zu erhalten.

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Die Logik dahinter war nachvollziehbar: Eine offizielle diplomatische Vertretung bestätigt schriftlich das Renteneinkommen eines Staatsbürgers. Die thailändischen Behörden akzeptierten dies als ausreichenden Nachweis. Keine komplizierten Überweisungen, keine monatelange Bindung großer Summen auf thailändischen Konten. Für viele Rentner bedeutete dieses System Flexibilität und Planungssicherheit. Sie konnten ihre Finanzen in vertrauten Systemen verwalten und mussten nicht befürchten, durch Währungsschwankungen oder thailändische Bankgebühren Geld zu verlieren.

Der Wendepunkt im Jahr 2019

Der erste Riss in diesem System zeigte sich Ende 2018. Im Oktober jenes Jahres kündigte die britische Botschaft in Bangkok überraschend an, ab Januar 2019 keine Einkommensbescheinigungen mehr auszustellen. Nur wenige Tage später folgte die US-amerikanische Botschaft mit einer nahezu identischen Erklärung. Der Grund war in beiden Fällen derselbe: Die thailändische Regierung hatte die Anforderungen verschärft und verlangte nun, dass die Botschaften die Richtigkeit der angegebenen Einkommen rechtlich garantieren müssten.

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Die Botschaften sahen sich dazu weder rechtlich in der Lage noch willens. In ihren offiziellen Stellungnahmen erklärten sie unmissverständlich: Konsularische Mitarbeiter hatten nie die tatsächlichen Einkommen ihrer Staatsbürger überprüft oder verifiziert. Ihre Rolle beschränkte sich darauf, die Identität der Person zu bestätigen, die eine eidesstattliche Versicherung unterschrieb. Die US-Botschaft formulierte es deutlich: Sie habe keinen Mechanismus, um die Einkommen amerikanischer Staatsbürger zu bestätigen, und könne rechtlich nicht vorgeben, dies zu tun.

Hinter dieser plötzlichen Änderung stand eine unangenehme Wahrheit, die in der Gemeinschaft ausländischer Rentner nur ungern diskutiert wurde. In den Jahren vor 2019 waren zunehmend Fälle aufgedeckt worden, in denen Ausländer mit Ruhestandsvisa wegen anderer Vergehen verhaftet wurden und sich dabei herausstellte, dass sie das erforderliche monatliche Einkommen von 65.000 Baht gar nicht bezogen. Sie hatten ihre Botschaften angelogen, und diese hatten die falschen Angaben unwissentlich bestätigt. Die thailändischen Behörden reagierten, indem sie von den Botschaften eine rechtliche Gewährleistung für die Richtigkeit der Angaben verlangten, was diese nicht leisten konnten oder wollten.

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Australien, Dänemark und der Dominoeffekt

Nach den USA und Großbritannien zogen Australien und später auch Dänemark nach. Innerhalb weniger Monate verschwand für Staatsbürger dieser vier Länder die Möglichkeit, ihr Ruhestandsvisum mit einer einfachen Botschaftsbestätigung zu verlängern. Für zehntausende Rentner bedeutete dies einen drastischen Einschnitt. Sie mussten ihre Finanzplanung grundlegend überdenken. Plötzlich war es notwendig, entweder eine Pauschalsumme von 800.000 Baht dauerhaft auf einem thailändischen Konto zu halten oder monatlich mindestens 65.000 Baht aus dem Ausland auf ein thailändisches Konto überweisen zu lassen und dies über zwölf Monate hinweg lückenlos zu dokumentieren.

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Für manche war dies ein Ärgernis, für andere eine echte Belastung. Rentner, die ihre Altersbezüge bislang in der Heimat verwaltet hatten, mussten sich nun mit thailändischen Banken, Wechselkursen und Überweisungsgebühren auseinandersetzen. Wer nicht über die erforderlichen liquiden Mittel verfügte oder aus verschiedenen Einkommensquellen lebte, die sich nur schwer als monatliches Einkommen nachweisen ließen, stand vor erheblichen Problemen.

Die Botschaften, die durchhielten

Interessanterweise stellten nicht alle Botschaften ihre Dienste ein. Länder wie Neuseeland, einige europäische Staaten und diverse andere Nationen bieten ihren Staatsbürgern weiterhin die Möglichkeit, Einkommensbescheinigungen zu erhalten. Die neuseeländische Botschaft in Bangkok beispielsweise verlangt für eine eidesstattliche Erklärung eine Gebühr und stellt diese nach Terminvereinbarung aus. Auch andere Botschaften haben ihre Verfahren beibehalten, teils weil ihre rechtlichen Rahmenbedingungen dies erlauben, teils aus pragmatischen Überlegungen.

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Diese uneinheitliche Situation führte zu einer bemerkenswerten Zweiklassengesellschaft unter den ausländischen Rentnern in Thailand. Während Amerikaner, Briten und Australier sich mit komplexen Banktransfers und strengen Dokumentationspflichten herumschlagen mussten, konnten Neuseeländer, Schweizer oder Franzosen weiterhin den bequemeren Weg gehen. Diese Ungleichbehandlung sorgte für Unmut und Verwirrung.

Was geschah in Chaeng Wattana

Der jüngste Vorfall, der in Online-Foren für Aufregung sorgte, ereignete sich im Oktober 2025 im Immigration Office Chaeng Wattana, der zentralen Anlaufstelle für Visafragen in Bangkok. Ein neuseeländischer Staatsbürger erschien mit einer aktuellen Einkommensbestätigung seiner Botschaft zur Verlängerung seines Ruhestandsvisums. Anders als in den Vorjahren akzeptierte die zuständige Sachbearbeiterin das Dokument nicht. Sie bestand darauf, Bankunterlagen zu sehen, die belegen, dass monatlich 65.000 Baht auf ein thailändisches Konto eingehen.

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Der Betroffene war perplex. Er hatte keine thailändische Bank, auf die er regelmäßig Geld überwiesen hätte. Wie in den Jahren zuvor verließ er sich auf die Botschaftsbestätigung. Die Situation eskalierte nicht weiter, aber der Mann verließ das Amt ohne die gewünschte Visaverlängerung und mit vielen offenen Fragen. War dies eine neue offizielle Politik oder handelte es sich um eine Einzelentscheidung einer übereifrigen Beamtin? Gab es eine stille Anweisung, auch die verbliebenen Botschaftsbestätigungen nicht mehr zu akzeptieren?

Gerüchte, Fakten und die Suche nach Klarheit

Seither brodelt die Gerüchteküche in den Gemeinschaften ausländischer Rentner. In Online-Foren und Facebook-Gruppen wird hitzig diskutiert. Einige berichten von ähnlichen Erfahrungen, andere konnten ihre Visa problemlos mit Botschaftsbriefen verlängern. Die thailändische Einwanderungsbehörde hat bislang keine offizielle Erklärung zu einer Änderung der Richtlinien abgegeben. Dies nährt Unsicherheit und Spekulationen.

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Es ist durchaus möglich, dass unterschiedliche Immigration Offices unterschiedliche Auslegungen praktizieren. Thailand ist bekannt dafür, dass Vorschriften nicht immer einheitlich angewendet werden. Was in Bangkok gilt, muss in Chiang Mai oder Phuket nicht zwingend genauso gehandhabt werden. Diese regionale Varianz macht die Situation für Betroffene noch unübersichtlicher.

Die rechtliche Grauzone

Ein zentrales Problem bleibt die rechtliche Grundlage. Die offiziellen thailändischen Immigrationsvorschriften nennen als Nachweismöglichkeiten sowohl den Kontostand als auch das monatliche Einkommen. Nirgendwo ist explizit festgelegt, dass eine Botschaftsbestätigung ausreicht oder nicht ausreicht. Jahrelang beruhte die Akzeptanz dieser Dokumente auf einer informellen Praxis, nicht auf einem kodifizierten Rechtsanspruch.

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Die Botschaften selbst haben das immer klargestellt. Die US-Botschaft formulierte es 2018 unmissverständlich: Eine notariell beglaubigte eidesstattliche Versicherung der Botschaft habe nie die Anforderung erfüllt, ein Mindesteinkommen für ein Langzeitvisum nachzuweisen. Es war eine Kulanzregelung, die von den thailändischen Behörden toleriert wurde. Solche Arrangements sind fragil und können jederzeit enden.

Warum Thailand die Regeln verschärfte

Aus Sicht der thailändischen Behörden ist die Verschärfung nachvollziehbar. Thailand möchte sicherstellen, dass ausländische Rentner tatsächlich finanziell abgesichert sind und nicht zur Belastung für das Sozialsystem werden. Die Fälle, in denen Rentner mit gefälschten oder falschen Einkommensnachweisen erwischt wurden, untergruben das Vertrauen in das System der Botschaftsbriefe.

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Zudem gibt es wirtschaftliche Überlegungen. Wenn ausländische Rentner ihr Geld auf thailändischen Konten halten oder es regelmäßig ins Land transferieren, fließt Kapital nach Thailand. Das stärkt die Banken und die Währung. Ein Rentner, der sein gesamtes Vermögen in Europa oder den USA belässt und nur das Nötigste nach Thailand bringt, trägt weniger zur lokalen Wirtschaft bei.

Die Folgen für Betroffene

Für Rentner, die sich bislang auf Botschaftsbestätigungen verließen, sind die möglichen Konsequenzen erheblich. Wer nicht über 800.000 Baht verfügt, die er dauerhaft in Thailand parken kann, muss sein Finanzmanagement umstellen. Das bedeutet: Jeden Monat mindestens 65.000 Baht von einem ausländischen auf ein thailändisches Konto überweisen und diese Transaktionen über zwölf Monate hinweg dokumentieren. Erst nach Ablauf dieser zwölf Monate kann man bei der Visaverlängerung die Einkommensmethode nutzen.

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Das klingt theoretisch einfach, kann aber praktisch kompliziert sein. Internationale Überweisungen sind mit Gebühren verbunden. Wechselkurse schwanken. Manche Banken erschweren regelmäßige Auslandsüberweisungen. Für Rentner, die aus mehreren kleineren Einkommensquellen leben, etwa verschiedenen Renten, Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, kann es schwierig sein, einen sauberen monatlichen Transfer von genau 65.000 Baht zu generieren.

Die Alternative: Das gebundene Kapital

Die andere Option, 800.000 Baht auf einem thailändischen Konto zu hinterlegen, bringt eigene Herausforderungen mit sich. Diese Summe entspricht umgerechnet etwa 20.000 bis 25.000 Euro, je nach aktuellem Wechselkurs. Das Geld muss zwei Monate vor der Visaverlängerung auf dem Konto sein und dort drei Monate nach der Verlängerung verbleiben. In der restlichen Zeit darf der Kontostand nicht unter 400.000 Baht fallen.

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Für manche Rentner stellt diese Summe einen erheblichen Teil ihres Vermögens dar. Sie in einem Land zu binden, dessen Währung und Bankensystem sie möglicherweise nicht vollständig vertrauen, ist keine leichte Entscheidung. Hinzu kommen praktische Fragen: Was geschieht im Todesfall? Wie schnell können Erben auf das Geld zugreifen? Welche Steuern fallen an?

Keine offizielle Bestätigung, keine Entwarnung

Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme der thailändischen Einwanderungsbehörde zu einer flächendeckenden Änderung der Richtlinien bezüglich Botschaftsbestätigungen von Ländern, die diese noch ausstellen. Das bedeutet: Rentner aus Neuseeland, der Schweiz, Frankreich und anderen Ländern bewegen sich in einer Grauzone. Ihr Botschaftsbrief könnte heute akzeptiert werden und morgen abgelehnt.

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Diese Unsicherheit ist für Menschen, die ihr Leben in Thailand eingerichtet haben, belastend. Viele haben Wohnungen gemietet, Partnerschaften geschlossen, soziale Netzwerke aufgebaut. Die Vorstellung, plötzlich das Land verlassen zu müssen, weil eine Visaverlängerung verweigert wird, ist beängstigend. Zumal die Möglichkeiten, in kurzer Zeit große Summen zu transferieren oder Finanzstrukturen umzustellen, begrenzt sind.

Lehren aus der Vergangenheit

Die Ereignisse von 2019 zeigen, wie schnell sich die Rahmenbedingungen ändern können. Innerhalb weniger Wochen verloren damals tausende Rentner eine Option, auf die sie sich jahrelang verlassen hatten. Die Übergangszeit war kurz, die Anpassungsanforderungen hoch. Wer jetzt noch mit Botschaftsbriefen arbeiten kann, sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.

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Es wäre klug, bereits jetzt alternative Nachweismöglichkeiten aufzubauen. Wer die finanziellen Mittel hat, könnte präventiv ein thailändisches Bankkonto mit dem erforderlichen Guthaben einrichten. Wer die Einkommensmethode nutzen möchte, sollte frühzeitig damit beginnen, regelmäßige Transfers nach Thailand zu etablieren und zu dokumentieren. Zwölf Monate braucht es, bis diese Nachweise bei einer Visaverlängerung verwendet werden können.

Die Rolle der Botschaften heute

Die Botschaften, die weiterhin Einkommensbestätigungen ausstellen, befinden sich in einer heiklen Position. Sie wissen, dass diese Dokumente möglicherweise bald nicht mehr akzeptiert werden. Gleichzeitig können sie ihre Staatsbürger nicht einfach im Stich lassen. Die neuseeländische Botschaft bietet den Service weiterhin an, macht aber keine Zusagen darüber, dass thailändische Behörden diese Bescheinigungen akzeptieren müssen.

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Einige Botschaften haben ihre Gebühren für notarielle Dienstleistungen erhöht, was als Versuch interpretiert werden könnte, die Nachfrage zu drosseln oder zumindest die Kosten zu decken. Die neuseeländische Botschaft verlangt 2.000 Baht für eine eidesstattliche Erklärung, andere Botschaften haben ähnliche oder höhere Gebühren. Zum Vergleich: Die Verlängerung eines Visums bei der thailändischen Immigration kostet 1.900 Baht.

Stimmen aus der Gemeinschaft

In den Online-Foren, in denen sich ausländische Rentner in Thailand austauschen, herrscht eine Mischung aus Besorgnis, Wut und Pragmatismus. Einige argumentieren, dass Thailand jedes Recht habe, seine Einwanderungsregeln zu gestalten, wie es für richtig halte. Wer hier leben wolle, müsse sich anpassen. Andere sehen darin eine Form der Schikane und beklagen mangelnde Transparenz und Planbarkeit.

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Besonders bitter ist die Situation für jene, die seit vielen Jahren in Thailand leben und plötzlich mit neuen Hürden konfrontiert werden. Ein Rentner, der seit zehn Jahren sein Visum ohne Probleme mit einem Botschaftsbrief verlängert hat, fühlt sich verständlicherweise vor den Kopf gestoßen, wenn ihm diese Option nun verwehrt wird. Manche sprechen von gebrochenem Vertrauen, andere von der Realität des Lebens in einem fremden Land, dessen Regeln man akzeptieren muss.

Vergleich mit anderen Ländern

Thailand ist nicht das einzige Land, das Einkommensnachweise für Rentner verlangt. Viele Nationen mit attraktiven Ruhestandsvisaprogrammen stellen ähnliche Anforderungen. Der Unterschied liegt oft in der Klarheit und Verlässlichkeit der Regelungen. In einigen Ländern sind die Anforderungen klar kodifiziert und werden einheitlich angewendet. In Thailand hingegen gibt es eine Tradition der flexiblen Auslegung, was einerseits Spielraum bietet, andererseits aber auch Unsicherheit schafft.

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Länder wie Portugal oder Spanien, die ebenfalls beliebte Ziele für Rentner sind, verlangen ebenfalls Einkommensnachweise, akzeptieren aber in der Regel Kontoauszüge und Rentenbescheide aus dem Heimatland. Die Notwendigkeit, Geld ins Land zu transferieren, ist dort weniger ausgeprägt. Das macht diese Destinationen für manche attraktiver, auch wenn sie in anderen Bereichen, etwa bei Lebenshaltungskosten oder Klima, weniger punkten mögen.

Ausblick und Handlungsoptionen

Für Rentner, die aktuell oder künftig in Thailand leben möchten, lautet die Devise: Vorbereitung und Flexibilität. Wer sich noch auf Botschaftsbestätigungen verlässt, sollte sich nicht darauf ausruhen. Der Aufbau alternativer Nachweismöglichkeiten ist ratsam. Das kann bedeuten, frühzeitig Geld nach Thailand zu transferieren und dort anzulegen, oder das System der monatlichen Überweisungen zu etablieren.

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Gleichzeitig ist es wichtig, informiert zu bleiben. Die Situation kann sich jederzeit ändern, sowohl zum Besseren als auch zum Schlechteren. Wer vernetzt ist, etwa in Online-Foren oder lokalen Gemeinschaften, erfährt schneller von Änderungen und kann rechtzeitig reagieren. Auch der direkte Kontakt zur eigenen Botschaft kann hilfreich sein, um über den Stand der Dinge informiert zu bleiben.

Eine weitere Option, die allerdings nicht für jeden in Frage kommt, sind alternative Visatypen. Thailand bietet verschiedene Langzeitvisa an, etwa das Elite Visa, das gegen eine hohe Gebühr langfristige Aufenthaltsrechte ohne laufende Einkommensnachweise gewährt. Für vermögende Rentner kann das eine attraktive, wenn auch teure Lösung sein.

Die Rolle der Transparenz

Ein zentrales Problem der aktuellen Situation ist der Mangel an klarer, offizieller Kommunikation. Rentner sind auf Gerüchte, Einzelberichte und Mutmaßungen angewiesen. Eine klare Stellungnahme der thailändischen Einwanderungsbehörde würde helfen. Entweder eine Bestätigung, dass Botschaftsbriefe weiterhin akzeptiert werden, oder eine offizielle Ankündigung, dass dies nicht mehr der Fall ist, inklusive einer angemessenen Übergangsfrist.

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Ohne solche Klarheit bleibt die Situation für Betroffene belastend. Niemand plant gerne seinen Ruhestand in Unsicherheit. Die thailändische Regierung täte gut daran, hier für Transparenz zu sorgen. Das würde nicht nur den Rentnern helfen, sondern auch dem Ruf Thailands als rentnerfreundliches Land zugutekommen.

Zwischen Pragmatismus und Prinzipien

Am Ende steht jeder Rentner vor der Entscheidung, wie er mit der Situation umgeht. Manche werden sich fügen und ihre Finanzen entsprechend umstellen. Andere werden möglicherweise nach Alternativen suchen, sei es in anderen Ländern oder in anderen Visa-Kategorien. Wieder andere werden versuchen, das System zu ihren Gunsten zu interpretieren und darauf hoffen, dass ihr Botschaftsbrief weiterhin akzeptiert wird.

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Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass das Leben als ausländischer Rentner in Thailand, so idyllisch es oft dargestellt wird, auch seine Herausforderungen mit sich bringt. Bürokratische Hürden, sich ändernde Regeln und die Abhängigkeit von Entscheidungen, auf die man keinen Einfluss hat, gehören dazu. Wer damit umgehen kann und bereit ist, sich anzupassen, wird weiterhin die Vorzüge des Landes genießen können. Wer starre Erwartungen und wenig Flexibilität mitbringt, könnte enttäuscht werden.

Eine Ära geht zu Ende

Die Geschichte der Botschaftsbriefe als Einkommensnachweis für thailändische Ruhestandsvisa nähert sich möglicherweise ihrem Ende. Was einst eine pragmatische und für viele bequeme Lösung war, entspricht nicht mehr den Anforderungen der thailändischen Behörden an Nachweissicherheit und Kapitalbindung. Die Erfahrungen seit 2019 zeigen, dass Thailand bereit ist, langjährige Praktiken zu beenden, wenn sie nicht mehr den eigenen Zielen dienen.

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Für die betroffenen Rentner bedeutet das eine Phase der Anpassung. Wer rechtzeitig reagiert und alternative Nachweismöglichkeiten aufbaut, wird die Veränderungen meistern können. Wer abwartet und hofft, dass alles beim Alten bleibt, läuft Gefahr, eines Tages vor verschlossenen Türen zu stehen. Die Botschaft ist klar: Flexibilität und Vorbereitung sind der Schlüssel zum erfolgreichen Ruhestand in Thailand.

Bitte beachten Sie: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Visaberatung. Wenn Sie eigene Erfahrungen mit dem beschriebenen Thema gemacht haben, laden wir Sie ein, diese in der Kommentarfunktion mit anderen zu teilen. Der Austausch echter Fälle hilft oft mehr als jeder Paragraph

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