Panik-Prophezeiung bringt Anzeige für Hellseherin

🔮⚖️📣 | Grenzkrieg vorhergesagt – nun droht Haft! Hat Wahrsagerin Plai Prai mit ihrer düsteren Prophezeiung über Thailands Grenzkonflikt Panik geschürt? Zwei Anwälte greifen durch.

Panik-Prophezeiung bringt Anzeige für Hellseherin
Facebook/ หมอปลาย พรายกระซิบ
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Hellseherin vor Gericht: 
Haftstrafe für falsche Kriegsprophezeiung? 

Thailands bekannteste Wahrsagerin Worracha „Plai“ Pinitrokakorn steht plötzlich selbst in der Schusslinie: Zwei Anwälte haben Strafanzeige erstattet, weil sie mit ihren düsteren Vorhersagen über einen bevorstehenden Grenzkrieg öffentliche Panik ausgelöst haben soll. Jetzt drohen ihr bis zu einem Monat Haft.

Die umstrittenen Prophezeiungen

Alles begann mit einem Interview am 2. August, in dem die als Plai Prai Krasip bekannte Hellseherin gleich mehrere explosive Vorhersagen machte. Neben der Ankündigung eines neuen, „egozentrischen“ Premierministers mit Anfangsbuchstabe „P“ bis Jahresende sorgte vor allem ihre Warnung vor unmittelbar bevorstehenden Kampfhandlungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze für Aufsehen.

„Die Leute sollten ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen“, hatte die Wahrsagerin mit düsterer Miene prophezeit. Ihre Aussagen verbreiteten sich wie ein Lauffeuer – und lösten bei vielen Gläubigen blanke Panik aus.

Anzeige wegen Volksverhetzung

Doch was als harmlose Wahrsagerei begann, könnte nun juristische Konsequenzen haben. Die Anwälte Kirdpon Kaewkird und Ronnarong Kaewphet zeigten Plai am 5. August bei der Polizei in Pak Kret an. Der Vorwurf: Verstoß gegen Paragraph 384 des thailändischen Strafgesetzbuches, der die Verbreitung falscher Informationen unter Strafe stellt.

„Es geht uns nicht darum, sie hart zu bestrafen“, betonte Anwalt Kaewkird. „Wir wollen nur verhindern, dass solche unverantwortlichen Aussagen weiterhin Menschen in Angst versetzen.“ 

Die Anwälte kündigten an, bei weiteren entdeckten Verstößen möglicherweise zusätzliche Anklagepunkte einzureichen.

Kritik von allen Seiten

Besonders deutlich wurde der ehemalige Drogenfahnder Rewat Klinkaysorn: „Sie sagte, es würde in ein bis zwei Tagen passieren. Nichts ist passiert. Wie will sie dafür Verantwortung übernehmen?“, fragte er öffentlich in den Sozialen Medien. 

Viele Kommentatoren stimmten ihm zu und warfen der Wahrsagerin vor, bewusst Panik zu schüren.

Doch nicht alle sehen das so kritisch. „In Thailand hat die Wahrsagerei eine jahrhundertealte Tradition“, gibt Kulturwissenschaftlerin Dr. Siriporn Yongchaiyut zu bedenken. „Die Leute vergessen oft, dass es sich um Interpretationen möglicher Zukünfte handelt, nicht um Fakten.“

Hellseherin im Krankenhaus – Ermittlungen stocken

Ironischerweise hatte die Hellseherin ihre eigene Krise offenbar nicht kommen sehen: Wegen „stressbedingter Gesundheitsprobleme“ liegt sie derzeit im Krankenhaus, was die polizeilichen Vernehmungen verzögert.

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Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Wo endet die Meinungsfreiheit, wo beginnt die Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit? In einem Land, wo selbst hochrangige Politiker regelmäßig Wahrsager konsultieren, könnte dieser Präzedenzfall weitreichende Folgen haben. Plais nächste Vorhersage wird mit Sicherheit genauestens unter die Lupe genommen werden.

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