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Politische Krise: Gerichtsurteil soll verschoben werden

Politische Krise: Gerichtsurteil soll verschoben werden
"Paetongtarn Shinawatra" by Thiện Ân is licensed under CC PDM 1.0

Pheu Thai bittet um Aufschub: 
Wird Ministerpräsidentin abgesetzt? 

Die thailändische Regierungspartei Pheu Thai hat das Verfassungsgericht aufgefordert, die Entscheidung über die mögliche Absetzung von Premierministerin Paetongtarn Shinawatra um sechs Monate zu verschieben. Hintergrund ist ein geleaktes Telefonat mit Kambodschas Senatspräsident Hun Sen – doch die Partei argumentiert mit nationalen Krisen.

Regierung warnt vor Führungsvakuum

In einem dringlichen Appell betont die Pheu Thai-Partei, dass Thailand in einer entscheidenden Phase stecke. Grenzkonflikte mit Kambodscha, Handelsstreitigkeiten und wirtschaftliche Herausforderungen erforderten stabile Führung – keine kommissarische Lösung. „Die Nation braucht jetzt Kontinuität, nicht Ungewissheit“, erklärte Pheu Thai-Abgeordneter Cherdchai Tantisirin.

Sollte das Gericht dennoch gegen Paetongtarn entscheiden, hat die Partei bereits einen Plan B: Der ehemalige Justizminister Chaikasem Nitisiri würde als Ersatzkandidat antreten. Falls auch das scheitert, bliebe nur noch die Auflösung des Parlaments – ein Schritt, den Pheu Thai als letzten Ausweg betrachtet.

Paetongtarn zeigt sich gelassen 
aber schweigt zu Gerüchten

Während die politische Spannung steigt, wirkte die Premierministerin bei einer buddhistischen Zeremonie zu Ehren von Königin Sirikit ruhig. Journalisten gegenüber äußerte sie zwar Zuneigung zu ihren Unterstützern, vermied jedoch jeden Kommentar zu möglichen Rücktrittsgerüchten. „Ich konzentriere mich auf meine Arbeit“, lautete ihre knappe Antwort.

Tourismusminister Sorawong Thienthong, zugleich Generalsekretär der Pheu Thai-Partei, dementierte Spekulationen, Paetongtarn könne nach der Verabschiedung des Haushalts 2026 zurücktreten. „Diese Gerüchte sind absurd. Sie führt die Regierung mit voller Entschlossenheit.“

Warum das Telefonat zum Politikum wurde

Der ganze Streit entzündete sich an einem privaten Gespräch zwischen Paetongtarn und Hun Sen, das an die Öffentlichkeit gelangte. 36 Senatoren warfen der Regierungschefin vor, in dem Telefonat diplomatische Grenzen überschritten zu haben. Die Premierministerin räumte die Echtheit des Gesprächs ein, betonte aber, es sei ein Friedensappell gewesen. „Thailands Souveränität stand nie zur Debatte“, versicherte sie.

Das Verfassungsgericht hatte Paetongtarn zunächst bis zum 4. August Zeit gegeben, um ihre schriftliche Stellungnahme einzureichen. Die knappe Mehrheit von 5:4 Richterstimmen für diese Fristverlängerung zeigt, wie gespalten selbst die Justiz in dieser Frage ist.

Was kommt als Nächstes?

Sollte das Gericht die Suspendierung anordnen, stürzt Thailand in eine politische Unsicherheit, die Märkte und internationale Partner verunsichern könnte. Pheu Thai hofft auf Aufschub – doch ob das Verfassungsgericht sich von außenpolitischen Argumenten beeinflussen lässt, bleibt fraglich.

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