PATTAYA, THAILAND – In Pattaya haben Ermittler den Mord an dem 30-jährigen Russen Mikhail Emelianov weitgehend aufgeklärt und sehen trotz hartnäckiger Leugnung der Verdächtigen eine solide Beweislage für eine Anklage. Zwei russische Staatsbürger wurden festgenommen, nachdem die Polizei forensische Spuren, Videoaufnahmen und die vergrabenen sterblichen Überreste des Opfers gefunden hatte.
Ermittler präsentieren Durchbruch
Bei einer Pressekonferenz am 2. Februar auf der Polizeistation Nong Prue erklärten leitende Beamte, sie seien von der Stärke der forensischen und indirekten Beweise in dem Fall überzeugt.
Pol. Lt. Gen. Chat Chai Surachethapong, Kommandeur der Provincial Police Region 2, sprach gemeinsam mit weiteren ranghohen Ermittlern von einem Durchbruch in einem Fall, der landesweit Aufmerksamkeit erregt hat.
Verschwinden eines Geschäftsmanns
Der aus Russland stammende Mikhail Emelianov hatte nach Polizeiangaben seit fast zwei Jahren legal in Pattaya gelebt und dort Geschäfte betrieben, bevor er am 7. Januar unter verdächtigen Umständen verschwand.
Seine Mutter Olga Lazabenko, 51, reiste am 12. Januar aus Russland an und meldete ihn als vermisst, nachdem ihr Sohn ihr zuletzt seinen Standort geschickt und angekündigt hatte, einen Geschäftspartner in einem Haus im Unterbezirk Nong Prue zu treffen.
Verdächtige Videoaufnahmen
Gemeinsame Ermittlungen verschiedener Dienststellen mit umfangreicher Auswertung von CCTV-Aufnahmen ergaben, dass Emelianov das betreffende Haus der Verdächtigen betrat, es jedoch nicht mehr verließ.
Stattdessen zeigen Aufnahmen vom 9. Januar zwei Russen, identifiziert als Iaroslav Demidov, 35, und Dmitrii Maskalev, 38, wie sie rund ein Dutzend Mal mit Motorrädern vom Grundstück wegfahren, wobei die deutlich ausgebeulten, nicht vollständig geschlossenen Rücksitze auf versteckte Ladung hindeuten.
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Forensische Untersuchungen im Tathaus
Forensiker der Region 2 Forensic Science Office setzten im Haus ein Bluestar-Reagenz ein und wiesen trotz Reinigungsversuchen umfangreiche menschliche Blutspuren im Badezimmer, im Waschbecken und unter einem Motorradsitz nach.
Nach Auswertung der forensischen Spuren gehen die Ermittler davon aus, dass das Opfer in dem Haus getötet wurde. Die genauen Umstände der Tat werden derzeit noch untersucht.
Fund der sterblichen Überreste
In einem nahe gelegenen, zugewucherten Gelände, das zunächst als möglicher Ort zur Beseitigung der Leiche galt, entdeckten Beamte bei einer Fußsuche die sterblichen Überreste des Mannes.
Die Überreste waren in sechs flachen Gruben vergraben, in schwarze Plastiksäcke gewickelt und zusammen mit Kleidung sowie Dokumenten des Opfers abgelegt. Die Polizei sicherte alle Fundstücke als Beweismittel.
Festnahme in Bangkok
Die beiden Verdächtigen wurden am 1. Februar in einem Hotel in der Sukhumvit Soi 71 in Bangkok aufgespürt und festgenommen, nachdem sie dort mit einem gefälschten Pass eingecheckt hatten.
Nach Angaben der Polizei hatten sie das mutmaßliche Tathaus bereits am 10. Januar verlassen und sich so zunächst der Fahndung entzogen. Die Ermittler konnten ihren Aufenthaltsort durch intensive Nachforschungen und technische Hilfsmittel lokalisieren.
Schweigen trotz umfangreicher Beweislage
Beide Beschuldigte bestreiten jede Beteiligung und verweigerten bei den ersten Vernehmungen jede Kooperation, abgesehen von der wiederholten Zurückweisung der Vorwürfe.
Chat Chai betonte jedoch, man verfüge über umfangreiche physische Beweise, darunter CCTV-Bilder, forensische Spuren und weitere Beweisstücke, die am Fundort gesichert wurden. Die Beweiskette werde derzeit für die Staatsanwaltschaft aufbereitet.
Streit und Lösegeld als mögliche Motive
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass es am 9. Januar nach einem heftigen Streit zur Tötung kam. Als mögliche Motive werden eine schuldenbezogene Auseinandersetzung im Zusammenhang mit Geschäften sowie ein Lösegeldplan geprüft.
Über Telegram wurden Nachrichten an die Familie geschickt, in denen 120.000 US-Dollar gefordert wurden, obwohl Emelianov zu diesem Zeitpunkt nach Ansicht der Polizei bereits tot war. Dies deutet auf eine geplante Täuschung der Angehörigen hin.
Mögliche Komplizen und schwere Anklagen
Die Polizei untersucht zudem die Visageschichte und Aktivitäten der Verdächtigen im Land sowie mögliche Helfer, darunter Hinweise, dass ein örtlicher Jugendlicher bezahlt wurde, um eine fingierte Suche nach dem Vermissten zu inszenieren.
Den Beschuldigten drohen Anklagen wegen gemeinschaftlich begangenen, vorsätzlichen Mordes, Verbergung und Beseitigung einer Leiche zur Verschleierung der Todesursache sowie Entführung zur Erpressung mit Todesfolge. Die endgültige Anklageerhebung erfolgt durch die Staatsanwaltschaft.
Signal an Touristen und Ausländer
Chat Chai bedankte sich ausdrücklich bei Medien und Bevölkerung für Hinweise und eingereichte Videoaufnahmen, die nach seinen Worten zur schnellen Aufklärung beigetragen haben.
Er betonte, die Ermittlungen liefen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und man werde mit transparenten und konsequenten Verfahren die Sicherheit von Touristen und ausländischen Bewohnern im Land gewährleisten.
Erdrückende Beweise – aber reicht das für Gerechtigkeit?
Forensische Spuren, Videoaufnahmen und mehrere Fundorte der sterblichen Überreste zeichnen ein klares Bild. Ermittler zeigen sich überzeugt, doch vor Gericht zählt nur, was zweifelsfrei bewiesen werden kann. Sollten Ermittler solche Details früh öffentlich machen, oder riskieren sie damit ein Vorverurteilen? Schreib deine Meinung in die Kommentare.


