Phuket: Schon wieder Kranunfall

Phuket: Schon wieder Kranunfall
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PHUKET, THAILAND – Eine schwere Stahlstange ist von einem Kran eines Luxuswohnprojekts in ein benachbartes Wohnhaus gestürzt und hat dort massiven Schaden angerichtet. Verletzt wurde niemand, doch der Fall hat auf der Ferieninsel erhebliche Sicherheitsbedenken und einen Streit um Verantwortlichkeiten ausgelöst.

Unfall in der Nähe von Surin Beach

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 14. Januar 2026 gegen 20 Uhr im Ortsteil Choeng Thale im Bezirk Thalang. Dort entsteht nahe dem bekannten Surin Beach das Luxusprojekt „The Petit Tycoon by The Chardonnay“ in der Soi Surin 8/3.

Von einem Kran des Projekts stürzte nach bisherigen Angaben eine große Stahlbewehrungsstange ab und durchschlug das Dach eines unmittelbar angrenzenden Hauses. Die Stange steckt weiterhin sichtbar im Gebäude, bislang wurden keine Reparaturen begonnen.

Anwohnerin geschockt – Kinder und Pflegefall im Haus

Am 15. Januar 2026 veröffentlichte die Phuket-basierte Facebook-Seite „โหดจัง จังหวัดภูเก็ต“ ein 1 Minute 12 Sekunden langes Video, das die Folgen des Unfalls zeigt. Die Hausbesitzerin filmt die Schäden und wirkt deutlich mitgenommen.

In ihrem Bericht schildert sie, dass sie bereits zuvor unter Problemen im Zusammenhang mit dem gleichen Bauprojekt gelitten habe. So habe eindringendes Wasser zuvor Risse im Haus verursacht, zudem sei Regenwasser vom Dach auf mehrere geparkte Autos gelaufen.

Die nun herabgestürzte Stange sei, so die Frau, außergewöhnlich groß gewesen und genau in einem Bereich eingeschlagen, in dem Familienmitglieder normalerweise sitzen und arbeiten. Sie habe den Eindruck gehabt, dass das ganze Haus durch den Aufprall bebte. Im Gebäude leben nach den Angaben aus der Videobeschreibung auch kleine Kinder und ein bettlägeriger Patient.

Welle der Kritik in sozialen Netzwerken

Der Facebook-Post trug die Warnung, Phuket sei keine Ausnahme, und beschrieb, dass Bewohner in Angst lebten und fürchteten, der Vorfall könne sich wiederholen. Nutzer kommentierten zahlreich und verwiesen auf zunehmende Gefahren durch städtische Verdichtung und Baukräne.

Viele stellten die Frage, wer die Verantwortung trüge, wenn die Stahlstange eine Person getroffen hätte. Zudem wurde das Unternehmen kritisiert, Sicherheitsstandards nicht ausreichend beachtet zu haben.

Einige Kommentatoren rieten der Hausbesitzerin, einen unabhängigen Ingenieur oder Gutachter zu beauftragen und nicht allein auf Personal des Projekts zu setzen. Andernfalls könne sie im möglichen Streit um Schadenersatz im Nachteil sein. Mehrere Stimmen hoben hervor, es sei reines Glück, dass es weder Verletzte noch Tote gegeben habe – vor dem Hintergrund weiterer aktueller Kranunfälle im Land.

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Polizei ermittelt – Zuständigkeit weiter unklar

Nach dem Vorfall erstattete die Hausbesitzerin Anzeige bei der Polizeistation Choeng Thale. Ermittler nahmen den Schaden vor Ort auf und trafen sich mit einem Vertreter des Wohnprojekts.

Trotz dieser Gespräche blieb die Zuständigkeitsfrage ungeklärt. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts sollen sich Beteiligte gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Konkrete Vereinbarungen zu Reparaturen oder Entschädigungen gibt es bisher nicht.

Damit bleibt das betroffene Haus weiterhin beschädigt – und eine schwere Stahlstange aus einem Kran steckt noch immer im Mauerwerk, während die Diskussion um Baumängel und Sicherheit in Phuket anhält.

Eine Stahlstange fällt vom Kran – und bleibt im Haus stecken.
Kein abgesperrtes Areal. Kein Industriehof. Sondern ein Zuhause mit Kindern und einem bettlägerigen Menschen.
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Quelle: KhaoSod English

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