Schmiergeld-Streit in Phukets Bars

Schmiergeld-Streit in Phukets Bars
Kathu District Office

PHUKET, THAILAND – In Patong haben Betreiber von Unterhaltungslokalen schwere Vorwürfe gegen örtliche Behörden wegen mutmaßlicher Schmiergeldforderungen rund um die Neujahrsfeiertage erhoben.

Beschwerdezentrum eingeschaltet – Behörden wiegeln ab

Bereits Anfang dieser Woche reichten mehrere Betreiber aus Patong und anderen Teilen von Phuket eine formelle Beschwerde beim Damrongdham Centre der Provinz ein. Sie forderten den Gouverneur auf, mutmaßliche Schmiergeldforderungen von Beamten während der vergangenen Neujahrszeit untersuchen zu lassen.

Bei einer anschließenden Pressekonferenz, die vom stellvertretenden Gouverneur von Phuket geleitet wurde, erklärten Provinzvertreter jedoch, es gebe derzeit nicht genügend Beweise, um ein entsprechendes Fehlverhalten der Beamten zu bestätigen.

Branchenverband kritisiert strukturelle Probleme

Rangsiman Kingkaew, Präsident des Tourism Council of Phuket, sagte am Donnerstag, das Land habe ein wiederkehrendes Problem mit der Rechtsdurchsetzung, insbesondere in großen Touristenzentren wie Phuket.

Korruption entstehe häufig dort, wo Betreiber selbst gegen Vorschriften verstießen. „Schmiergeldzahlungen sind oft die Folge davon, dass Betreiber illegale Praktiken anwenden und damit den Boden bereiten, damit Beamte Geld für Schutz oder Wegschauen verlangen können“, erklärte Rangsiman.

Veränderten sich Rahmenbedingungen oder stimmten die gegenseitigen Vorteile nicht mehr, kämen Konflikte immer wieder an die Oberfläche, so Rangsiman. Manche Betreiber von Unterhaltungslokalen entschieden sich bewusst für Gesetzesverstöße – etwa spätere Öffnungszeiten oder einen Betrieb ohne Lizenz –, weil die zusätzlichen Einnahmen höher seien als im Fall strikter Regelbefolgung.

Forderung nach Reformen und einfacheren Lizenzen

Rangsiman forderte die Regierung auf, gezielt gegen illegale Betriebe vorzugehen, insbesondere gegen nicht lizenzierte Unterhaltungslokale und nicht genehmigte Unterkünfte. Gleichzeitig sollten Behörden das Lizenzverfahren vereinfachen, da viele Unternehmen grundsätzlich bereit seien, sich registrieren zu lassen, aber an bürokratischen Hürden scheiterten.

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Werden diese strukturellen Probleme behoben, könne das nicht nur das Image der Tourismusbranche verbessern, sondern dem Staat auch mehr Steuereinnahmen sichern, betonte der Ratspräsident.

Insider: Schmiergeld seit Langem verbreitet

Ein Brancheninsider aus Phuket, der anonym bleiben wollte, schilderte, dass Schmiergeldzahlungen in der Unterhaltungsindustrie seit langer Zeit üblich seien. „Betreiber halten sich nicht vollständig an das Gesetz, etwa was die Betriebszeiten betrifft. Sie sind bereit, unter der Hand zu zahlen, um ein paar Stunden länger öffnen und zusätzliche Einnahmen erzielen zu können“, sagte die Quelle.

In Patong dürfen derzeit nur lizenzierte Unterhaltungslokale bis 4 Uhr morgens geöffnet bleiben. Laut dem Insider werden die geforderten Schmiergeldsummen häufig an der Größe der jeweiligen Betriebe bemessen.

Neujahr, hohe Forderungen und schwache Saison

Im aktuellen Fall hätten der große Besucherandrang während der Neujahrsfeiertage und Veränderungen in der Provinzverwaltung dazu geführt, dass die von Beamten verlangten Beträge für viele Betreiber nicht mehr tragbar gewesen seien, erläuterte die Quelle.

Als eine Hauptursache des Problems nannte der Insider das komplizierte und langwierige Lizenzverfahren. Viele Betriebe warteten lange auf Genehmigungen und suchten informelle Lösungen.

Zugleich habe sich die laufende Hochsaison für viele Unterhaltungslokale enttäuschend entwickelt. Ausgaben ausländischer Gäste seien zurückgegangen. Laut dem Branchenvertreter kamen viele Besucher aktuell aus Indien, Europa und Russland, während die Nachfrage aus dem chinesischen Markt schwach geblieben sei.

Illegale Öffnungszeiten, unlizenzierte Betriebe, Umschläge statt Quittungen – und am Ende zahlt eine ganze Insel den Preis.
Hier geht es nicht nur um Bars, sondern um Glaubwürdigkeit, Steuereinnahmen und das internationale Image.

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Quelle: The Phuket News

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