Regierung ringt um Flughafenbahn-Projekt

Der Mega-Bahnvertrag zwischen Bangkok und den Airports hängt in der Schwebe – doch Verkehrsminister Phiphat drängt auf eine rechtssichere Lösung, bevor die Zeit abläuft.

Regierung ringt um Flughafenbahn-Projekt
Bangkok Post
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BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung stand erneut unter Druck, eine Einigung im Streit um das milliardenschwere Hochgeschwindigkeitsbahn-Projekt zwischen den drei wichtigsten Flughäfen des Landes zu erzielen. Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn forderte eine „faire und rechtlich saubere Lösung“, nachdem die Konzessionärin Asia Era One Co Ltd weitreichende Vertragsänderungen beantragt hatte.

Streit um Finanzierung und Vertragsrecht

Bei einem Treffen am Samstag leitete Phiphat als Vorsitzender des Eastern Economic Corridor (EEC) Policy Committee eine Sitzung mit Vertretern von fünf zentralen Behörden. Dabei versammelten sich das EEC-Büro als Projektträger, die Staatsanwaltschaft (Office of the Attorney-General, OAG), das Verkehrsministerium, die Staatsbahn von Thailand sowie das Unternehmen Asia Era One an einem Tisch. Ziel war, die juristischen Bedenken hinsichtlich der beantragten Vertragsänderungen zu bewerten.

Asia Era One forderte, die staatliche Zahlung von einer festen Förderung auf ein System nach dem Prinzip „pay-as-you-build“ umzustellen – also nach Baufortschritt zu zahlen. Diese Struktur sollte, nach Angaben des Unternehmens, die Projektabwicklung erleichtern und Finanzrisiken reduzieren.

Minister zeigt Verständnis, aber lehnt Antrag ab

Phiphat betonte, der EEC sei der Idee einer dynamischen Zahlung grundsätzlich nicht abgeneigt, sehe darin sogar eine Chance, den seit Jahren verzögerten Bau voranzutreiben. Zugleich stellte er aber klar: „Ich persönlich halte die vorgeschlagene Zahlungsweise für ungeeignet.“

Eine Änderung des Vertrags bleibe rechtlich hochriskant. Die OAG habe in der Sitzung darauf hingewiesen, dass nach Klausel 5 des bestehenden Vertrags nur Naturkatastrophen, Pandemien oder Kriege als legitimer Grund für Vertragsänderungen anerkannt seien. Ob die vorgeschlagene Anpassung überhaupt rechtlich zulässig wäre, habe die Behörde offen gelassen.

Entscheidung liegt jetzt beim Kabinett

Wegen der offenen Rechtsfragen will Phiphat die Angelegenheit dem Kabinett zur endgültigen Entscheidung vorlegen. Das EEC-Büro wurde beauftragt, seine Antwort auf die Bemerkungen der OAG bis Ende des Monats fertigzustellen und Empfehlungen für den EEC-Politikausschuss zu übermitteln, bevor der Vorschlag ans Kabinett geht.

Eine Einigung müsse noch vor der für Ende Januar geplanten Parlamentsauflösung erreicht werden. Phiphat betonte, alle rechtlichen Fragen müssten vollständig geklärt werden, auch unter Einbeziehung der Stellungnahmen des Finanzministeriums und des Haushaltsbüros.

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Juristische Risiken bei Vertragsänderung

Der Minister bekräftigte nochmals seine ablehnende Haltung zu einer offiziellen Änderung. Er warnte, der Staat könne von unterlegenen Bietern verklagt werden, sollten die ursprünglichen Bedingungen nachträglich verändert worden sein. Diese könnten argumentieren, dass die Ausschreibungsregeln nachträglich manipuliert wurden.

Rechtliche Klarheit gilt als zentrale Voraussetzung für den Fortgang des 224 Milliarden Baht teuren Projekts.

Politischer Zeitdruck wächst, da das Parlament kurz vor der Auflösung steht.

Infrastrukturverzögerungen gefährden den langfristigen Ausbau des Eastern Economic Corridor.

Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt zwischen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao auf Kurs zu bringen – ohne dabei juristische Fallstricke zu übersehen. Ob der Zug am Ende wirklich Fahrt aufnimmt, bleibt eine Frage politischer und rechtlicher Balance.

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Quelle: Bangkok Post

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