HUA HIN – Eine Beschwerde über Cannabis-Gestank hat thailändische Einwanderungspolizisten auf die Spur eines international Gesuchten geführt. Ein schwedischer Staatsbürger, per Interpol-Red Notice zur Fahndung ausgeschrieben, lebte seit einem Jahr unerkannt in einem Condo.
Verdacht der Nachbarn bestätigt sich
Alles begann mit Unmut unter den Anwohnern eines Condominiums in Hua Hin. Ein ausländischer Mieter verursache starke Gerüche, so die Beschwerde.
Die Einwanderungsbehörde ging der Sache nach. Bei der Überprüfung stach ein auffälliges Hals-Tattoo des Mannes ins Auge.
Die Ermittler gaben seinen Namen in die internationale Fahndungsdatenbank ein – und der Treffer war spektakulär. Es handelte sich um einen per Interpol-Roter Notice gesuchten Schweden.
Razzia im Condo – Festnahme im Schlafanzug
Am Morgen des 17. Januar schlugen die Beamten zu. Unter der Leitung von Generalmajor Phanthana Nuchanart stürmte ein Team die Wohnung.
Sie trafen den Gesuchten, der sich als Mr. Noa identifizierte, offenbar völlig unvorbereitet an. „Er war verwirrt, nur teilweise angezogen und versuchte, seine Identität zu leugnen“, berichtet eine Polizeiquelle.
Doch seine Einwände halfen nichts. Der Vergleich mit den Fahndungsunterlagen, insbesondere dem unverwechselbaren Tattoo, war eindeutig.
Schwere Vorwürfe aus Schweden
Die Vorwürfe aus seiner Heimat wiegen schwer. Der Schwede wird beschuldigt, ein großes Drogengeschäft mit Kokain, Amphetaminen und Cannabis betrieben zu haben.
Zudem soll er unter Drogeneinfluss und mit hoher Geschwindigkeit im Gegenverkehr gefahren sein, was eine erhebliche Gefahr für die Öffentlichkeit darstellte.
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Der Besitz einer Schusswaffe ohne Erlaubnis rundet das Bild eines mutmaßlichen Schwerkriminellen ab, der vor der schwedischen Justiz geflohen war.
Aufenthaltserlaubnis sofort widerrufen
Bereits am Vortag der Festnahme hatten die Behörden entschieden, dass der Mann eine Gefahr darstelle. Der Kommandeur der Einwanderungsbehörde 3, Generalmajor Songprod Sirisukha, widerrief umgehend seine Aufenthaltsgenehmigung.
Damit war seine rechtliche Grundlage, sich in Thailand aufzuhalten, mit sofortiger Wirkung erloschen. Die Festnahme erfolgte nicht nur aufgrund des Interpol-Haftbefehls, sondern auch wegen des Verstoßes gegen das Einwanderungsgesetz. Seine Hoffnung, unerkannt in einem Touristengebiet unterzutauchen, hatte sich zerschlagen.
Was kommt als Nächstes auf den Schweden zu?
Mr. Noa befindet sich nun in Gewahrsam der thailändischen Einwanderungsbehörde. Die nächsten Schritte folgen den gesetzlichen Verfahren für flüchtige Ausländer.
In der Regel koordiniert sich Thailand in solchen Fällen mit dem Heimatland des Täters. Es ist wahrscheinlich, dass ein Auslieferungsverfahren eingeleitet wird, um ihn nach Schweden zu überstellen.
Für die Nachbarn in Hua Hin bedeutet das Ende einer unruhigen Zeit. Ihre Wachsamkeit führte dazu, dass ein international Gesuchter nicht länger in Freiheit leben kann.
🗣 Wie viele verstecken sich noch mitten unter uns?
Ein Mann lebt monatelang in einem Wohnhaus – und steht gleichzeitig auf einer internationalen Fahndungsliste wegen schwerer Drogendelikte. Wie viele solcher Fälle bleiben unentdeckt?
Ist Thailand Rückzugsort für globale Kriminelle – oder zeigt dieser Zugriff, dass das Netz enger wird? Und wo endet Gastfreundschaft, wenn öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht?




Das ist ja wieder mal typisch! Da wird ein Ausländer aus der Red-Notice-Liste von Interpol nur deshalb gefasst, weil sich ein paar Nachbarn wegen „starken Gerüchen“ beschweren. Der Kerl hatte ganz offensichtlich ein gültiges Visum und sich dementsprechend wohl auch alle 90 Tage brav bei der Immigration gemeldet. Und da fällt sowas überhaupt nicht auf? Sauber!
Nun gut, das kann natürlich schon sein, wenn man ansonsten mit ganz speziellen Hua-Hin-Anforderungen für jeden Rentner, etc. arbeitstechnisch sowieso schon mehr als ausgelastet ist. Muss man schon verstehen.