Ölteppich vor Phuket: Droht Umweltkatastrophe?

Ölteppich vor Phuket: Droht Umweltkatastrophe?
Achadthaya Chuenniran, Bangkok Post

PHUKET, THAILAND – Ein aus einem gesunkenen Frachtschiff austretender Film aus raffinierten Mineralölerzeugnissen vor Phuket wird nach Angaben der Behörden derzeit nicht als unmittelbare Gefahr für benachbarte Inseln eingestuft. Fachleute der staatlichen Umweltbehörden verweisen auf Modellrechnungen, beobachten die Lage aber weiter sehr genau.

Lage vor der Südküste Phukets

Der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter Sealloyd Arc mit einer Tonnage von 4.339 Tonnen ist am Samstag etwa drei Seemeilen südlich von Laem Phromthep in der Andamanensee gesunken.

Das Schiff befand sich den Angaben nach auf dem Weg von Malaysia nach Bangladesch und hatte 297 Container an Bord, die alle mit dem Rumpf untergegangen sind.

Bewegung des Ölfilms

Nach neuesten Berechnungen aus einem Ölverschmutzungsmodell bewegt sich der ausgetretene raffinierte Kraftstoff in südwestliche Richtung auf offenes Meer hinaus.

Chanan Tiranarat, Leiter der Abteilung für Gewässerqualität in der Pollution Control Department, erklärte, dass ein Erreichen der nahe gelegenen Inseln mit empfindlichen Korallenriffen derzeit als unwahrscheinlich gilt.

Einschätzung der Behörden

„Auf Grundlage der aktuellen Situation sind alle Inseln weiterhin sicher vor dem Ölaustritt“, sagte Chanan am Dienstag.

Er betonte zugleich, man wolle die Entwicklung eng verfolgen, da sich Windverhältnisse und Meeresströmungen ändern könnten und damit auch der Drift des Ölfilms.

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Unterschied zu früherem Großunfall

Der Beamte verwies darauf, dass sich der Vorfall deutlich von dem Rohöl-Unfall von 2013 vor Ao Prao auf der Insel Koh Samet in der Provinz Rayong unterscheidet, der damals schwere Umweltschäden verursacht hatte.

Raffinierte Mineralölprodukte zerstreuen sich nach seinen Angaben leichter und können bei Behandlung mit Öldispergiermitteln schneller im Wasser gelöst werden.

Maßnahmen und Einsatzmittel

Die Pollution Control Department arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Department of Marine and Coastal Resources sowie dem Thai Maritime Enforcement Command Centre zusammen, um Auswirkungen auf Meer und Küsten zu prüfen.

Behördenvertreter seien befugt, bei Bedarf sofort Dispergiermittel einzusetzen, ohne vorherige Einzelgenehmigung, müssten aber im Nachgang die verwendeten Mengen melden, so Chanan.

Treibstoff an Bord und Bergungspläne

Zum Zeitpunkt des Unglücks führte die Sealloyd Arc rund 98 Tonnen Schweröl und 32 Tonnen Marinediesel, was bei Umweltorganisationen und Behörden Sorgen um mögliche Schäden an sensiblen Riffgebieten auslöst.

Parallel dazu laufen nach Behördenangaben Gespräche über eine mögliche Bergung des Wracks, die jedoch durch starke Strömungen in dem Seegebiet erheblich erschwert wird.

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Nach dem Untergang eines Frachters tritt Treibstoff aus, doch Behörden sehen aktuell keine Bedrohung für nahe Inseln. Trotzdem bleiben viele nervös – denn Wind und Strömungen können die Lage schnell verändern.
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Quelle: Bangkok Post

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