Phuket: Stärkste Hochsaison seit fünf Jahren

Phuket: Stärkste Hochsaison seit fünf Jahren
AOTGA

PHUKET, THAILAND – Phuket hat nach Angaben der Tourismusbranche die stärkste Hochsaison der vergangenen fünf Jahre erlebt und die Vor-Covid-Zeit bei Ankünften und Pro-Kopf-Ausgaben klar übertroffen.

Rekordhoch in Hochsaison und Prognosen

Der Präsident der Phuket Tourist Association, Thaneth Tantipiriyakit, erklärte, das Wachstum seit Ende 2025 und in der Prognose für das erste Quartal 2026 liege sowohl bei den Besucherzahlen als auch bei den Ausgaben pro Person über dem Niveau vor der Pandemie. Haupttreiber seien mehr Direktflüge, vor allem aus Europa, sowie mehrere Großveranstaltungen auf der Insel.

„In Spitzenzeiten sehen wir derzeit zwischen 60.000 und 80.000 Ankünfte pro Tag auf der Insel“, sagte Thaneth. Neu sei nicht nur die Menge, sondern auch die Struktur der Gäste: Aufenthalte würden länger, Ausgaben höher und Reisen stärker über das Jahr verteilt.

Die Tourismusorganisation rechnet damit, dass internationale Gäste über 80% der Einnahmen ausmachen. Für 2025 wird ein Gesamtvolumen von rund 550 Milliarden Baht erwartet – etwa 10% mehr als im Vorjahr. Für 2026 prognostiziert Thaneth einen weiteren Anstieg auf etwa 605 Mrd. Baht und 5–6 Millionen internationale Ankünfte jährlich über Phuket, jeweils über Vor-Pandemie-Niveau.

Fokus auf Qualität statt Masse

Thaneth betonte, private Akteure und die Tourism Authority of Thailand (TAT) verfolgten inzwischen eine gemeinsame Strategie, die Qualitätstourismus über reines Volumen stelle – auch wegen bestehender Infrastrukturengpässe.

„Wir jagen nicht mehr nur Schlagzeilen mit hohen Besucherzahlen“, sagte er. Man konzentriere sich auf Gäste, die länger bleiben, mehr ausgeben und verantwortungsvoll reisen. „Wenn wir zu viele Menschen holen, ohne die Infrastruktur zu verbessern, trifft das die Bewohner noch stärker und gefährdet langfristig unsere Position als Premium-Ziel“, warnte er.

Nach Daten des Tourismusministeriums verzeichnete Phuket von Januar bis November 2025 insgesamt 12,74 Millionen Besucher und Einnahmen von 491,6 Mrd. Baht, noch vor Beginn der Hauptsaison. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 76,49%, im November nahe 79%.

Neue Direktflüge und starke Fernmärkte

Ein aktueller Bericht der TAT stützt den Optimismus der Branche. Siriwan Seeharach, Direktorin des TAT-Büros Phuket, berichtete, dass zwischen Oktober und Dezember mehr als drei neue internationale Airlines Direktverbindungen nach Phuket aufgenommen hätten.

Dazu zählen Air France mit Flügen aus Paris, Norse Atlantic Airways aus Schweden und Norwegen sowie Centrum Air aus Usbekistan. Die zusätzliche Kapazität stärkte insbesondere die Fernmärkte Europa, Großbritannien, Deutschland, USA sowie die GUS-Staaten, erläuterte Siriwan. „Direktflüge sind ein Schlüsselfaktor“, sagte sie. „Sie machen Phuket für zahlungskräftige Märkte zugänglicher und fördern längere Aufenthalte, vor allem in der Wintersaison.“

Reiseboom soll anhalten

Für die Neujahrsperiode vom 31. Dezember bis 4. Januar erwartete die TAT Phuket mehr als 325.000 Reiseankünfte. Die durchschnittliche Hotelauslastung über 1.883 Hotels wurde mit 80,76% prognostiziert, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4,01 Tagen und einem Verhältnis von 30% inländischen zu 70% ausländischen Besuchern.

Allein heimische Gäste sollten in diesem Zeitraum Einnahmen von über 1,14 Mrd. Baht generieren, mit ausländischen Ausgaben im mehrstelligen Milliardenbereich.

Veränderte Marktstruktur und Ausgabenmuster

Nach Angaben des Ministeriums stellten ausländische Gäste fast 74% aller Besucher. Die fünf wichtigsten Herkunftsmärkte waren Russland, China, Indien, das Vereinigte Königreich und Australien. Die durchschnittlichen Tagesausgaben lagen bei 8.700 Baht pro Person, bei Ausländern bei 9.100 Baht, bei thailändischen Gästen bei 5.100 Baht.

Thaneth sieht in diesen Zahlen einen strukturellen Wandel gegenüber der Vor-Covid-Ära. „Die Marktstruktur hat sich klar verändert“, sagte er. Russland, Indien und China blieben zwar Schlüsselmärkte, doch Europa und der Mittlere Osten legten stark zu. Europäische Gäste buchten früher, blieben länger und kämen inzwischen auch in der sogenannten Green Season.

China erhole sich langsamer und liege bei rund 30% des früheren Niveaus, zeige aber großes Potenzial: Die Ausgaben pro Reise seien im Schnitt bis zu viermal höher als vor der Pandemie, bei durchschnittlich etwa sieben Übernachtungen.

Kunst, Festivals und neue Zielgruppen

Neben der Fluganbindung spielen laut Siriwan große Events eine zentrale Rolle, um Phuket jenseits des klassischen Strandurlaubs zu positionieren.

Die Thailand Biennale Phuket 2025, die noch bis zum 30. April 2026 läuft, soll die Insel als globales Ziel für zeitgenössische Kunst und Kultur profilieren. Installationen verteilen sich auf Standorte wie Sala 4 Gor Artland, Sala Yongwon, den Nai Harn Beach und weitere Gemeinschaftsflächen und lenken Besucher bewusst in lokale Gemeinden.

Auch die Feiern zum Jahreswechsel zogen große Massen an, darunter das „Patong Festival 2025: Patong Paradise“, die Kamala Bay New Year Firework Extravaganza und die jährliche Phuket Local Products Fair in Saphan Hin. „Diese Veranstaltungen steigern die Pro-Kopf-Ausgaben und verteilen Einkommen in verschiedene Gemeinden“, sagte Siriwan. Zugleich stärke dies das Bild Phukets als mehr als nur Strandziel.

Infrastruktur bleibt Engpass und Risiko

Trotz der positiven Zahlen warnen Behörden und Branchenvertreter vor den Grenzen der bestehenden Infrastruktur. Thaneth betonte, unkontrolliertes Wachstum könne die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Insel schwächen – insbesondere im Bereich Verkehr, Staus, Abfallmanagement und öffentliche Dienste.

„Phuket hat weiterhin Infrastrukturprobleme“, sagte er. Unbegrenztes Wachstum an Touristenzahlen passe nicht zum Ziel, ein Ziel für Wellness und hohe Lebensqualität zu werden und belaste die lokale Bevölkerung.

Er lobte jüngste Maßnahmen der Polizei zur Verbesserung des Verkehrsflusses, etwa Anpassungen entlang der Thepkrasattri Road. Die Fahrzeit zwischen Phuket Town und dem Flughafen sei außerhalb der Hauptverkehrszeiten auf etwa 40 Minuten gesunken. „Diese Maßnahmen sind nicht immer bequem für Menschen vor Ort, aber sie sind notwendig“, so Thaneth.

Nationale Rekorde und Ausblick auf 2026

Landesweit meldete die TAT, dass 10 Millionen Fernreisende im Jahr 2025 überschritten wurden – ein historischer Rekord. Europa allein kam auf 7,6 Millionen Ankünfte, ein Plus von 12,6%, die Amerikas trugen 1,5 Millionen bei, ein Zuwachs von 7%.

Der britische Markt zeigte sich besonders stark: Erstmals seit Covid überstieg die Zahl der Ankünfte wieder die Marke von einer Million. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise lagen zwischen 60.000 und 70.000 Baht, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von mehr als 17 Nächten.

Für zusätzliches Wachstum sollen neue Flugangebote sorgen. British Airways plant, ab März 2026 ganzjährig zwischen London und Bangkok zu fliegen. Virgin Atlantic bereitet einen Direktflug London–Phuket für die Wintersaison 2026/27 vor.

Weltkonferenzen und das Management der Nachfrage

Mit Blick auf 2026 bereitet sich Phuket zudem auf sechs internationale Großveranstaltungen vor, darunter die GSTC Global Sustainable Tourism Conference, die InterPride World Conference, den Global Wellness Summit sowie große Musik- und Kulturfestivals.

„Diese Veranstaltungen werden qualitätsorientierte Gäste anziehen und Einnahmen auf der ganzen Insel verteilen“, sagte Thaneth. Sie stärkten die Position Phukets als Destination von Weltrang.

Beim Übergang in das Jahr 2026 sehen Branchenvertreter die zentrale Herausforderung nicht mehr in der Erholung, sondern im Management des Booms. „Die Nachfrage ist da“, sagte Thaneth. „Jetzt geht es darum, wie gut wir sie steuern – um Bewohner zu schützen, die Umwelt zu bewahren und sicherzustellen, dass Phuket ein Ort bleibt, an den Menschen zurückkehren wollen.“

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Quelle: The Phuket News

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