Phuket-Taxis rebellieren gegen App-Konkurrenz

Phuket-Taxis rebellieren gegen App-Konkurrenz
Photo by Viktor SOLOMONIK on Unsplash

PHUKET – Die Stimmung kocht über. Traditionelle Taxifahrer auf der Trauminsel Phuket drohen mit einem Generalstreik am 15. Januar. Ihr Ziel: Die Regierung soll endlich durchgreifen und illegale Konkurrenz von Ride-Hailing-Apps stoppen.

Der Streikaufruf: „Schluss mit den illegalen Fahrern!“

Über die Facebook-Seite „Phuket Andaman News“ machte eine Gruppe von Taxifahrern ihren Ärger öffentlich. Sie fordern die Medien auf, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Der Kern des Protests: Viele Fahrer, die über Apps wie Grab oder Bolt buchbar sind, operierten illegal. Sie hätten ihre Fahrzeuge nicht als öffentliche Verkehrsmittel umgemeldet.

Das bedeutete: Keine gelben Nummernschilder, keine spezielle Fahrerlaubnis für Personenbeförderung. Die etablierten Taxifahrer fühlen sich betrogen, weil sie alle Auflagen erfüllen mussten.

Jahrealter Konflikt eskaliert

Der Streit zwischen den „alten“ Taxis und den „neuen“ App-Fahrern schwelt seit Jahren. Immer wieder gab es verbale Auseinandersetzungen und sogar tätliche Angriffe.

Erst diese Woche wurde ein App-Motorradtaxifahrer in Patong von traditionellen Taxifahrern angegriffen. Das Opfer suchte online nach Gerechtigkeit – die Polizei schritt bisher nicht ein.

Die Taxifahrer werfen den App-Kollegen vor, ihnen an Hotspots wie Flughafen oder Strand die Passagiere wegzuschnappen und Zufahrten zu blockieren.

Urlauber sind gespalten – das Netz auch

In den sozialen Medien tobt eine hitzige Debatte. Viele Nutzer zeigen Verständnis für die streikenden Taxifahrer. „Das Gesetz muss für alle gelten, das ist eine Frage der Sicherheit“, schreibt einer.

Doch eine starke Fraktion stellt sich hinter die App-Dienste. Sie loben die Transparenz der Preise und die Bezahlung per App.

„Die normalen Taxis verweigern oft das Taxameter und verlangen Fantasiepreise. Bei der App weiß ich vorher, was ich zahle“, ist ein häufiger Kommentar. Einige wittern sogar eine Chance: Ein Streik würde die Nachfrage nach Apps nur erhöhen.

Was der Streik für Touristen bedeuten könnte

Sollte der Streik am 15. Januar tatsächlich stattfinden, droht auf der vielbefahrenen Insel ein massives Verkehrschaos. Tausende Urlauber könnten am Flughafen oder ihren Hotels feststecken.

Die lokalen Behörden haben sich noch nicht offiziell zu den Drohungen geäußert. Der Druck auf den Gouverneur und die Verkehrsbehörde wächst jedoch stündlich.

Die Taxifahrer fordern kein Verbot der Apps, sondern nur deren reguläre Lizenzierung. Sie wollen einen fairen Wettbewerb auf gleicher rechtlicher Grundlage.

Die große Frage: Wer gewinnt den Preiskampf?

Hinter dem Konflikt steht ein fundamentaler Wandel. Die Gäste, vor allem internationale Touristen, schätzen die Bequemlichkeit und Planbarkeit der digitalen Dienste.

Die traditionellen Taxis hingegen kämpfen um ihr wirtschaftliches Überleben. Ihre Forderung nach gleichen Regeln ist nachvollziehbar.

Die Regierung steht in der Zwickmühle: Sie muss die etablierte Branche schützen, ohne innovationfeindlich zu wirken. Die Lösung könnte eine schnelle und strenge Kontrolle aller Fahrer sein. Der Countdown bis zum 15. Januar läuft.

🗣 Ordnung schaffen – oder den Fortschritt stoppen?

Hier prallen zwei Welten aufeinander: traditionelle Taxis, die Regeln einhalten müssen – und App-Fahrer, die für viele günstiger, bequemer und transparenter sind.

Doch was ist fairer: konsequente Kontrollen für alle oder ein System, das sich der Realität anpasst?
Und was schadet Phuket mehr – illegale Fahrer oder ein Taxi-Streik mitten im Tourismusbetrieb?
Auf wessen Seite stehst du – und warum?

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Quelle: The Thaiger

9 Kommentare zu „Phuket-Taxis rebellieren gegen App-Konkurrenz

  1. Der Ruf der Taxis und Tuk Tuks in Phuket war schon zu der Zeit, als ich dort lebte, nicht besonders positiv. Und das hat sich bis heute anscheinend nicht geändert, dadurch haben die App-Dienste logischerweise auch mehr Fahrten. Ich war letztes Jahr noch da und nehme natürlich einen privaten Fahrer vom und zum Airport, wie in Pattaya oder Bangkok auch.

  2. Da kann man als Taxiosi schon mal verzweifeln. Endlich hat man die Behörden dazu gekriegt die App-Mietwagen völlig überflüssigerweise zu kriminalisieren und dann kümmert das niemanden. Weder die App-Fahrer und schon zweimal nicht die User. Dieses Ungeziefer von Konkurrenz, noch dazu wesentlich besser und günstiger wird man eben nicht so schnell wieder los. Scheiß Internet, oder?

  3. „traditionelle Taxis, die Regeln einhalten müssen“
    Dazu gehört für mich zuerst ein funktionierendes Taxameter. Ich habe gelernt, dass dieses im Normalfall „defekt“ ist und buche üblicherweise bei Bolt. Ist signifikant billiger.

  4. Jahrelang den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen und den Wandel, auch zu mehr Kundenfreundlichkeit verschlafen. Jetzt sind natürlich die anderen Schuld. Na Klar! Das Alleinstellungsmerkmal ist weg. Wenn ich für eine Fahrt 235THB bezahle, statt 600THB und dieser Preis ist schon 200THB billiger als vorher, dann ist doch klar, was ich für ein Taxi benutze. Ich habe einen Bekannten als Taxifahrer, der möchte maximal 1-2 Fahrten am Tag haben und fertig. Er findet das völlig normal und ist auch nicht davon zu überzeugen, dass man eigentlich 8 Std. am Tag arbeiten kann(soll). Und jetzt weinen, weil man keine Aufträge mehr bekommt. Sorry, blöd gelaufen.

  5. Als reguläres Taxi kann man doch auch Grab oder Bolt anbieten.
    Da kann man halt nicht so abzocken…

    Warum greifen die Behärden nicht durch, das Taximeter einzuschalten?
    Taximafia….

  6. Die Taxifahrer sind selbst Schuld, und zwar überall in Thailand. Fast nirgendwo wird das Taxameter eingeschaltet. Statt dessen werden die Touristen abgezockt. Das Vertrauen ist dahin, die Kunden laufen weg zu Grab und Bolt.
    Wie wäre es mal mit einer Ehrlichkeitsoffensive?

  7. Taxis und Tuk Tuks waren schon immer Halsabschneider
    Die sollen mal am Abend einen ehrlichen Preis anbieten, hauptsächlich die Tuk Tuks
    Nur noch Bolt oder Grab gibt es für mich

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