PHUKET, THAILAND – Die thailändische Tourismusbehörde geht in Phuket verstärkt gegen mutmaßliche „Nominee“-Tourfirmen vor und hat zwei große Verstöße festgestellt. In einem Fall soll ein israelischer Staatsbürger als Direktor beteiligt sein, weshalb der Entzug der Lizenz vorbereitet wird.
Razzia gegen Touranbieter in Phuket
Am 8. April 2026 teilte das Registeramt für Reiseunternehmen und Fremdenführer (Südregion, Bezirk 2) mit, dass die Kontrollen am 6. April 2026 durchgeführt wurden.
Beteiligt waren das Tourismusministerium bzw. die zuständige Registrierungsstelle gemeinsam mit der Touristenpolizei der Provinz Phuket.
Fokus: Verstöße gegen das Tourismus- und Guide-Gesetz
Die Aktion diente laut Behörden der Ordnung und Bekämpfung von Verstößen nach dem Gesetz über Reiseunternehmen und Fremdenführer (B.E. 2551/2008).
Bei den intensiven Vor-Ort-Prüfungen wurden zwei größere Fälle festgestellt, gegen die nun Lizenzentzug und Geldbußen vorbereitet werden.
Verdacht auf „Nominee“-Konstruktion mit ausländischer Einflussnahme
In einem Unternehmen stellten die Prüfer nach eigenen Angaben bei einer vertieften Kontrolle Unregelmäßigkeiten fest, die auf eine verdeckte Stellvertreter-Struktur („Nominee“) hindeuten.
Als auffällig gilt demnach eine Änderung der Geschäftsführungs-/Direktorenstruktur nach Erteilung der Lizenz.
Israelischer Direktor: Lizenzentzug wird vorbereitet
Nach Behördenangaben besteht die aktuelle Direktion aus zwei Personen: einem thailändischen und einem israelischen Staatsbürger.
Dies werde als fehlende Qualifikation nach Abschnitt 17(1)(a) des Gesetzes gewertet, wonach mehr als die Hälfte der Direktoren thailändische Staatsangehörige sein müssen.
Behörden: Schutz von Image und Interessen thailändischer Anbieter
Die Registrierungsstelle kündigte an, die Lizenz des betroffenen Unternehmens umgehend zu widerrufen, um Schäden für das Tourismusimage zu verhindern.
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Zugleich verweist die Behörde auf den Schutz der wirtschaftlichen Interessen thailändischer Akteure im Tourismussektor.
Zweiter Fall: Betrieb am falschen Standort ohne korrekt gemeldete Filiale
Am selben Tag wurde ein weiteres Tourunternehmen überprüft, das zwar regulär registriert war, jedoch beim Firmensitz gegen Vorgaben verstoßen haben soll.
Demnach wurde am Standort gearbeitet, der nicht der Lizenzangabe entsprach, und eine Filiale sei nicht ordnungsgemäß registriert worden, was als Verstoß nach Abschnitt 22/2 gewertet wird.
Signal an ausländische Kapitalgruppen und „Strohmann“-Modelle
Die Behörden bezeichneten die Operation als Warnsignal an Betreiber, die sich rechtswidrig im Markt bewegen, insbesondere an ausländische Kapitalgruppen, die Thais als Nominees einsetzen.
Gleichzeitig betonten sie, dass die Maßnahmen der Transparenz im Tourismussektor dienen und regelkonforme thailändische Unternehmen schützen sollen.
Deine Meinung
Sollte Thailand bei Tourfirmen mit ausländischer Beteiligung noch strenger kontrollieren, oder braucht es vor allem klarere und schnellere Verfahren für legale Geschäftsmodelle?
Wie erlebt ihr die Situation in Phuket: mehr Qualität und Fairness durch Kontrollen – oder spürt ihr negative Folgen für Angebot und Preise? Diskutiert in den Kommentaren.



Der praktizierte Protektionismus fördert ganz bestimmt nicht die Qualität der Dienstleistungen. Ganz im Gegenteil. Er schützt allein thailändische Anbieter vor (vermeintlich) besserer Konkurrenz. Das ist ja keine neue Erkenntnis. Ganz im Gegenteil. Im Lauf der Jahre wurden nur die Zügel immer stärker angezogen. Und jetzt wo der Kuchen kleiner wird, wird der Verteilungskampf eben noch härter. Es ist ja nachvollziehbar, dass nicht gerade wenige Ausländer gerne dauerhaft bleiben würden. Nur sich hier die Brötchen mit halbseidenen Methoden verdienen zu wollen ist ein besonders dumme Idee. Thailand will in der Regel keine ausländischen Investitionen und Konkurrenz schon zweimal nicht. Ob man das für gut oder schlecht hält ist völlig egal. Es ist eben wie es ist. Und darauf haben wir Ausländer keinen Einfluss. Das muss man akzeptieren oder gehen. Und wer das nicht glaubt wird es über kurz oder lang auf die harte Tour lernen müssen.