PHUKET, THAILAND – Öl aus dem gesunkenen Frachter SEALLOYD ARC hat Strände der Racha-Inseln und des Südens von Phuket erreicht und löst einen großangelegten Einsatz zur Eindämmung und Reinigung aus. Behörden warnen vor erheblichen Risiken für Meeresumwelt und Tourismus, während Spezialteams auf See und an Land gegen die Verschmutzung ankämpfen.
Öl erreicht Touristenstrände
Die Behörde für Meeres- und Küstenressourcen (DMCR) meldete am 26. Februar, dass umfangreiche Ölteppiche die Patok Bay auf Koh Racha Yai und angrenzende Küstenabschnitte erreicht hatten.
Nach Angaben des Racha Islands Protected Area Management Centre in Phuket wurden vor dem The Racha Hotel in der Patok Bay dicke Ölflächen entdeckt, außerdem lagen sogenannte Teerklumpen an Strand und Felsen von Ao Tue, Ao Hla und Ao Siam.
Ausbreitung bis Phuket-Süden
Die Einsatzkräfte berichteten, dass anhaltende Westwinde das Öl weiter in das touristische Kerngebiet von Koh Racha drücken und damit besonders frequentierte Strände betreffen.
Die staatliche Nachrichtenagentur MCOT meldete am 27. Februar, dass Schweröl des unter panamaischer Flagge fahrenden Frachters inzwischen auch an den Stränden von Koh Kaew Phisadan und weiteren Küsten von Koh Racha angekommen sei.
Verschmutzung am Festland
Auf der Hauptinsel bestätigte die Gemeindeverwaltung Rawai, dass am 26. Februar Ölklumpen am beliebten Yanui Beach im Süden Phukets angespült worden seien.
Mitarbeitende der Gemeinde rückten gemeinsam mit dem Phuket Provincial Disaster Prevention and Mitigation Office aus, um die Ablagerungen so schnell wie möglich aus dem Sand zu entfernen.
Lecksuche am Wrack
Das Incident Command Center, das den Einsatz koordiniert, ordnete am späten 26. Februar dringende Maßnahmen an, um Lecks an den Unterwasser-Ölleitungen des Wracks zu schließen, die als Hauptquelle der laufenden Verschmutzung gelten.
Vizeadmiral Veerudom Muangchin, Direktor des Thai Maritime Enforcement Command Centre Region 3 (Thai-MECC 3) und Kommandeur des Einsatzstabs, wies die Versicherung des Schiffes an, die Rumpflecks schnellstmöglich abzudichten, um den weiteren Austritt an der Quelle zu stoppen.
Tauch- und ROV-Operationen
Von der Pier des 3rd Naval Area Command wurde die Fregatte HTMS Hua Hin westlich von Koh Kaew Noi in das Einsatzgebiet entsandt, an Bord Spezialkräfte und Taucher der Marinebasis Phang Nga.
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Zusätzlich wurden eine Unterwasser-Medizineinheit und eine Druckkammer bereitgestellt, um die Sicherheit der Taucher bei Einsätzen in großer Tiefe zu gewährleisten.
Erstes Leck abgedichtet
Ein Unterwassererkundungsteam nutzte ein ferngesteuertes Fahrzeug (ROV), um Entlüftungsrohre am Rumpf zu inspizieren, bevor Taucher einen Leckagepunkt an einem Ölauslassrohr an der Steuerbordseite mit speziellen Containment-Bags abdeckten.
Behörden erklärten, das Steuerbordleck sei erfolgreich abgedichtet worden, es sei dort kein weiterer Ölaustritt beobachtet worden.
Verdacht auf weiteres Hauptleck
Erste Bewertungen deuten laut Einsatzleitung jedoch darauf hin, dass sich die Hauptleckage auf der Backbordseite des Wracks befinden könnte.
Weitere ROV-Inspektionen seien geplant, und Taucher würden erneut abtauchen, sobald ein weiteres Leck bestätigt werde.
Schwierige Bedingungen auf See
Die Behörden betonten, das Abdichten der Austrittsquelle sei entscheidend, da der anhaltende Ausfluss aus dem Wrack die Eindämmung und Entfernung der Ölteppiche an der Oberfläche erheblich erschwere.
Trotz eines groß angelegten Einsatzes sei die Lage noch nicht vollständig unter Kontrolle, da starker Wind, hoher Wellengang und schwer berechenbare Unterwasserströmungen die Arbeit auf See erheblich behinderten.
Koordinierter Mehrbehörden-Einsatz
Nach Angaben des Incident Command Center arbeiten Einheiten unter Führung von Thai-MECC, der Royal Thai Navy Region 3, der Provinzverwaltung Phuket sowie weiteren lokalen und nationalen Stellen eng verzahnt zusammen.
Für Eindämmung und Reinigung wurden die Schiffe HTMS Hua Hin, HTMS Man Nok, HTMS Pun Yee, Patrol Boat 272, Patrol Boat 114 und MSCR 4012 eingesetzt, während Hubschrauber, Starrflügler und Drohnen die Ausbreitung der Ölteppiche aus der Luft überwachen.
Internationale Expertise und Prognosedaten
Zusätzliche Fachunterstützung kommt von der International Tanker Owners Pollution Federation (ITOPF), die weltweit auf Schiffsölunfälle spezialisiert ist.
Für die Einsatzplanung nutzen die Teams physikalische und geografische Daten wie Windmuster, Strömungen und Prognosen zur Drift der Ölteppiche, um Ressourcen gezielt zu steuern.
Logistische Engpässe
Die Tiefe von mehr als 60 Metern am Wrackstandort erschwerte zunächst Taucheinsätze und machte spezielles Gerät sowie Fachpersonal erforderlich, das die Versicherung organisierte.
Gleichzeitig verzögerten logistische Herausforderungen die Anlieferung wichtiger Ausrüstungen wie Ölsperren und Verankerungssystemen, die nötig sind, um Küstenlinien und Inselstrände besser zu schützen.
Risiken für Meeresleben
Die DMCR warnte, dass Ölunfälle weit über die sichtbare Verschmutzung der Strände hinaus eine gravierende Gefahr für marine Ökosysteme darstellen.
Beim Zerfall des Öls könnten Giftstoffe in die Nahrungsketten gelangen, Korallenriffe schädigen und seltene sowie geschützte Arten beeinträchtigen, weshalb gemeinsam mit Forschungszentren die Lage rund um die Racha-Inseln und andere betroffene Gebiete eng überwacht werde.
Monitoring und Strandreinigung
Spezielle Strandreinigungsteams wurden in Bereitschaft versetzt und werden nach Behördenangaben sofort dorthin entsandt, wo neue Ölanlandungen gemeldet werden.
Behörden riefen Unternehmen, darunter Hotels und Strandbetriebe, dazu auf, bei der raschen Entfernung von Ölablagerungen mitzuhelfen, um langfristige Umweltschäden zu begrenzen und das Image Phukets als Reiseziel zu schützen.
Ausblick und Meldewege
Der Einsatzstab zeigte sich zuversichtlich, dass mit dem Abdichten verbleibender Lecks die austretende Ölmenge allmählich sinken werde, wodurch sich die Oberflächenverschmutzung zurückziehen und die Reinigungsarbeiten effektiver werden könnten.
Personen, die Ölteppiche entdecken oder Hilfe auf See benötigen, sollen sich an die Maritime Security Command Region 3 wenden, die über eine 24-Stunden-Hotline unter der Nummer 1465 erreichbar ist.



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