Sehr geehrte Redaktion,
ich lebe nun seit einigen Jahren in Thailand, und manchmal frage ich mich, wie leichtsinnig ich damals eigentlich war. Als ich nach Bangkok gezogen bin, hatte ich keine Krankenversicherung – ich dachte, das brauche ich nicht. Ich war gesund, voller Energie und wollte einfach nur dieses neue Leben genießen. Erst später habe ich begriffen, wie riskant dieser Entschluss wirklich war.
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Anfangs schien alles gutzugehen. Ich hatte kaum Arztbesuche nötig, und das System hier ist ja ohnehin anders als in Europa. Man zahlt, wenn man etwas braucht, und meistens ist es nicht teuer. Aber dann kamen die ersten Sorgen: Was wäre, wenn wirklich einmal etwas Schlimmes passiert? Einen Unfall kann man nicht planen, eine Krankheit auch nicht. Plötzlich war die Leichtigkeit weg, und ich merkte, dass ich so nicht weitermachen konnte.
Ich fing also an, mich nach einer passenden Versicherung umzuschauen. Doch schon nach den ersten Anfragen kam die Ernüchterung: mehrere Versicherer lehnten mich ab, teils wegen meines Alters, teils aus Gründen, die mir nicht einmal genau erklärt wurden. Das war frustrierend. Ich bin sicher, dass viele andere Auswanderer Ähnliches erleben. Man fühlt sich in solchen Momenten ziemlich allein, irgendwo zwischen den Welten – nicht mehr richtig versichert in Deutschland, und hier will einen kaum jemand aufnehmen.
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Trotzdem wollte ich nicht aufgeben. Ich suchte weiter und sprach mit anderen Deutschen hier, ließ mir Erfahrungen berichten, hörte Tipps und auch Warnungen. Ich wollte keine Luxus-Absicherung, kein übertriebenes Paket mit Leistungen, die ich nie nutzen würde. Mir ging es um etwas Bodenständiges, eine Lösung, die wirklich zu meinem Leben hier passt.
Schließlich entschied ich mich für eine Versicherung mit hoher Selbstbeteiligung. Das klingt für manche vielleicht unvernünftig, aber für mich war das genau der richtige Kompromiss. Die laufenden Kosten bleiben so niedrig, und ich weiß trotzdem, dass ich im Notfall abgesichert bin. Es ist ein gutes Gefühl, wieder etwas Kontrolle über diese Seite des Lebens zu haben.
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Auch die Zahlungsweise war mir wichtig. Ich zahle jetzt vierteljährlich, das passt viel besser zu meinem Budget und meinem Lebensrhythmus hier. In Thailand lebt man anders – das Geld fließt unregelmäßiger, man plant flexibler, und ich mag das. So fühlt sich die Versicherung nicht wie eine Last an, sondern eher wie ein verlässlicher Teil meines Alltags.
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Am Ende bin ich übrigens fündig geworden – bei Pacific Cross Thailand. Die haben mich nicht gleich abgewiesen, sondern wirklich mit mir gesprochen, ehrlich und auf Augenhöhe. Das war wohltuend nach all den Standardabsagen. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass jemand meine Situation versteht.
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Ich schreibe das alles nicht, um mich zu beklagen. Ganz im Gegenteil: Ich möchte Mut machen. Denn auch wenn man hier in Thailand viele Dinge selbst in die Hand nehmen muss, lohnt es sich, geduldig und pragmatisch zu bleiben. Man findet Lösungen, wenn man sucht, und manchmal ist der Weg dorthin genauso lehrreich wie das Ergebnis.
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Ich habe in dieser Zeit begriffen, dass Verantwortung übernehmen nicht immer heißt, alles perfekt zu machen. Es heißt, sich der Realität zu stellen und das Beste daraus zu machen. Für mich war das die wichtigste Lektion meines Lebens in diesem Land.
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Vielleicht liest das jemand, der gerade in einer ähnlichen Lage ist. Dann kann ich nur sagen: Gib nicht auf, rechne nach, vergleiche, frag herum. Irgendwo gibt es auch für dich die richtige Lösung. Und danach kannst du endlich wieder ruhig schlafen – wie ich jetzt, unter dem thailändischen Himmel, mit einem kleinen Stück Sicherheit im Gepäck.
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