PATTAYA, THAILAND – Nach dem Tod eines 15-jährigen Thai-Franzosen bei einem Motorradunfall in Nong Prue bittet seine Familie öffentlich um Hilfe, weil der mutmaßliche Fahrer, ein chinesischer Staatsbürger, nach dem Crash verschwunden sein soll.
Unfall am späten Abend auf der Pattanakan Road
Nach Angaben der 19-jährigen Kamolwan Kheerirak ereignete sich der Zusammenstoß am 20. Februar gegen 22 Uhr nahe eines Karaoke-Lokals an der Pattanakan Road im Unterbezirk Nong Prue.
Ihr Halbbruder Tommy Boulanger sei auf seinem Motorrad geradeaus unterwegs gewesen, als ein Pickup plötzlich rückwärts von der Seite auf die Straße setzte und die Spur blockierte.
Schwere Verletzungen und ein Kampf um jede Stunde
Tommy prallte laut Schilderung der Schwester mit voller Wucht ins Heck des Pickups, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.

Er kam zunächst ins Jomtien Hospital, musste wegen schwerer Kopfverletzungen aber verlegt werden, weil dort nach Darstellung der Familie keine spezialisierten Neurochirurgen verfügbar waren.
Über eine Million Baht Behandlungskosten
Im Bangkok Pattaya Hospital habe allein die Gehirnoperation 800.000 Baht gekostet, die Gesamtsumme inklusive Intensivstation habe mehr als eine Million Baht betragen.
Aus Angst, die private Behandlung nicht dauerhaft finanzieren zu können, habe die Familie den Jungen später in ein staatliches Krankenhaus verlegen lassen.
Tod nach sieben Tagen und nur noch 3 Prozent Hirnfunktion
Ärzte hätten schließlich mitgeteilt, Tommys Hirnfunktion liege nur noch bei 3 Prozent, er reagiere nicht mehr und sei dauerhaft auf ein Beatmungsgerät angewiesen gewesen.

Der 15-Jährige starb am 27. Februar nach insgesamt sieben Tagen im Krankenhaus, die Familie hielt anschließend traditionelle Trauerzeremonien ab.
Fahrer soll geflüchtet sein – Video soll alles zeigen
Die Polizei identifizierte den Fahrer laut Bericht als Wang Xian, einen chinesischen Staatsbürger, der unmittelbar nach dem Unfall vom Ort geflohen sein soll.
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Eine CCTV-Aufnahme soll den Moment des Aufpralls und das Verhalten des Fahrers zeigen, zudem gebe es Video, auf dem Beamte ihn mit Motorrädern bis zu einem nahegelegenen Anwesen verfolgen, wo er dann entkommen sei.
Kontakt abgebrochen – Familie fürchtet ein Versanden des Falls
Zunächst habe sich eine thailändische Frau, die im Namen des Fahrers auftrat, bei der Familie gemeldet, Entschädigung in Aussicht gestellt und im Krankenhaus nach dem Zustand des Jungen gesehen.
Dann habe sie eine Line-Chatgruppe mit der Nachricht verlassen, „Ich bin nicht direkt beteiligt; regelt das unter euch“, woraufhin jeglicher Kontakt abriss und die Familie glaubt, der Mann sei inzwischen aus der Gegend geflohen.
Haftbefehl und Belohnung – Fahnder suchen weiter
Die Nong Prue Police Station habe vom Pattaya Provincial Court einen Haftbefehl gegen Wang Xian erwirkt, unter anderem wegen rücksichtslosen Fahrens mit Todesfolge, Sachschaden und Fahrerflucht.
Die Mutter setzte nach Angaben der Familie eine Belohnung von 100.000 Baht für Hinweise aus, die zur Festnahme führen, während das Ermittlungsteam nach eigenen Angaben weiter aktiv nach dem Verdächtigen sucht.
Deine Meinung
Der Fall zeigt, wie schnell Unfallopfer und Angehörige zwischen hohen Behandlungskosten, Sprachbarrieren und der Frage nach Verantwortung aufgerieben werden.
Sollten Thailand und Herkunftsländer bei schweren Verkehrsstraftaten stärker zusammenarbeiten, damit mutmaßliche Fahrerflüchtige nicht einfach verschwinden können – was denken Sie dazu in den Kommentaren?



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