UBON RATCHATHANI, THAILAND – In Ubon Ratchathani ermittelt die Polizei gegen einen Ermittler, der von Anzeigeerstattern wiederholt „Spritgeld“ und weitere Zahlungen verlangt haben soll. Mindestens vier mutmaßliche Opfer wurden identifiziert; disziplinarische und strafrechtliche Schritte laufen.
Vier mutmaßliche Opfer in ähnlichen Fällen
Nach Angaben des nationalen Polizeisprechers Pol Lt Gen Trairong Piwpan wurden mindestens vier vergleichbare Fälle mit einem Ermittler der Polizeistation Muang Sam Sip in Verbindung gebracht.
Die bisherigen Erkenntnisse deuteten auf ein wiederkehrendes Muster hin: In Zusammenhang mit Amtshandlungen soll der Beamte Geld von Beschwerdeführern verlangt haben.
Vorwurf: Geldforderungen im Zusammenhang mit Diensthandlungen
Die vier Fälle wiesen laut Trairong ähnliche Merkmale auf und unterschieden sich vor allem in der Formulierung, nicht aber im Kern der Vorwürfe.
In allen Fällen gehe es um Versuche, von Bürgern Geld zu verlangen, obwohl es sich um Aufgaben im Rahmen des Polizeidienstes handele.
Versetzung des Beamten während der Ermittlungen
Der beschuldigte Beamte, Pol Lt Col Thaksin Wonganan, wurde bis zum Abschluss der Untersuchung an ein Operationszentrum in der Stadt Ubon Ratchathani versetzt.
Die Maßnahme soll sicherstellen, dass die Ermittlungen ohne Einflussnahme durchgeführt werden können, während die Vorwürfe geprüft werden.
Beispiel 1: 300 Baht „Spritkosten“ für Tatortbesichtigung
In einem Fall soll ein Anzeigeerstatter aufgefordert worden sein, 300 Baht als Treibstoffkosten zu zahlen, damit der Beamte zu einem Einbruchsort zur Besichtigung fahren könne.
Der Vorwurf richtet sich damit gegen eine Zahlung, die unmittelbar an eine polizeiliche Amtshandlung gekoppelt gewesen sein soll.
Beispiel 2: Online-Betrug und Forderung nach mehreren Tausend Baht
Eine weitere Betroffene, die 39-jährige Niphaphon, berichtete, sie sei um 3.000 Baht gebeten worden, nachdem ihr mitgeteilt worden sei, Verdächtige in ihrem Online-Betrugsfall seien festgenommen worden.
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Sie sagte zudem, der Beamte habe erklärt, sie solle ihm einen Anteil von 50.000 Baht geben, wenn sie ihr Geld zurückhaben wolle; am Ende habe sie nach geliehenem Bargeld 1.500 Baht gezahlt.
Polizei: Verhalten illegal und nicht tolerierbar
Trairong betonte, ein solches Vorgehen sei illegal und verstoße gegen Polizeivorschriften, da Polizisten bereits Gehälter und Zulagen erhalten.
Geldforderungen gegenüber der Öffentlichkeit seien inakzeptabel, rechtswidrig und würden nicht geduldet, erklärte der Sprecher.
Nationaler Polizeichef ordnet striktes Vorgehen an
Laut Trairong habe der nationale Polizeichef Pol Gen Kittharath Punpetch angeordnet, bei bestätigtem Fehlverhalten konsequent durchzugreifen.
Es werde keinen Schutz geben; sowohl disziplinarische Maßnahmen als auch strafrechtliche Verfahren würden verfolgt, hieß es.
Mögliche Strafrechtsparagrafen: Section 157 und Section 149
Die mutmaßlichen Taten könnten nach Trairongs Angaben unter Section 157 des Strafgesetzbuchs (Amtsmissbrauch) sowie unter Section 149 (Fordern von Vorteilen) fallen.
Welche Tatbestände am Ende angewendet werden, hängt von den Ermittlungsergebnissen und der Beweislage ab.
Weitere Zeugen werden kontaktiert, Transparenz angeordnet
Die Polizei habe begonnen, weitere mögliche Beschwerdeführer zu kontaktieren, um zusätzliche Beweise zu sichern und den Umfang der Vorwürfe zu klären.
Lokale Kommandeure seien angewiesen worden, Transparenz und Fairness sicherzustellen; Gebührenforderungen für Polizeidienstleistungen seien unter keinen Umständen zulässig.
Deine Meinung
Wie verbreitet sind solche „Spritgeld“-Forderungen aus eurer Sicht im Alltag, und welche Maßnahmen würden das Vertrauen in die Polizei am stärksten verbessern?
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