BANGKOK – Die Neujahrs-Reisewelle 2026 ist fast vorbei. Das Ergebnis gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Über acht Millionen Menschen waren unterwegs, doch die Unfallzahlen gingen zurück. Das Verkehrsministerium zieht eine durchwachsene, aber positive Bilanz.
8,2 Millionen Passagiere trotz leichtem Rückgang
Vom 30. Dezember 2025 bis zum 1. Januar 2026 nutzten insgesamt 8,2 Millionen Menschen den öffentlichen Verkehr in Thailand. Das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Der Großteil, etwa 7,45 Millionen, reiste innerhalb Thailands. Die beliebtesten Transportmittel waren die Eisenbahn auf Nord- und Südstrecken sowie Busse im Nordosten und Osten des Landes.
Bangkok blieb das wichtigste Drehkreuz für Flugreisen ins Ausland. Die internationale Mobilität sank leicht um 4,6 Prozent auf 809.000 Passagiere.
Sicherheits-Checks im Großaufgebot
Das Ministerium setzte während der Feiertage auf massive Kontrollen. An 222 Checkpoints wurden mehr als 47.000 Busse überprüft.
Nicht verkehrstüchtige Fahrzeuge wurden sofort aus dem Verkehr gezogen. Bei Bahnpersonal gab es Alkohol- und Drogentests ohne Beanstandungen.
Mehr als 2.700 Schiffe wurden inspiziert und erfüllten alle Sicherheitsvorschriften. Die Prävention zeigte offenbar Wirkung.
Weniger Unfälle, aber immer noch 91 Tote
Die Zahl der gemeldeten Verkehrsunfälle ging auf 684 zurück. Dabei kamen 91 Menschen ums Leben, 774 wurden verletzt.
Dies stellt einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar. Die Hauptunfallursache blieb überhöhte Geschwindigkeit.
Die meisten Crashs, oft mit Motorrädern, passierten auf geraden Straßenabschnitten. Bangkok, Khon Kaen und Nakhon Ratchasima verzeichneten die meisten Todesfälle.
Bahn bleibt sicherstes Verkehrsmittel
Der Schienenverkehr bewies erneut seine Zuverlässigkeit. Trotz zusätzlicher Sonderzüge auf Hauptstrecken wurden nur sechs kleinere Vorfälle gemeldet.
Dabei gab es lediglich eine Verletzung. In der Luft- und Schifffahrt gab es keine schwerwiegenden Zwischenfälle.
Die geringere Auslastung der Straßen und Autobahnen trug zu weniger Staus und kürzeren Reisezeiten bei.
Ministerium sieht sich bestätigt
Die koordinierten Verkehrslenkungsmaßnahmen und die frühzeitige Reiseplanung der Bevölkerung werden als Erfolgsfaktoren genannt.
„Die Neujahrsfeiertage haben gezeigt, dass Thailand in der Lage ist, große Reiseperioden zu managen und dabei die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten“, so eine Ministeriumssprecherin.
Dieser operative Rahmen soll nun auch für kommende lange Feiertage und Großereignisse angewendet werden.
Kritische Stimmen bleiben wachsam
Trotz der positiven Entwicklung mahnen Verkehrsexperten zur weiteren Vorsicht. 91 Tote in drei Tagen seien immer noch 91 zu viel.
Die hohe Zahl der Motorradunfälle deute auf ein anhaltendes Problem mit Fahrdisziplin und Schutzkleidung hin.
Die leichten Rückgänge bei den Reisendenzahlen könnten auch auf wirtschaftliche Zurückhaltung hindeuten, die die Straßen entlastet hat.
So geht es weiter
Das Verkehrsministerium will den eingeschlagenen Kurs beibehalten. Kontrollen, Aufklärung und Infrastruktur bleiben die Schwerpunkte.
Das Ziel ist klar: Die Zahl der Verkehrstoten in Thailand langfristig und signifikant zu senken. Der Neujahrs-Test 2026 war ein Schritt in die richtige Richtung – doch der Weg ist noch lang.
🗣 Erfolg oder nur eine Atempause?
Weniger Unfälle, weniger Staus – klingt nach Fortschritt.
Doch reicht ein besseres Jahr, um von echter Verkehrswende zu sprechen?
Oder war es nur Glück, gutes Timing und niedrigere Zahlen?
Was muss sich dauerhaft ändern, damit sichere Feiertage zur Regel werden – und nicht zur Ausnahme?



