SAMUT SAKHON, THAILAND – Ein staatliches Verbot, Kraftstoff in Kanistern zu verkaufen, legt viele Kleinfischer an der Küste faktisch lahm und nährt die Sorge vor weniger Seafood in den Märkten. Gleichzeitig verteuerte sich „Green Diesel“ um 5 Baht pro Liter, was auch größere Fangflotten zusätzlich belastet.
Maßnahme gegen Hamstern trifft die Falschen
Am 7. März 2026 stoppten einzelne Tankstellen den Verkauf bestimmter Kraftstoffsorten und gaben unter den geltenden Vorgaben keinen Sprit mehr in Kanister ab.
Die Regierung verfolgt damit das Ziel, in einer angespannten Lage Vorratshaltung zu verhindern und die Versorgung zu steuern, doch im Küstenalltag funktioniert das System anders.
Warum Kleinfischer ohne Kanister nicht auslaufen können
Viele traditionelle Fischer betreiben kleine Boote, die nicht einfach an eine Tankstelle fahren können, und sind deshalb auf Kanister angewiesen, um ihre Motoren am Liegeplatz zu betanken.
Fällt diese Möglichkeit weg, bleiben Boote im Hafen, obwohl die Männer und Frauen oft seit Jahren bei denselben Tankstellen einkaufen und ihren Bedarf nachvollziehbar für die Arbeit nutzen.
Samut Sakhon schlägt Alarm – Verband sieht Lieferkette in Gefahr
Kamon Kraiwatnussorn, Vizepräsident der Samut Sakhon Fisheries Association, sagte als Bootseigner und Händler am Talay-Thai-Markt, die Lage treffe vor allem Küsten- und Traditionsgemeinden.
Er berichtete, dass Kleinfischer zeitweise keinen Kraftstoff für ihre Bootsmotoren bekämen, weil manche Tankstellen trotz bekannter Stammkundschaft den Kanisterverkauf verweigerten.
Green Diesel teurer – auch große Boote unter Druck
Neben den Kleinfischern geraten auch kommerzielle Betreiber größerer Fangschiffe unter Kostendruck, weil „Green Diesel“ zwar verfügbar blieb, aber am Freitag um 5 Baht pro Liter teurer wurde.
Steigende Betriebskosten treffen eine Branche besonders hart, in der Ausfahrten, Kühlung und Transport laufend bezahlt werden müssen, bevor überhaupt ein Baht Umsatz im Markt ankommt.
Risiko für Märkte – Preise noch stabil, aber nicht mehr lange
Kamon Kraiwatnussorn warnte, ohne Fang auf dem Land sinke das Angebot, und dann würden die Preise nach Marktlogik steigen, selbst wenn sie aktuell noch nicht angezogen hätten.
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Er verwies zudem auf Folgewirkungen entlang der Kette: Wenn weniger Ware anlandet, geraten auch Eislieferanten und Beschäftigte in Verarbeitung und Handel unter Druck, bis hin zu einem höheren Arbeitslosigkeitsrisiko.
Beschwerde bei Behörden – Forderung nach Übergangslösung
Nach Angaben von Kamon Kraiwatnussorn sammelte der Präsident der Samut Sakhon Fisheries Association bereits Informationen und reichte bei den Provinzbehörden eine Beschwerde ein.
Gefordert werden vorübergehende Erleichterungen, weil das Betanken per Kanister in Küstengemeinden ein normaler Bestandteil des Alltags ist und nicht automatisch mit Hamstern gleichgesetzt werden könne.
Hoffnung auf mehr Inlandsversorgung – Warnung vor längerem Konflikt
Auslöser der angespannten Lage sind laut Berichten auch Kämpfe im Nahen Osten, die Öltransporte nach Thailand beeinträchtigen, wodurch die Versorgungslage empfindlicher wird.
Die Hoffnung in der Branche sei, dass die Regierung mehr Kraftstoff für den Binnenmarkt sichern könne, denn noch gebe es keinen offenen Mangel, aber ein längerer Ausnahmezustand hätte deutlich härtere Folgen.



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