TRAT – Die Situation an der thailändisch-kambodschanischen Grenze ist angespannt. Kambodschanische Pioniere haben auf einer Länge von über einem Kilometer Schützengräben ausgehoben – nur 500 Meter von thailändischen Stellungen entfernt.
So nah rücken die Truppen aneinander heran
Ein hochrangiger Marine-Quente bestätigte die beunruhigenden Aktivitäten gegenüber Ban Sam Lang in der Provinz Trat. Die Schanzarbeiten erstrecken sich über die Gebiete bei Ban Tha Sen, Ban Nong Ree und Ban Chamrak.
Die Maßnahme wird als „face-off deployment“ bezeichnet – eine Aufmarsch-Formation, bei der sich die Truppen direkt gegenüberstehen. Die Gräben verlaufen parallel zu den thailändischen Linien.
Kambodscha hat seine Befestigungen nach einem Waffenstillstand offenbar systematisch ausgebaut. Thai-Truppen behalten nach Angaben der Quelle aber eine taktisch vorteilhafte Position.
Drohnen in der Luft: Thailand legt scharfen Protest ein
Noch brisanter als die Gräben sind die Aktivitäten in der Luft. Thailändische Stellen haben kambodschanische Drohnen gesichtet, die Aufklärungsflüge über thailändischen Stellungen durchführten.
Gegen diese unerwünschten Überflüge hat die thailändische Regierung bereits offiziellen Protest bei Phnom Penh eingelegt. Solche Aktionen werden als provokativ und eskalierend gewertet.
Die Quelle betont, dass die kambodschanischen Arbeiten zwar auf eigenem Territorium stattfänden, aber die psychologische Wirkung auf die thailändischen Soldaten massiv sei.
Lage bleibt explosiv und unberechenbar
Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob sich die Spannungen zu einer neuen offenen Konfrontation auswachsen, so der Informant. Das Gelände in dem Grenzgebiet sei extrem sensibel und schwer zu kontrollieren.
Die thailändischen Streitkräfte bleiben in hoher Alarmbereitschaft. Man beobachte jede Bewegung auf der anderen Seite genau. Die Erinnerung an frühere Gefechte um den Preah-Vihear-Tempel ist noch frisch. Jede unbedachte Handlung oder ein Missverständnis könnte das labile Gleichgewicht zerbrechen lassen.
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Hintergrund: Ein altes Trauma lebt auf
Die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha ist historisch belastet. Streitigkeiten um Grenzverläufe und Tempelbesitz führten in der Vergangenheit immer wieder zu Schusswechseln.
Die aktuelle Graben-Aktion wird in Bangkok als Machtdemonstration und Test der thailändischen Reaktion gewertet. Sie folgt einem Muster kleinerer Provokationen.
Die thailändische Regierung steht vor einer Gratwanderung: Sie muss Souveränität und Entschlossenheit zeigen, ohne eine unnötige militärische Spirale in Gang zu setzen.
Was bedeutet das für die Region?
Stabilität in Südostasien hängt auch von guten Beziehungen zwischen Bangkok und Phnom Penh ab. Beide Länder sind Mitglieder der ASEAN-Gemeinschaft.
Ein offener Konflikt wäre eine Katastrophe für Handel, Tourismus und das internationale Ansehen der gesamten Region. Die diplomatischen Kanäle müssen jetzt intensiv genutzt werden.
Die Welt schaut auf diese vergessene Grenze. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Schützengräben nur eine defensive Geste sind – oder der Beginn von etwas viel Größerem.

