BANGKOK – Thailands Energieminister Eknat Promphan hat am 7. April eine Senkung des Raffinerie-Abgabepreises für Diesel B7 und B20 um 2 Baht angeordnet. An der Zapfsäule könnte der Preis dadurch um bis zu 2,14 Baht fallen. Alle sechs Raffinerien des Landes sind zur Umsetzung verpflichtet – wer sich weigert, riskiert Geld- und Haftstrafen.
Raffineriemargen auf Rekordhoch
Der Schritt kommt nicht überraschend. Eknat hatte bereits zuvor auf ungewöhnlich hohe Raffineriemargen hingewiesen, die aus seiner Sicht nicht allein durch gestiegene Rohölpreise erklärbar sind. Das thailändische Ex-Raffinerie-Preissystem orientiert sich an den Produktpreisen in Singapur – und die schwanken derzeit stark.
In den vergangenen vier bis fünf Jahren lagen die Margen laut Minister bei zwei bis drei Baht pro Liter. Im März 2026 stieg der Schnitt auf sieben Baht. In den ersten sechs Apriltagen lag er sogar zwischen 16 und 17 Baht pro Liter.
Beschluss im Energieministerium
Am 7. April berief Eknat eine Sitzung des Energiepolitik-Verwaltungsausschusses (Kor.Bor.Ngor.) ein. Das Ergebnis: Der Abgabepreis ab Raffinerie für B7 und B20 wird um 2 Baht gesenkt. Da sich der Endpreis aus Raffineriepreis plus Steuern zusammensetzt, kann der Effekt an der Zapfsäule etwas höher ausfallen – konkret 2 Baht und 14 Satang.
B20 könnte dabei stärker sinken als B7, da es laut Minister häufiger genutzt wird. Für den 8. April kündigte Eknat eine weitere Sitzung zur Festlegung der neuen Zapfsäulenpreise an. Ob die Anpassung noch vor dem 9. April kommuniziert wird, ließ er offen – man werde es versuchen.
Pflicht, keine Bitte
Eknat machte deutlich, dass es sich nicht um eine freiwillige Maßnahme handelt. Raffinerien seien bei einem Beschluss des zuständigen Gremiums gesetzlich zur Umsetzung verpflichtet. Jeder Liter B7 und B20 aus allen Raffinerien Thailands müsse um 2 Baht günstiger verkauft werden.
Wer sich nicht daran hält, dem drohen Sanktionen nach dem Notstandsdekret zur Änderung und Verhinderung von Kraftstoffknappheit von 1973 – einschließlich Geldstrafen und Freiheitsstrafen. Der Staatsrat sei bereits konsultiert worden, die Rechtsgrundlage sei klar.
Kein Geld für Übergewinne aus dem Ölfonds
Eknat betonte zudem, der staatliche Oil Fuel Fund, der derzeit die Endverbraucherpreise stützt, dürfe nicht dazu dienen, überhöhte Raffineriegewinne zu finanzieren. Staatliche Mittel sollten die Bevölkerung entlasten – nicht die Margen der Industrie absichern.
Das Ministerium forderte daher von allen Raffinerien vollständige Kostendaten an. Ziel ist es, zu prüfen, ob die hohen Margen durch nachvollziehbare Mehrkosten – etwa Aufschläge, Versicherungen, Transport – gerechtfertigt sind oder ob Übergewinne entstehen. Falls ja, sollen die Raffinerien diese in das System zurückführen – auf Anordnung, nicht freiwillig.
Schmuggel und Hortung im Visier
Sinkende Inlandspreise könnten einen Anreiz schaffen, Kraftstoff ins Ausland zu schmuggeln. Eknat kündigte an, dagegen konsequent vorzugehen. Einsatzteams („Team Sud Soi“) sollen kontrollieren, zudem werde das Horten von Kraftstoff verboten.
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Die Regierung will die Preise noch vor dem Songkran-Festival senken, das Mitte April beginnt. Eknat begründete das harte Vorgehen damit, Thailand befinde sich derzeit nicht in einer normalen Lage – und die üblichen Preismechanismen reichten dafür nicht aus.
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