Scammer-Technik in Zimmerdach entdeckt

Scammer-Technik in Zimmerdach entdeckt
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NONG KHAI – Ein aufmerksamer Hotelbesitzer hat in Nordost-Thailand einen spektakulären Fund gemacht. In der Decke eines Zimmers entdeckte er die gut getarnte Technik einer internationalen Betrüger-Bande.

Verdächtige Bitte weckt Misstrauen

Alles begann mit einem merkwürdigen Anruf. Eine thailändische Frau wollte unbedingt ein bestimmtes Zimmer – Zimmer 8 – mieten, obwohl andere frei waren.

„Sie bestand darauf und lehnte alle anderen Zimmer ab. Das war mir sofort unheimlich“, berichtete der Vermieter später der Polizei. Er beschloss, nach dem Rechten zu sehen.

Als er in der Decke des Zimmers lose Drähte entdeckte, alarmierte er sofort die Beamten. Seine Wachsamkeit sollte sich auszahlen.

Polizei findet High-Tech-Versteck

Bei der Untersuchung am Sonntagabend staunten die Einsatzkräfte nicht schlecht. Sie fanden ein komplettes Verbrecher-Labor über ihren Köpfen.

Versteckt in der Zwischendecke lagen drei SIM-Boxen, zwei WLAN-Router, Netzteile und eine Steckdosenleiste. Alles professionell verkabelt und installiert.

Die SIM-Boxen sind Geräte, die Dutzende SIM-Karten gleichzeitig verwalten können, um massenhaft automatische Anrufe oder SMS zu verschicken – das Handwerkszeug von Callcenter-Betrügern.

So funktionierte das Betrugs-Netzwerk

Laut Polizei nutzten die Täter die Technik, um Signale ins Ausland zu senden und dort Betrugsopfer anzurufen. Die Anrufe erschienen dann mit lokalen Nummern, was misstrauische Menschen beruhigen sollte.

Die Bande hatte das Zimmer am 9. Januar für nur 400 Baht (ca. 10 Euro) gemietet, die Technik installiert und war am nächsten Morgen wieder verschwunden.

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„Die Betrüger entwickeln ständig neue Taktiken, um unentdeckt zu bleiben“, warnte Einwanderungspolizist Oberleutnant Apichart Koltha.

Fahndung nach dem mysteriösen Paar

Die Polizei sucht nun fieberhaft nach der Frau und dem thailändischen Mann, die das Zimmer gemietet hatten. Sie sollen bei den Ermittlungen aussagen.

Die beschlagnahmte Technik wird forensisch untersucht, um die internationale Vernetzung der Bande aufzudecken. Es handelt sich um einen bedeutenden Schlag gegen die organisierte Cyberkriminalität.

Die Behörden vermuten, dass die Gruppe mehrere solcher versteckter Stationen in der Grenzregion betreibt.

Warnung an alle Vermieter und Hotelbesitzer

Die Polizei appelliert an alle Gastgeber, wachsam zu sein. Ungewöhnliches Verhalten von Gästen, spezielle Zimmerwünsche oder der Fund von verdrahteten Deckenplatten sollten misstrauisch machen.

Besonders kurze Aufenthalte oder Gäste, die ungewöhnlich oft Strom verbrauchen, können ein Indiz sein. Im Zweifelsfall sollte immer die Polizei verständigt werden.

Die erfolgreiche Aufklärung in Nong Khai zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Behörden funktioniert.

Thailand im Visier internationaler Verbrecher

Der Fall zeigt erneut, dass Thailand als Drehscheibe für internationale Betrugsnetzwerke genutzt wird. Die Grenzregion zu Laos ist dabei besonders im Fokus.

Die Täter nutzen die Infrastruktur des Landes, um weltweit Schaden anzurichten. Die thailändische Polizei verschärft daher die Kontrollen und arbeitet eng mit internationalen Partnern zusammen.

Für den aufmerksamen Hotelier in Nong Khai gibt es großes Lob – sein Scharfsinn hat möglicherweise Dutzende Menschen vor Betrug bewahrt.

🗣 Wenn selbst das Zimmer nicht mehr harmlos ist

Ein Raum für 400 Baht, eine hartnäckige Mieterin – und über der Decke Technik, die mutmaßlich Betrug in alle Welt schickt.
Wie viele solcher Zimmer existieren noch, unbemerkt zwischen ganz normalen Mietern?
Sind Vermieter heute die erste Verteidigungslinie gegen Cyberkriminalität?
Und wie gut ist Thailand wirklich darauf vorbereitet, wenn Betrug nicht mehr aus Callcentern, sondern aus Gästezimmern kommt?

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Quelle: Bangkok Post

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