Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch haben ihre Einschätzung für Thailand auf negativ geändert. Die Staatsverschuldung liegt bei über 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das Wirtschaftswachstum dümpelt bei mageren 2,3 Prozent vor sich hin. Die Touristenzahlen gehen zurück, die Steuerbasis schrumpft. Experten sehen eine 50-prozentige Chance, dass mindestens eine der drei großen Ratingagenturen das Land herabstuft. Für die neue Regierung, die bis Mai gebildet werden soll, wird die Schuldenkrise zur ersten großen Bewährungsprobe.
50:50-Chance auf Downgrade
Die Wahrscheinlichkeit für eine Herabstufung steht fifty-fifty. Das ist keine Randerscheinung, sondern ein konkretes Risiko. Eine Abstufung würde höhere Kreditkosten bedeuten und das Vertrauen der Investoren erschüttern.
Die Ratingagenturen prüfen Schuldenstand, demografische Entwicklung und Steuereinnahmen in der Gesamtschau. In allen drei Bereichen zeigt Thailand Schwächen. Die neue Regierung steht unter scharfer Beobachtung.
Verschuldung deutlich höher als bei Nachbarn
Ende 2025 lag Thailands Staatsverschuldung bei über 66 Prozent des BIP. International gesehen gilt das als moderat. Im regionalen Vergleich sieht es anders aus.
Vietnam weist eine Verschuldung von 31 bis 34 Prozent auf – etwa halb so viel wie Thailand. Die Philippinen liegen unter 61 Prozent. Dieser Unterschied fällt auf, denn Ratingagenturen bewerten Länder im Vergleich zu ihren Nachbarn.
Alternde Bevölkerung belastet den Staatshaushalt
Thailand altert rapide. Die Zahl der Rentner steigt, die der Erwerbstätigen sinkt. Langfristig bedeutet das höhere Sozialausgaben bei sinkenden Steuereinnahmen.
Die Steuerbasis schrumpft parallel zur demografischen Entwicklung. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaft auf billige Arbeitskräfte angewiesen. Der finanzielle Spielraum wird enger.
Fast alle Schulden in Baht – Währungsrisiko minimal
99,2 Prozent der Staatsschulden lauten auf Baht. Damit ist Thailand kaum anfällig für Währungsschwankungen. Wechselkursrisiken bei der Rückzahlung gibt es praktisch nicht.
Allerdings betont Jindarat Viriyataveekul, Leiterin des staatlichen Schuldenmanagements, dass externe Finanzierungskanäle offen bleiben müssen. Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank sind wichtige Geldgeber für Infrastrukturprojekte.
87 Prozent der Schulden zu festen Zinsen
Der Großteil der thailändischen Staatsanleihen läuft zu fixen Zinssätzen. 87,3 Prozent sind fest verzinst, nur 0,23 Prozent ungesichert. Das schützt vor Zinsschocks.
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Der Schuldendienst verschlingt 10,3 Prozent der Staatseinnahmen. Das liegt noch deutlich unter der kritischen Marke von 12 Prozent, ab der Ratingagenturen von Junk-Status sprechen. Trotzdem: Der Puffer schmilzt.
Moody’s und Fitch drehen auf negativ
Beide Agenturen haben 2025 ihre Bewertung verschlechtert. Nur S&P hält noch am stabilen Ausblick fest. Die Kombination aus schwachem Wachstum, schrumpfendem Tourismus und steigender Korruption setzt Warnsignale.
Das Wirtschaftswachstum liegt bei 2,3 Prozent – viel zu niedrig, um die strukturellen Probleme aufzufangen. Die roten Lichter blinken immer heller.
Japan bleibt wichtigster Geldgeber
Ein großer Teil der Projektfinanzierung kommt aus Japan. Diese Kredite sind oft zinsgünstig und an konkrete Infrastrukturvorhaben gebunden. Sie halten die internationalen Finanzierungskanäle offen.
Jindarat Viriyataveekul betont, dass Thailand diese Verbindungen pflegen muss. Selbst bei hohem Baht-Anteil an den Schulden braucht das Land den Zugang zu internationalen Institutionen.
Regierung rechnet Schulden klein
Die Schuldenverwaltung argumentiert, dass die Quote nur bei 56 Prozent liegt, wenn man Staatsunternehmen herausrechnet. Dazu zählen staatliche Banken und Finanzinstitute.
Diese Rechnung ist umstritten. Ob mit oder ohne Staatsunternehmen: Die Belastung bleibt real. Die Investoren schauen auf die Gesamtzahl – und die liegt bei über 66 Prozent.



Zitat: „Parallel dazu versucht Premierministerin Paetongtarn, mit Besuchen in Vietnam und handelspolitischen Initiativen gegenüber den USA die Exportperspektiven zu verbessern, während innenpolitische Themen wie die Rückkehr ihres Vaters Thaksin und Korruptionsvorwürfe die Märkte zusätzlich verunsichern.“
No comment!
Uralt Bericht????
Nein. Die Quelle unseres Artikels ist unter dem Artikel angegeben. Diese ist vom 14. Februar 2026.
Da sieht man mal wieder was für ein bodenloser, oder zumindest völlig veralteter Unsinn verzapft wird. Und das wird dann einfach so weiterverbreitet. 😯