AIDS-Tempel nutzt Personalausweis von Totem für Spendensammlung
Bangkok/Lop Buri – Ein beispielloser Skandal erschüttert eines von Thailands bekanntesten AIDS-Hospizen: Das Innenministerium hat eine Tiefenuntersuchung gegen das Wat Phrabatnampu angeordnet, nachdem bekannt wurde, dass die Personalausweis-Nummer eines verstorbenen Mannes für die Eröffnung eines PromptPay-Kontos zum Empfang öffentlicher Spenden verwendet wurde. Innenstaatssekretär Unsit Sampuntharat erklärte am Montag, dass das Ministerium für Provinzverwaltung (DOPA) eine umfassende Untersuchung des Tempels durchführen werde, der unter dem Namen Arthorn Prachanart-Fonds operierte.
Arthorn Prachanart war früher ein Mönch, bekannt als Luang Phor Alongkot, und war bis zu seinem kürzlichen Rücktritt Abt des AIDS-Hospiz-Tempels. Unsit wies die Abteilung für Provinzverwaltung an, die Untersuchung innerhalb von zwei Wochen abzuschließen und ihre Ergebnisse zu berichten. Am Sonntag gab die Abteilung auf Facebook bekannt, dass die Personalausweis-Nummer x-xxxx-xx796-46-3 des verstorbenen Alongkot Polmuk verwendet wurde, um ein PromptPay-Konto als Tempelfonds zu eröffnen.
Verwirrung um ähnliche Namen
DOPA bestätigte auch, dass Luang Phor Alongkot, der 65-jährige ehemalige Abt von Wat Phrabatnampu, seinen weltlichen Namen 2009 von Kriengkrai Phetkaew zu Alongkot Pulmuk änderte. Der Name ist fast identisch mit dem Namen des Verstorbenen und unterscheidet sich nur durch eine geringfügige Variation in den Familiennamen – Polmuk und Pulmuk. Unsit bestätigte, dass es sich um zwei verschiedene Personen handelte. Luang Phor Alongkot, alias Alongkot Pulmuk, wurde 1960 geboren, während der verstorbene Alongkot Polmuk 1962 geboren wurde. Ihre Personalausweisnummern waren ebenfalls unterschiedlich.
Der Staatssekretär sagte, die Untersuchung werde sich auf die Personen konzentrieren, die die Personalausweisnummer des verstorbenen Mannes verwendeten, um das PromptPay-Konto zu eröffnen. Berichten zufolge reichte ein Sohn des verstorbenen Alongkot Polmuk eine Beschwerde über die Verwendung der Personalausweisnummer seines Vaters bei der Polizei in der Provinz Ayutthaya ein. Der Sohn, der aus Sicherheitsgründen um Anonymität bat, sagte, er sei besorgt, dass die Identität seines toten Vaters missbraucht werde.
Millionen-Spenden seit 2018 gesammelt
Das PromptPay-Konto wird Berichten zufolge seit 2018 zum Empfang von Spenden verwendet und hat über die Jahre Millionenbeträge gesammelt. Die Behörden untersuchen die Finanzen von Wat Phrabatnampu inmitten von Verdächtigungen über dessen Verwaltung und die Verwendung der enormen Spenden, die Menschen landesweit dem Tempel über etwa drei Jahrzehnte gegeben hatten.
Der ehemalige Abt, Luang Phor Alongkot, hatte für finanzielle Hilfe geworben, um HIV/AIDS-Opfern zu helfen, die im Tempel im Bezirk Muang von Lop Buri untergebracht waren. Es gibt Verdächtigungen, dass Spenden nicht direkt für die Behandlung von Patienten ausgegeben wurden, und auch über den Bildungshintergrund von Luang Phor Alongkot. Der Skandal wirft ein dunkles Licht auf eine Institution, die jahrelang als Hoffnungsträger für AIDS-Patienten galt und das Vertrauen der thailändischen Öffentlichkeit genoss.
Vertrauensverlust für AIDS-Hospiz
Der schockierende Betrugsfall bedroht nicht nur das Ansehen des Wat Phrabatnampu, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen über die Kontrolle religiöser Institutionen in Thailand auf. Das Hospiz, das sich über Jahrzehnte als Zufluchtsort für AIDS-Kranke einen Namen gemacht hatte, steht nun unter dem Verdacht, Spendengelder missbraucht zu haben. Die Verwendung der Identität eines Verstorbenen für Finanztransaktionen stellt nicht nur einen rechtlichen Verstoß dar, sondern erschüttert auch das Vertrauen unzähliger Spender, die in gutem Glauben Millionenbeträge für die Hilfe bedürftiger Patienten gespendet hatten.
Experten warnen vor den weitreichenden Folgen dieses Skandals für das gesamte System der religiösen Wohltätigkeitsorganisationen in Thailand, da er systematische Schwächen in der Überwachung und Kontrolle solcher Einrichtungen offenbart.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die zweiwöchige Untersuchungsfrist, die Innenstaatssekretär Unsit gesetzt hat, deutet auf die Dringlichkeit hin, mit der die Behörden diesen Fall behandeln. Die intensive Medienaufmerksamkeit und öffentliche Empörung setzen die Regierung unter Druck, schnelle und transparente Ergebnisse zu liefern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Verantwortlichen nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch die vollständige Diskreditierung einer Institution, die einst als Vorbild für soziale Arbeit galt.
Der Fall zeigt auch die Schwächen des PromptPay-Systems auf, das offenbar nicht über ausreichende Sicherheitsmechanismen verfügt, um die Identität von Kontoinhabern zu überprüfen und den Missbrauch verstorbener Personen zu verhindern.



