+++ Jahresendaktion: Thai lernen mit 26 % Rabatt - Code: THAI26 +++

Schulweg auf zwei Rädern – Thailands gefährlicher Alltag

wb-fb-20250716-104328

In Thailand ist der Anblick alltäglich: Kinder, kaum größer als der Roller selbst, düsen durch die Gassen – ohne Helm, ohne Führerschein, ohne Angst. Was in Deutschland undenkbar wäre, ist in vielen thailändischen Dörfern und Städten Normalität. Statt Fahrrad oder zu Fuß zur Schule? Ein Elektroroller oder ein Moped! Eltern kaufen ihren Sprösslingen diese Zweiräder, weil sie praktisch sind. Doch was praktisch scheint, ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Straßen Thailands sind kein Spielplatz, sondern ein gefährliches Chaos aus hupenden Autos, überladenen Pick-ups und waghalsigen Überholmanövern.

Verkehrsregeln? In Thailand ein Witz!

Die thailändischen Verkehrsregeln sind klar – auf dem Papier. Seit Jahren gibt es eine Helmpflicht für alle Fahrer und Beifahrer von Motorrädern und Rollern, unabhängig vom Alter. Wer ohne Helm erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 2.000 Baht (ca. 50 Euro). Doch in der Realität? Kinder, Mütter, ganze Familien auf einem Roller – oft ohne Helm. Die Polizei schaut bei Einheimischen häufig weg, während Touristen bei Kontrollen schneller zur Kasse gebeten werden.

Noch schlimmer: Kinder unter 15 Jahren dürfen in Thailand keinen Roller oder kein Motorrad fahren, da das Mindestalter für einen Führerschein bei 15 liegt (für 50-ccm-Fahrzeuge mit Klasse A1). Dennoch sieht man Schulkinder, die kaum die Pedale erreichen, auf Rollern zur Schule brausen. Eltern lassen es zu, weil der Schulbus oft keine zuverlässige Alternative ist. Verkehrsregeln wie Vorfahrt, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder das Verbot, zu dritt oder viert auf einem Roller zu fahren, werden ignoriert – besonders außerhalb von Bangkok.

Elektroroller: Harmlos? Von wegen!

Elektroroller sind in Thailand der neue Renner. Leise, günstig, scheinbar harmlos. Doch die Realität ist ernüchternd: Viele dieser Roller sind nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Sie fehlen oft an grundlegender Ausstattung wie Beleuchtung, Blinker oder funktionierenden Bremsen. Laut thailändischem Gesetz müssen alle motorisierten Fahrzeuge, einschließlich Elektroroller, zugelassen sein und ein Nummernschild sowie einen Steueraufkleber tragen. Ohne diese Papiere? Illegal! Wer erwischt wird, zahlt bis zu 2.000 Baht Strafe. Und Kinder, die solche Roller fahren, setzen nicht nur sich, sondern auch ihre Eltern einem Risiko aus: Versicherungen können Leistungen verweigern, wenn das Fahrzeug nicht zugelassen ist oder der Fahrer keinen gültigen Führerschein hat.

Schulbus? Eher ein umgebauter LKW!

In vielen ländlichen Gegenden Thailands ist der „Schulbus“ ein umgebauter Pick-up, auch Songthaeo genannt. Offene Ladefläche, ein paar Holzbänke, ein Dach drüber – fertig. Diese Fahrzeuge sind oft überladen, unsicher und fahren nur ein- oder zweimal am Morgen. Wer den Songthaeo verpasst, hat Pech. Viele Eltern sehen keine andere Lösung, als ihre Kinder auf Rollern zur Schule zu schicken – oder sie selbst zu fahren. Doch selbst diese „Busse“ sind keine sichere Alternative: Ohne Sicherheitsgurte oder Kindersitze sind Kinder auf der Ladefläche bei Unfällen schutzlos. Seit 2022 ist es zudem gesetzlich vorgeschrieben, dass Kinder unter 6 Jahren in Fahrzeugen mit Sicherheitsgurten in einem Kindersitz transportiert werden müssen. Die Realität? Kaum umgesetzt.

Unfallzahlen schreien nach Veränderung

Die Zahlen sind erschreckend: Thailand gehört zu den Ländern mit den höchsten Verkehrstoten weltweit. Laut WHO gibt es 36,2 Verkehrstote pro 100.000 Einwohner, und ein Großteil der Opfer sind Motorradfahrer – darunter viele junge Fahrer. Im Jahr 2025 starben bisher 10.186 Menschen bei Verkehrsunfällen, die meisten auf Motorrädern. Kinder sind besonders gefährdet, da sie weder die Erfahrung noch die körperliche Statur haben, um im chaotischen Verkehr zu bestehen. Alkohol, fehlende Helme und überhöhte Geschwindigkeit sind die Hauptursachen. Besonders während des thailändischen Neujahrsfests Songkran explodieren die Unfallzahlen.

Polizeikontrollen gibt es, aber sie sind unregelmäßig. In Touristenhochburgen wie Phuket oder Pattaya werden Verstöße wie das Fahren ohne Helm oder Führerschein strenger geahndet, doch in ländlichen Gegenden bleibt die Kontrolle lax. Wer ohne gültigen Führerschein fährt, riskiert Strafen von 1.000 bis 2.000 Baht – im schlimmsten Fall droht bei Unfällen sogar Gefängnis, besonders wenn Kinder beteiligt sind.

Was tun? Alternativen und Lösungen

Der Schlüssel zur Verkehrssicherheit liegt in besseren Alternativen und strengerer Durchsetzung der Gesetze. Schulbusse müssen zuverlässiger und sicherer werden – mit ausreichend Plätzen, Sicherheitsgurten und regelmäßigen Fahrplänen. Verkehrserziehung in Schulen könnte Kinder auf die Gefahren vorbereiten, doch aktuell lernen sie die Regeln „on the road“ – wenn überhaupt. Eltern sollten zudem verpflichtet werden, ihre Kinder nur mit zugelassenen Fahrzeugen und Helmen fahren zu lassen. Für Touristen gilt: Ohne internationalen Führerschein (nach dem Wiener Übereinkommen von 1968) und Helm kein Roller! Wer länger als drei Monate bleibt, braucht einen thailändischen Führerschein.

Die App „Tourist Police I Lert U“ (Google) (Apple) bietet bei Unfällen schnelle Hilfe in Englisch oder Thai. Fotos und Informationen können direkt an die Polizei gesendet werden, um Unterstützung zu organisieren. Doch Prävention ist besser als Reaktion: Kinder gehören nicht auf Roller, sondern in sichere Transportmittel.

Kinderleben statt Rollerfreiheit

Thailand ist ein Paradies – aber im Straßenverkehr ein Albtraum. Kinder auf Rollern, ohne Helm, ohne Führerschein, in einem Verkehrschaos ohne Regeln – das ist Alltag, aber kein Standard, den man akzeptieren sollte. Die Regierung muss handeln: mehr Schulbusse, strengere Kontrollen, bessere Aufklärung. Bis dahin bleibt der Schulweg für viele Kinder ein Höllenritt auf zwei Rädern. Eltern, Polizei, Politiker – alle sind gefragt, damit die Kleinen sicher ankommen.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.