Razzia in Samut Sakhon: 900 Migrantenkinder in illegalen Schulen entdeckt
Ein Bildungs-Skandal in Thailand: Bei einer Großrazzia in Samut Sakhon haben Behörden zwei illegale Schulen ausgehoben, in denen über 900 Migrantenkinder von ungelernten Lehrern unterrichtet wurden. Die Kinder wurden in einer dreistöckigen Einrichtung ohne jede Genehmigung unterichtet!
Großeinsatz in Krathum Baen District
Am Donnerstag, dem 9. Oktober, schlugen Polizei-, Bildungs- und Verwaltungsbeamte gleichzeitig an zwei Standorten im Bezirk Krathum Baen zu. Das Hauptgebäude war eine dreistöckige Einrichtung im Tha Mai Unterbezirk, der bereits die Lizenz entzogen worden war – doch der Betrieb lief einfach weiter.
Insgesamt wurden über 900 Schüler und 27 Lehrkräfte ohne jegliche Qualifikation entdeckt. Der thailändische Betreiber behauptete dreist, es handele sich um ein lizenziertes Jugendcamp. Doch die Beamten durchschauten den Schwindel sofort: Die Einrichtung war für keinerlei Bildungsaktivitäten registriert.
Lehrer arbeiteten mit „Blaue-Karte“-Genehmigungen
Noch skandalöser: Alle 27 Lehrkräfte, die vermutlich selbst Migrationshintergrund hatten, arbeiteten mit Blaue-Karte-Genehmigungen für ungelernte Arbeiter. Diese erlauben ausdrücklich keine Lehrtätigkeit!
Polizeioberstleutnant Khetrat Chansin, Vizegouverneur der Provinz, bestätigte am 10. Oktober: „Die Kinder werden in legale und anerkannte Bildungseinrichtungen verlegt.“ Gegen die Verantwortlichen wurden bereits rechtliche Schritte eingeleitet.
Samut Sakhon: Hotspot für Migranten
Die Provinz Samut Sakhon ist bekannt als Zentrum der Migrationsarbeit. Schätzungen zufolge leben hier 660.000 Migrantenarbeiter, davon sind fast 60% undokumentiert. Rund 400.000 stammen aus Myanmar. Die meisten arbeiten in der Fischverarbeitung und Fertigung.
Die Behörden schließen weitere Razzien nicht aus. „Wir sind entschlossen, die Rechte aller Kinder zu schützen und eine sichere, gesetzliche Bildung für jeden zu gewährleisten“, so die offizielle Stellungnahme.
Parallele Aktionen in Bangkok
In einer parallelen Aktion überprüften Arbeitsbeamte und Einwanderungspolizei in Bangkoks Bezirken Ratchada und Bang Na ausländische Lehrer auf ihre Qualifikationen. Auslöser waren Berichte über illegale Pädagogen und die Festnahme von acht südkoreanischen Staatsbürgern.
Zwar wurden diesmal keine Täter gefasst, doch die Behörden kündigten an: „Weitere Operationen sind geplant.“ Der Kampf gegen illegale Bildungseinrichtungen hat gerade erst begonnen.
Was passiert mit den Kindern?
Die Kinder werden jetzt in staatlichen Schulen untergebracht, wo sie eine ordnungsgemäße Bildung erhalten. Für viele war die illegale Schule jedoch die einzige Chance auf Unterricht – ein trauriges Zeugnis für Thailands Umgang mit Migrantenkindern.
Wie konnte das so lange unbemerkt bleiben?
Hunderte Kinder, illegale Schulen, keine Kontrolle – ein Skandal mitten in Thailands Bildungssystem. Was denken Sie: Versagt der Staat beim Schutz von Migranten-Kindern, oder braucht es flexiblere Bildungswege für Arbeitsmigrantenfamilien? Diskutieren Sie mit!
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