Bangkok räumt auf: Über 800 Tuk-Tuks gepackt
Harte Strafen für Verkehrssünder
BANGKOK – Die thailändische Hauptstadt geht mit ungewöhnlicher Härte gegen rücksichtslose Tuk-Tuk-Fahrer vor. Allein in der ersten Julihälfte wurden 824 Dreiräder festgesetzt, weil sie vor Shopping-Malls wie Siam Paragon oder CentralWorld den Verkehr blockierten. Die Aktion ist Teil einer großangelegten Kampagne gegen das tägliche Verkehrschaos – und zeigt erste Erfolge.
Pathumwan im Fokus:
Wo Touristen und Tuk-Tuks kollidieren
Das Pathumwan-Distrikt, Herz von Bangkoks Einkaufswelt, leidet besonders unter wild parkenden Tuk-Tuks. Polizeioberst Sirichat Chanpromma bestätigte, dass Hunderte Fahrer gezielt Touristen abfingen und dabei ganze Fahrspuren lahmlegten. Die Folge: Staus, Hupkonzerte und genervte Anwohner.
Hinter der Offensive steht ein Befehl von Polizeichef General Kittirat Phanphuet, der härtere Kontrollen in der Metropolitan Police Division 6 anordnete. Sogar Vize-Polizeikommissar Oberst Nitiwat Saensing persönlich koordinierte die Einsätze – mit Streifen entlang der Phaya Thai Road und Rama 1 Road, den neuralgischen Punkten des Verkehrskollapses.
Neues Gesetz ab 16. Juli:
Tuk-Tuks müssen sich anpassen
Seit Mitte Juli gilt ein verschärftes Tuk-Tuk-Gesetz, das Fahrern in Innenstadtlagen strikte Regeln auferlegt:
✔ Nur noch Haltezonen für Fahrgastwechsel
✔ Kein Warten in zweiter Reihe
✔ Öffentlicher Führerschein Pflicht
„Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Strafen oder sogar Festnahmen rechnen“, warnt Oberst Sirichat. Schon jetzt zahlen rücksichtslose Fahrer bis zu 2.000 Baht (ca. 50 Euro) – für viele eine existenzielle Bedrohung.
Touristen-Hotspots als Brennpunkte
Vor allem die Malls rund um den Siam Square sind betroffen. Hier drängeln sich täglich 300+ registrierte Tuk-Tuks, um zahlungskräftige Ausländer einzusammeln. Leutnant Nattawut Panjachai, Leiter der Pathumwan-Patrouillen, setzt auf mehr Streifen und unangekündigte Kontrollen.
Doch die Branche wehrt sich: „Wir brauchen Parkplätze, nicht nur Strafen!“, klagt ein langjähriger Fahrer. Tatsächlich fehlen oft ausgewiesene Wartebereiche – doch die Stadtverwaltung will nun nachrüsten.
Kulturkampf auf Bangkoks Straßen
Tuk-Tuks sind Ikone und Ärgernis zugleich. Die aktuelle Kampagne markiert einen Wendepunkt: Tradition trifft auf moderne Verkehrspolitik. Ob die Fahrer umdenken? Die nächsten Wochen werden es zeigen.



