BANGKOK – Die schwedische Botschaft in Bangkok hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach Schweden den Verkauf zusätzlicher Saab JAS 39 Gripen-Kampfjets an Thailand ausgesetzt habe. Es gebe keine Entscheidung, das Rüstungsgeschäft zu stoppen, erklärte die Vertretung am Freitag und sprach von „Gerüchten“.
Zuvor hatte die Phnom Penh Post berichtet, Schweden habe nach den jüngsten Luftschlägen der thailändischen Luftwaffe auf kambodschanisches Gebiet den Deal ausgesetzt. Als Quelle nannte das Blatt einen Beitrag der US-Fachpublikation Breaking Defense vom 29. Juli.
Tatsächlich hatte Breaking Defense bestätigt, dass es sich bei dem jüngsten Einsatz um die erste dokumentierte Kampfanwendung des Gripen durch die thailändische Luftwaffe handelte. Von einem Verkaufsstopp war in dem Artikel jedoch keine Rede. Stattdessen wurde die Frage aufgeworfen, ob der Kampfeinsatz des Jets sich künftig auf schwedische Exportentscheidungen auswirken könnte.
Neue Rüstungsgeschäfte müssten laut dem Bericht ohnehin von Schwedens Außenministerium und den zuständigen Kontrollbehörden genehmigt werden. Außenministerin Maria Malmer Stenergard sagte lediglich, man beobachte die Entwicklungen im Grenzkonflikt genau – eine Aussage über den Fortgang des Geschäfts machte sie jedoch nicht.
Die Darstellung der Phnom Penh Post scheint somit den Inhalt des Originalartikels verzerrt wiederzugeben. Offizielle Hinweise auf eine Aussetzung des Gripen-Deals gibt es bislang nicht. Beobachter vermuten, dass durch solche Berichte gezielt Thailands internationale Position geschwächt werden soll.

Thailand plant derzeit den Kauf von zwölf Gripen-Kampfjets der E/F-Serie sowie begleitender Luftverteidigungssysteme. Das schwedische Parlament hat der Regierung bereits grünes Licht für mögliche Verhandlungen gegeben. Ein endgültiger Vertrag steht jedoch noch aus.



