CHIANG MAI, THAILAND – In zwei bekannten Tigeranlagen nahe Chiang Mai sind seit Anfang Februar 72 Tiger unter ungewöhnlichen Umständen verendet, die Behörden untersuchen einen möglichen Zusammenhang mit einem massiven Krankheitsausbruch.
Ausbruch in zwei Tigerparks
Nach Angaben des Protected Area Regional Office 16 (Chiang Mai) starben zwischen dem 8. und 19. Februar insgesamt 72 Tiger in den Anlagen Mae Rim Tiger Kingdom und Mae Taeng Tiger Kingdom.
In Mae Rim wurden 21 Todesfälle gemeldet, in der Anlage im Bezirk Mae Taeng sogar 51.
Schnelles Eingreifen der Veterinärbehörden
Unmittelbar nach Bekanntwerden der ungewöhnlichen Todesfälle entsandte das Provinz-Livestock Office Chiang Mai ein tiermedizinisches Ermittlungsteam in das Mae Rim Tiger Kingdom.
Die Fachleute sicherten Proben von Tierkadavern und Futter und übergaben sie der Fakultät für Tiermedizin der Chiang Mai University zur detaillierten Analyse.
Labortests und erste Diagnose
Erste Laborberichte an das Department of Livestock Development und das Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation bestätigten, dass kein genetisches Material des Influenza-A-Virus nachweisbar war.
Stattdessen wurden Proben positiv auf canine distemper virus (CDV) und Mycoplasma spp. getestet, Erreger, die schwere Atemwegserkrankungen auslösen können.
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Gefährliche Co-Infektion, aber kein Risiko für Menschen
Fachleute gehen davon aus, dass die gleichzeitige Infektion mit CDV und Mycoplasmen zu schwerer Lungenentzündung und Komplikationen führte und damit wesentlich zur hohen Zahl der Todesfälle beitrug.
Die Behörden betonen, dass CDV nicht zoonotisch ist und daher keine Übertragung auf Menschen zu befürchten ist.
Quarantäne und Schließung in Mae Rim
Die in Mae Rim verbliebenen Tiger wurden für Quarantäne und intensive Betreuung in ein Pflegezentrum im Bezirk Mae Taeng verlegt.
Das Mae Rim Tiger Kingdom hat daraufhin eine 14-tägige temporäre Schließung angekündigt, um Desinfektion und weitere Kontrollen zu ermöglichen.
Anordnung strenger Seuchenkontrollen
Der Generaldirektor des Department of Livestock Development, Somchuan Ratanamungklanon, ordnete umfassende Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung** an, darunter gründliche Reinigung und Desinfektion aller Gehege.
Zudem sollen kranke Tiere strikt von den übrigen Tigern isoliert und Impfungen für die verbliebenen Bestände vorbereitet werden, um das Ausbreitungsrisiko zu senken.
Mögliche Rolle von Inzucht und Verhalten
Ermittler verweisen unter anderem auf eine mögliche Inzuchtproblematik in Gefangenschaft, die das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen könne.
Hinzu komme, dass das natürliche Verhalten von Tigern frühe Krankheitsanzeichen schwer erkennbar mache, sodass oft erst späte, bereits schwere Symptome auffielen.
Chronologie der Todesfälle
Die Regionalbehörde dokumentierte, dass erstmals am 8. Februar im Mae Taeng Tiger Kingdom 31 Tiger als apathisch und krank gemeldet wurden, kurz darauf folgte die Meldung des ersten Todesfalls.
In den Tagen danach stiegen die Zahlen deutlich an, mit einem Höchststand von 25 Todesfällen am 12. Februar und weiteren Serien von Todesmeldungen bis zum 19. Februar.
Gemeinsame Krisentreffen und Untersuchungen
Ab dem 11. Februar überwachten Wildtierärzte von Regionalbüro 16 die Obduktionen beider Anlagen und ließen Gewebeproben an die Veterinary Forensic Laboratory der Chiang Mai University und das Veterinary Research and Development Centre (Upper Northern Region) in Lampang schicken.
Mehrere Behörden, darunter Vertreter beider Tigerparks, Veterinäre und Zoo-Beauftragte, berieten in Krisensitzungen über Kadaverentsorgung, vorbereitende Seuchenkontrolle und die enge Überwachung der Lage.
Umsiedlungen und Desinfektion
Ab dem 14. Februar begann das Mae Rim Tiger Kingdom, zunächst 21 und später weitere 12 offenbar gesunde Tiger zur Quarantäne und Verhaltensbeobachtung nach Mae Taeng zu verlegen, um Ansteckungsrisiken zu reduzieren und die Sicherheit von Personal und Anwohnern zu erhöhen.
Parallel dazu wurden Quarantänebereiche, Lagerflächen und sämtliches Fütterungsgerät intensiv gereinigt und mit Desinfektionsmitteln besprüht, während Beamte beide Standorte engmaschig weiter überwachten.
Appell an die Bevölkerung
Die zuständigen Stellen haben beide Anlagen großflächig mit Desinfektionsmitteln behandelt und beobachten den Gesundheitszustand der verbliebenen Tiger fortlaufend.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, ungewöhnliche Erkrankungen oder Todesfälle bei Tieren umgehend den lokalen Livestock-Behörden zu melden, damit Gegenmaßnahmen ohne Verzögerung eingeleitet werden können.



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