Shitstorm in Thailand: Retter betreten Haus mit Schuhen bei Notfall

Rettungskräfte stürmen ein Haus in Hat Yai – und werden online zerrissen, weil sie ihre Schuhe nicht ausziehen. Doch was im Inneren wirklich passierte, lässt die Empörung plötzlich kippen…

Shitstorm in Thailand: Retter betreten Haus mit Schuhen bei Notfall
KhaoSod nglish

Hatyai, Thailand – Ein Rettungsteam geriet online in die Kritik, weil es bei einem Notfalleinsatz Schuhe im Haus trug. Die Stiftung entschuldigte sich, betonte aber den Zeitdruck bei einem mutmaßlichen Schlaganfall.

Auslöser: Ein Social-Media-Post über Schuhe im Haus

In Hatyai sorgte ein Beitrag einer Frau für Aufsehen, nachdem sie schrieb, Rettungskräfte hätten ihr Zuhause mit Schuhen betreten, während sie einen Patienten versorgten.

Sie kritisierte dies als Verstoß gegen Etikette und Höflichkeit und erklärte, das sei für sie „inakzeptabel“.

Reaktionen im Netz: Kritik an der Kritikerin

Der Post löste laut Berichten breite Verwirrung unter Internetnutzern aus, viele stellten sich gegen die Verfasserin.

Zahlreiche Kommentierende warfen ihr vor, die Helfer öffentlich anzugreifen, obwohl diese in einer Notsituation gehandelt hätten.

Stellungnahme der Taphong Therdtham Rescue Foundation

Die Taphong Therdtham Rescue Foundation veröffentlichte später eine Erklärung und entschuldigte sich für den Vorfall.

Gleichzeitig verwies die Organisation auf die Dringlichkeit des Einsatzes und darauf, dass in solchen Momenten jede Verzögerung riskant sein kann.

Medizinischer Hintergrund: Schlaganfall als Wettlauf gegen die Zeit

Nach Angaben der Stiftung befand sich der Patient in kritischem Zustand und benötigte bei Verdacht auf Schlaganfall eine sofortige Behandlung.

Entscheidend seien Maßnahmen wie gerinnselauflösende Medikamente oder ein Eingriff innerhalb von 4,5 Stunden, zudem werde ein CT des Gehirns typischerweise innerhalb von 30 bis 60 Minuten durchgeführt, um rasch therapieren zu können.

Der Einsatz laut Rettungskraft: Keine Zeit für Schuhe ausziehen

Ein beteiligter Rettungsbeamter sagte gegenüber Khaosod, der Notruf sei am 3. April um 10:50 Uhr eingegangen und habe einen Patienten mit plötzlich auftretender Schwäche betroffen.

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Vor Ort habe der Patient sich nicht bewegen können, verwaschen gesprochen und benommen gewirkt, weshalb das Team Ausrüstung schnell ins Haus bringen musste und die Schuhe anließ, um keine lebensrettende Zeit zu verlieren.

Keine Einwände vor Ort – und übliche Praxis bei Notfällen

Der Beamte erklärte zudem, Angehörige des Patienten hätten sich während des Einsatzes nicht an den Schuhen gestört.

In vielen Haushalten werde bei akuten Notfällen das Tragen von Schuhen toleriert, damit Helfer ohne Verzögerung arbeiten und Geräte sicher transportieren können.

Belastung für Helfer: Wut, Trauer und eine späte Entschuldigung

Das Team berichtete, die heftige Reaktion in sozialen Medien habe sie wütend und traurig gemacht, weil sie das Leben des Patienten an erste Stelle gesetzt hätten.

Eine Entschuldigung habe es demnach nur vom jüngeren Bruder der Frau gegeben, nicht jedoch von der Person, die den Beitrag veröffentlicht hatte.

Deine Meinung

Sollten Rettungskräfte in Notfällen grundsätzlich Schuhe ausziehen, oder ist das in kritischen Situationen wie bei einem Schlaganfall zweitrangig?

Wie seht ihr das Spannungsfeld zwischen kultureller Etikette und medizinischem Zeitdruck – schreibt eure Meinung in die Kommentare.

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Quelle: Khaosod English

8 Kommentare zu „Shitstorm in Thailand: Retter betreten Haus mit Schuhen bei Notfall

  1. Das ist richtig! In meinem Heimatland gibt es sogar einen Erlass, dass das SEK selbst mit Schuhen einen Schwerstkriminellen Gast von Mutti nicht in seiner Unterkunft verhaften kann. Jetzt bin ich gespannt, welcher Kommentar vom Platzhirsch des Forums kommt.

        1. so einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört oder gelesen!
          Man man etwas nicht weiss sollte man unbedingt den Mund halten und erst recht kein so dummes Zeug verbreiten denn,
          wenn die SEK oder wer auch immer , wie die uniformierte Polizei, einen Durchsuchungsbefehl hat, wird die Wohnung betreten! Wenns sein muss mit Gewalt uund mit Kampfstiefeln an den Füssen!!!
          Und ob da Muslime leben oder der Kaiser von China ist völlig wurscht!
          Wäre ja noch mal schöner, wenn man zur Festnahme die Schuhe ausziehen müsste.
          Liebe Leute, so wie oben ein Gerhard, gibt es unzählige sogenannte Experten, die Unsinn verbreiten!
          Ein Mann vom Fach

  2. Da stellt sich doch mal die Frage, warum denn in Thailand die Schuhe ausgezogen werden sollen. Ja, warum? Wahrscheinlich ist das aus historischen Gründen so, weil die Thais ja auf dem Boden essen. Jedenfalls in der Historie und auch heute noch in vielen Häusern. Richtig? Aber ist das heute noch so? Nicht mehr überall und es gibt Saug- und Wisch-Roboter. Eigentlich gibt es dann für die Tisch-Esser keinen Grund mehr, die Schuhe auszuziehen.
    Ein weiteres Argument ist, daß im Gegensatz zu früher, heute die Thais geschlossene Schuhe tragen. Die kann man nicht so schnell abstreifen wie einfache Slippers. Wer mal schnell was draußen holen will, soll sich die Schuhe anziehen, zubinden, seine Sache erledigen, dann die Schuhe wieder ausziehen? Welch unnötiger Zeitaufwand.
    Im Falle einer Rettung oder Verhaftung, wie die Vordiskutanten erwähnten, da ist das Ausziehen von Schuhen natürlich völlig indiskutabel. Die einfache Frage ist, was ist wichtiger: Rettung oder vermeiden von kleinsten Schmutzpartikeln auf dem Boden. Die Antwort dürfte jedem klar sein.
    Und eine weitere Frage, die am Rande damit zu tun hat, ist: Wenn in Thailand der Fußboden so sauber sein soll, warum finden sich entlang der Straßen richtige Mülldeponien? Essensreste, Plastiktüten, Plastik- und Glasflaschen, Pizzakartons werden achtlos aus dem Autofenster geworfen oder vom Motorrad. Dazu kommt das vollständige wegwerfen von Abfallsäcken usw. Kann mir jemand helfen, um das Verhalten der Thais in diesem Zusammenhang zu verstehen?

    1. Helfen nicht unbedingt, versuchen, eine Erklärung zu geben schon eher. Die Schuhe vor betreten eines Hauses auszuziehen, bedeutet Respekt, Höflichkeit und hat neben der Sauberkeit auch kulturelle Aspekte. Und ich bin mir relativ sicher, es ist auch heute noch so, trotz festem Schuhwerk oder Zeitaufwand. In oben beschriebener Situation konnten die Helfer gar nicht anders, denn bei Anzeichen von Schlaganfall zählt jede Minute. War ihnen aber trotzdem sehr unangenehm, dafür spricht die anschließende Entschuldigung.

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