Phuket räumt auf: Neue Regeln nach Boots-Skandalen

Phuket räumt auf: Neue Regeln nach Boots-Skandalen
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PHUKET, THAILAND – Nach einem tödlichen Speedboot-Unfall und einem Großbrand an einem wichtigen Pier hat die Provinz Phuket umfassende Sicherheitsreformen für den maritimen Tourismus eingeleitet.

Tödliche Kollision vor Phi Phi Island

Am 11. Januar war nahe Koh Phi Phi ein Tour-Speedboot mit einem Fischtrawler zusammengestoßen. Dabei kam eine 17-jährige russische Touristin ums Leben, mindestens 20 weitere Menschen wurden verletzt.

Das Speedboot „Koravich Marine“ der Firma „A Time Company“ kollidierte rund fünf Seemeilen vor der beliebten Inselgruppe mit dem Fischereifahrzeug „Pichai Samut 1“. An Bord des Speedbootes befanden sich 55 Personen, darunter 50 Touristen.

Unter den Passagieren waren 33 russische Staatsangehörige, acht aus Kasachstan, vier aus Usbekistan, zwei aus Kirgistan, drei Polen, ein Brite sowie vier Thais. Die Region Phi Phi gehört zu den stärksten frequentierten Ausflugszielen für maritime Tagestouren.

Ermittlungen gegen Bootsführer und Drogenvorwurf

Der Fahrer des Speedbootes, ein 44-jähriger Mann namens Suriya, wurde von Phi Phi Polizeichef Pol. Col. Atthawat Suwannarat wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Zudem steht der Vorwurf der illegalen Besitzes und Nutzung von Methamphetamin im Raum.

Nach Angaben der Behörden wurde beim Fahrer Drogenkonsum festgestellt. Phuket Marine Office Direktor Adoon Raluekmoon betonte jedoch, dies sei lediglich ein sekundärer Faktor. Wichtiger sei, strukturelle Probleme durch konsequente Prävention und Kontrolle anzugehen.

Großbrand zerstört 24 Tourboote bei Chalong

Bereits am 7. Januar war es in der Chalong Bay, einem zentralen Ausgangspunkt für Inseltouren, zu einem weiteren schweren Zwischenfall gekommen. Ein Feuer nahe dem Chalong Pier zerstörte 24 Speedboote von 13 Touranbietern. Der Sachschaden wird auf über 40 Millionen Baht geschätzt.

Das Feuer brach zunächst auf einem Tour-Speedboot der Firma Nikorn Marine aus und griff anschließend auf weitere Boote über. Forensische Ermittler prüfen derzeit die Ursache, ein elektrischer Defekt gilt als wahrscheinlich.

Direktor Adoon verwies auf Ähnlichkeiten zu früheren Bränden in diesem Bereich. Die Marinebehörde überprüft daher historische Daten zu Mooring-Praktiken, elektrischen Systemen, Betankungsabläufen und der Betriebsführung der Unternehmen.

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Harte Auflagen für Betreiber und Crews

Die Vorfälle haben nach Einschätzung der Behörden langjährig gewachsene strukturelle Defizite im maritimen Tourismussektor offengelegt. Laut Adoon ließen sich diese nicht mit kurzfristigen Maßnahmen lösen.

Er kündigte ein Paket an Reformen an, das innerhalb von ein bis zwei Wochen umgesetzt werden soll. Dazu gehören:

• Verbot des Übernacht-Liegens von Tour-Speedbooten am Strand

• Strengere Regeln für das Ankern in Häfen und Buchten

Intensivere technische Inspektionen der Boote

Verpflichtende Drogentests für Besatzungsmitglieder

Erweiterte Schulungen für Crews

Deutlich härtere Strafen bei Sicherheitsverstößen

Boote mit Unfallhistorie sollen künftig häufiger kontrolliert und in ihrem Betrieb eingeschränkt werden. Zudem wird ein „Safe Boat“-Rating-System eingeführt, das Touristen bei der Wahl vermeintlich sicherer Anbieter unterstützen soll.

Konsequenzen bei Verstößen und Druck auf die Branche

Wiederholte Verstöße der Betreiber sollen zu gestaffelten Sanktionen führen, bis hin zu Aussetzung oder Entzug von Lizenzen. Adoon machte deutlich, dass Nichtbefolgung von Inspektionen sowohl verwaltungsrechtliche als auch strafrechtliche Folgen haben werde.

Die Behörden prüfen zudem, wie Informationen über Vorfälle transparenter gemacht werden können, ohne laufende Ermittlungen zu gefährden. Im Zentrum der Reformen steht laut Adoon die Wiederherstellung des Vertrauens in den maritimen Tourismusstandort Phuket.

Adoon sprach von einem Weckruf für den gesamten Sektor. Bleiben die strukturellen Probleme ungelöst, drohten weitere Unfälle, Verlust von Menschenleben, wirtschaftliche Schäden für Unternehmen und ein nachhaltiger Imageschaden für Phuket.

„All diese Maßnahmen zielen auf eines ab“, erklärte Adoon abschließend. „Dass Reisen auf dem Wasser in Phuket richtig kontrolliert, richtig überwacht und wirklich sicher sind.“

🗣 Wie viele Warnungen braucht ein System?

Ein totes Mädchen. Dutzende Verletzte. Zwei Dutzend ausgebrannte Boote. Und plötzlich spricht jeder von „strukturellen Problemen“. Warum braucht es erst Leichen und Feuer, bevor sich etwas bewegt?
Sind die angekündigten Reformen der Wendepunkt – oder nur das nächste Versprechen nach der nächsten Schlagzeile? Und würdest du heute noch unbesorgt in ein Tourboot steigen?

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Quelle: The Thaiger

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