Es ist Freitag, der 13. Februar 2026, kurz vor 18:00 Uhr. Der Abend in Jomtien empfängt mich mit herrlich angenehmen Temperaturen. Kein Hitzeflimmern auf dem Asphalt – stattdessen weht eine milde, erfrischende Brise, während ich nach vorne blicke und ein rotes Meer aus Bremslichtern sehe. Eine endlose Schlange aus Autos steht völlig still.
Doch ich sitze fest im Sattel meiner Maschine und spüre das vertraute Grollen im Bauch. Mit einem kurzen Dreh am Gasgriff ziehe ich einfach links an der stehenden Autokolonne vorbei, die sich langsam Richtung Festivalgelände schiebt. Es ist ein befreiendes Gefühl, sich nicht in die Schlange einreihen zu müssen. Das ist die Freiheit, die man nur auf zwei Rädern so richtig spürt.
Privileg auf zwei Rädern: Vorbeiziehen an der Schlange
Während die Autos sich Meter für Meter vorkämpfen, gleite ich mühelos an ihnen vorbei. Es ist das ultimative Biker-Privileg an diesem Wochenende auf der Zufahrtsstraße. Die thailändischen und ausländischen Autofahrer warten mit einer bewundernswerten Gelassenheit. Man sieht keine Hektik und hört kein Gehupe; die Leute warten einfach entspannt, bis sie endlich zur Burapha Bike Week einbiegen können.
Die Sicherheitskräfte entlang der Hauptstraße haben alles im Blick und regeln den Wahnsinn mit ihren Trillerpfeifen. Sie sorgen dafür, dass wir Zweiradfahrer ungehindert passieren können, während die Blechlawine geduldig auf den Einlass zum Parkplatz des Festivals wartet. Man grüßt andere Biker, die dasselbe Manöver machen, mit einem kurzen Kopfnicken. Der Weg ist frei, die Stimmung steigt von Meter zu Meter.
Das Privileg der großen Maschinen: Parken ganz vorne
An der Haupteinfahrt zum Gelände werde ich von den freundlichen Ordnern direkt durchgewinkt. Mein „Big Bike“ – so nennt man hier in Thailand alles ab einer bestimmten Kubikzahl – verschafft mir sofort Respekt. Ich werde nicht auf die Standardflächen geschickt, sondern darf weiter nach vorne fahren, wo die schweren Maschinen ihren Ehrenplatz direkt am Eingang der Bike Week haben.
Die Einweiser dirigieren mich zielsicher auf den speziellen Parkplatz für die großen Eisen. Hier stehen die Maschinen bereits perfekt aufgereiht, Chrom an Chrom, glänzend im sanften Licht der Dämmerung. Ich klappe den Ständer aus und nehme mir einen Moment Zeit, um die unglaubliche Vielfalt an Modellen zu bewundern, die hier heute aus ganz Thailand zusammengekommen sind.
Die Allee der Träume: Kurs auf das Festivalherz
Sobald man das Bike abgestellt hat, eröffnet sich der Blick auf die lange Allee, die als zentrale Achse direkt in das Geschehen führt. Es ist ein imposantes Bild, wie sich die vielen Besucher durch diesen Korridor bewegen. Auf der rechten Seite fällt sofort auf, dass Baumaßnahmen stattgefunden haben – dort, wo früher viele kleine Stände im Grünen waren, ist jetzt abgesperrt.
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Obwohl man den alten Charme des Parks auf der rechten Seite ein wenig vermisst, ist die Energie auf dieser Allee ungebrochen. Es ist der Puls der Burapha Bike Week. Man merkt sofort, dass die Organisation dieses Jahr auf eine zentrale Achse setzt, die alle Besucher zielsicher zum Herzen des Geschehens leitet. Ich genieße das geschäftige Treiben, während es langsam dunkler wird.
Marktplatz der Kulinarik auf der rechten Seite
Die gesamte rechte Seite der Allee ist gesäumt von einer Vielzahl an Essensständen, die sich lückenlos bis zum Ende durchziehen. Der Duft von Gewürzen und verschiedenen thailändischen Spezialitäten liegt schwer und verführerisch in der Luft. Hier gibt es eine riesige Auswahl für den schnellen Hunger zwischendurch, während man gemütlich über das Gelände schlendert.
Man sieht die Leute mit kleinen Snacks in der Hand, die das bunte Treiben beobachten. Es ist die klassische thailändische Markt-Atmosphäre, die wir so lieben. Doch die ganz besonderen Highlights, auf die wir uns heute Abend gefreut haben, finden wir hier noch nicht – dafür müssen wir erst den Weg bis zum Ende der Allee fortsetzen und dann gezielt abbiegen.
Die Event-Zone links: Ein Parkplatz wird zum Marktplatz
Auf der linken Seite der Allee erwartet mich ein völlig anderes Bild. Ein riesiger Parkplatz wurde hier komplett umfunktioniert und dient nun als zentrale Fläche für alles, was das Biker-Herz höher schlagen lässt. Es ist eine weitläufige Fläche mit Verkaufsständen, Ersatzteilhändlern und Ausstellungsbereichen, die zum Verweilen, Stöbern und Fachsimpeln einladen.

Man findet hier alles: von nagelneuer Biker-Kleidung bis hin zu Second-Hand-Bauteilen, die in Kisten auf neue Besitzer warten. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieser Platz genutzt wird, um die Vielfalt der Szene zu präsentieren. Überall herrscht reger Betrieb, Menschen feilschen um seltene Teile oder probieren neue Westen an. Es ist ein Marktplatz der reinen Leidenschaft.
Chrom-Juwelen und sportliche Maschinen
Inmitten dieser großen Fläche auf der linken Seite gibt es wahre Schätze zu entdecken. Die Marke Triumph ist prominent vertreten, aber auch unzählige individuelle Umbauten ziehen die Blicke auf sich. Es ist eine Mischung aus glänzendem Chrom, tiefgelegten Choppern und giftigen, sportlichen Maschinen, die nebeneinander um die Gunst der neugierigen Fotografen buhlen.
Die Liebe zum Detail bei den Chrom-Bikes ist Wahnsinn – man kann sich in den Tanks förmlich spiegeln. Auf der anderen Seite stehen die High-Tech-Sportler, die pure Geschwindigkeit ausstrahlen. Diese Vielfalt zeigt, dass die Burapha Bike Week keine Grenzen kennt. Jeder findet hier sein Traumbike und man kann die Maschinen aus nächster Nähe in aller Ruhe bestaunen.
Biker-Talk und echte Typen: Die Seele des Treffens
Zwischen all den Verkaufsständen auf der linken Seite gibt es immer wieder Plätze, an denen Biker in kleinen Gruppen zusammensitzen. Es wird gefachsimpelt, gelacht und einfach nur eine Runde „gequatscht“. Man tauscht Erfahrungen aus oder plant die nächste große Tour durch Thailand. Diese kleinen, informellen Runden sind es, die den echten Zusammenhalt ausmachen.
Es ist eine ungezwungene Atmosphäre, in der man schnell Anschluss findet. Man setzt sich dazu, hält einen kleinen Plausch und ist sofort Teil des Ganzen. Hier geht es nicht nur um den Konsum von Teilen, sondern um das menschliche Miteinander. Die Stimmung ist friedlich und herzlich, was das Festival eben auch für Familien so attraktiv macht, die das bunte Treiben beobachten.
Action auf dem Asphalt: Qualmende Reifen in der Stunt-Area
Hier auf dem umfunktionierten Parkplatz brennt die Luft. Die Jungs lassen die Motoren aufheulen und die Reifen qualmen, dass man kaum noch die Hand vor Augen sieht. Es riecht nach verbranntem Gummi und Freiheit. Das ist kein Show-Zirkus, sondern echte Biker-Action, wie sie nur hier in Thailand zelebriert wird – ohne unnötigen synchronen Zirkus-Schnickschnack.
Purer, roher Wahnsinn auf zwei Rädern steht hier im Vordergrund. Die Menge tobt, wenn der dichte Qualm aufsteigt und die Maschinen im Nebel verschwinden. Hier zeigt sich, wer sein Eisen wirklich im Griff hat, ohne künstliches Tamtam. Das ist echte Leidenschaft, die man in jedem Knallen der Auspuffe spürt und die jeden echten Biker sofort begeistert.
Bullenreiten und Reiterglück auf der linken Seite
Kurz bevor man die Native Americans erreicht, gibt es auf der linken Seite noch eine besondere Attraktion: das mechanische Bullenreiten. Es ist ein Riesenspaß zuzusehen, wie mutige Besucher versuchen, sich im Sattel zu halten, während die Maschine bockt. Ein motorisierter Nervenkitzel, der für viele Lacher sorgt und Jung wie Alt gleichermaßen herausfordert.
Direkt daneben stehen echte Pferde bereit, was dem Ganzen eine fast schon ländliche Note verleiht. Besonders die Frauen und Kinder sind fasziniert und lassen sich gerne im Sattel der ruhigen Tiere ablichten. Es ist ein friedlicher Moment inmitten des Trubels, wenn sie stolz für ein Erinnerungsfoto posieren. Diese Schnappschüsse fangen die entspannte Stimmung des Festivals perfekt ein.
Native Americans am Ende der Allee
Wenn man die Allee fast bis zum Ende durchgelaufen ist, findet man auf der linken Seite den Bereich der Native Americans. Es ist ein faszinierender Kontrast zu den glänzenden Maschinen zuvor. Tipis, Traumfänger und handgefertigter Schmuck prägen das Bild. Hier herrscht eine ganz eigene, fast schon mystische Ruhe kurz vor dem eigentlichen Herzstück des Festivals.
Besonders die Frauen und Kinder sind von den kunstvollen Handarbeiten begeistert. Es gibt wunderschöne Federn, Lederarbeiten und kunstvollen Silberschmuck zu kaufen. Man merkt, dass dieser Bereich seinen festen Platz in der Burapha-Kultur hat. Es ist ein Ort der Tradition und des Handwerks, der zeigt, dass die Sehnsucht nach Freiheit viele verschiedene Gesichter hat.
Das Abbiegen zum Genuss: Grillhähnchen und Erdbeeren
Am Ende der Allee biegen wir nun nach rechts ab, dorthin, wo der feste Boden in das rustikale Festival-Herz übergeht. Und genau hier finden wir sie endlich: die Stände, auf die wir gewartet haben. Es gibt hier nur einen einzigen Stand mit Grillhähnchen, genau dort, wo wir immer anhalten. Wir sichern uns ein Hähnchen, das perfekt über der Glut gebräunt wurde – ein absolutes Muss!
Direkt daneben finden wir die köstlichen Erdbeeren aus dem kühlen Norden Thailands. Diese süßen Früchte sind so unglaublich lecker und eine willkommene Erfrischung nach dem staubigen Fußmarsch. Mit dem Hähnchen und den Erdbeeren in der Hand fühlen wir uns bereit für den gemütlichen Teil des Abends. Dieser kleine Umweg hat sich definitiv gelohnt!
Im rustikalen Herz: Die Areale der Motorradclubs
Nun erreiche ich das naturbelassene Gelände, das wahre Herzstück der Veranstaltung. Die verschiedenen Motorradclubs haben sich hier alle ihre ganz eigenen Areale geschaffen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie jeder Club seinen Bereich gestaltet hat, um die eigene Identität und die Liebe zum Bike stolz zu präsentieren.
Überall auf diesem ursprünglichen Boden stehen die schweren Maschinen der Clubs zum Bewundern bereit. In den Arealen wird aber nicht nur gefachsimpelt, sondern auch fleißig verkauft. Einige Clubs bieten saftiges Spanferkel an, während andere verschiedenstes thailändisches Essen, kühles Bier oder sogar Kleidung anbieten. Es ist ein lebendiger Platz der Szene.
Gemeinschaft unter Gleichgesinnten
Das Beste an diesem Bereich ist die offene Atmosphäre. Überall gibt es Sitzmöglichkeiten, an denen man sich einfach dazugesellen kann. Man kommt sofort ins Gespräch mit Leuten aus ganz Thailand und darüber hinaus. Es spielt keine Rolle, aus welchem Club man kommt oder was man fährt – man teilt die gleiche Leidenschaft und trinkt gemeinsam ein Bier.
Diese ungezwungenen Gespräche inmitten von Chrom und Staub machen den Kern der Burapha Bike Week aus. Man tauscht Geschichten von der Straße aus, lacht über Pannen und bewundert die unglaublichen Custom-Bikes der anderen. Es ist ein Ort der echten Verbundenheit, an dem man sich einfach wohlfühlt und die Zeit völlig vergisst, während die Musik näher rückt.
Metallkunst: Skulpturen aus Schrott und Stahl
Zwischen den vielen Motorrädern im Club-Bereich entdecke ich immer wieder spektakuläre Metallskulpturen, die aussehen wie aus einem Sci-Fi-Film. Diese beeindruckenden Werke findet man auch schon auf der Allee direkt am Eingang. Sie wurden aus alten Ketten, Zahnrädern und Motorenteilen kunstvoll zusammengeschweißt. Manche sehen aus wie riesige Insekten oder düstere Aliens, andere sind detailgetreue Nachbildungen legendärer Maschinen.

Die Kreativität der Künstler ist absolut beeindruckend und lässt mich immer wieder staunen. Man kann kaum glauben, dass diese filigranen Werke aus altem Schrott entstanden sind. Ich bleibe lange vor einer Predator-Figur stehen und bewundere die präzise Verarbeitung der kleinsten Metallteile. Diese Kunstwerke verleihen dem Gelände eine ganz besondere Note.
Endstation Strohballen: Die große Hauptbühne
Mein Weg führt mich schließlich zur gigantischen Hauptbühne am Ende des Areals. Hier gibt es gemütliche Strohballen, auf denen man es sich richtig bequem machen kann. Keine steifen Stühle, sondern eine lockere Sitzgelegenheit, die perfekt zur staubigen und authentischen Stimmung passt. Ich lasse mich erschöpft auf einen der Ballen sinken.
Es gibt nichts Besseres, als nach Stunden auf den Beinen endlich die müden Knochen auszustrecken. Die Flutlichter des Geländes tauchen alles in ein warmes Licht, während die Techniker die Instrumente auf der Bühne vorbereiten. Die Vorfreude auf die Livemusik steigt sekündlich, und man spürt, wie die Anspannung der Fahrt langsam von einem abfällt.
Ein kühles Chang zum perfekten Feierabend
Ich hole mir ein eiskaltes Chang-Bier, um den Tag gebührend zu feiern. Das erste Zischen beim Öffnen der Dose ist wie eine kleine Belohnung für die Fahrt durch den Verkehr. Der erste Schluck ist herrlich erfrischend und löscht den Staub der Allee effektiv aus meiner Kehle. Mit der kalten Dose in der Hand beobachte ich das bunte Treiben.
Es ist dieser Moment der totalen Entspannung, den ich an diesem Festival jedes Jahr so liebe. Man sitzt dort auf dem Heu, genießt sein kühles Getränk und schaut der Band zu, wie sie die ersten harten Akkorde anstimmt. Die Bässe beginnen im Magen zu vibrieren, und man weiß genau: Das ist der Grund, warum wir immer wieder hierher kommen. Es ist einfach perfekt.
Ein Fest für die Seele und die ganze Familie
Während die Musik von der Bühne immer lauter wird und die ersten Thai-Rock-Klassiker durch die Nacht schallen, spüre ich dieses tiefe Glück. Die Burapha Bike Week 2026 ist weit mehr als nur eine Ausstellung; es ist ein Fest für die Seele. Ein Wochenende voller Spaß für den passionierten Biker und eben auch für seine Frau und die Kinder, die hier sicher ihren Spaß haben.
Ich lehne mich zurück, schaue in den dunklen Himmel über Jomtien und genieße diesen Augenblick. Das eiskalte Chang in der Hand, gute Musik im Ohr und die Gewissheit, dass morgen noch ein ganzer Tag voller Action auf mich wartet. Besser kann ein Wochenende in Thailand nicht beginnen. Wir sehen uns nächstes Jahr hoffentlich wieder mit noch mehr Charme im Park!



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