NAKHON SI THAMMARAT, THAILAND – Ein 46-jähriger, in seiner Heimatgemeinde bekannter Stierkämpfer ist am Sonntagabend im Süden des Landes erschossen worden. Die Polizei behandelt den Fall als Priorität und arbeitet mit mehreren Spezialdiensten zusammen, hält aber mögliche Mordmotive bewusst geheim.
Tödlicher Angriff vor Wohnhaus
Der Angriff ereignete sich am Sonntagabend, 4. Januar 2026, im Bezirk Cha-uat der Provinz Nakhon Si Thammarat vor einem nicht nummerierten Wohnhaus. Das Opfer, der 46-jährige Nirun, wurde nach Polizeiangaben mit einem einzigen Schuss in die linke Schläfe tödlich getroffen.
Zeugen beschrieben, dass Nirun mit einem langärmligen grauen T‑Shirt und einer schwarzen Trainingshose bekleidet war, als der Täter auftauchte. Nach dem Schuss lag er auf dem Rücken, Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen.
Ehefrau als Hauptzeugin schwer traumatisiert
Die Ehefrau befand sich während der Tat an seiner Seite und erlitt einen Schock. Sie berichtete den Ermittlern, sie habe sich gegen 21.30 Uhr mit ihrem Mann unterhalten, als plötzlich ein bewaffneter Mann erschien und ohne Vorwarnung schoss.
Über Aussehen oder Fluchtrichtung des Angreifers machte die Polizei bislang keine Angaben. Die Frau wird nach Behördenangaben betreut und bleibt eine zentrale Zeugin der Ermittlungen.
Ermittler sperren Informationen zum Motiv
Der stellvertretende Ermittler der Polizeistation Cha-uat, Pol. Lt. Chamnan Nusang, erhielt die erste Meldung und informierte sofort seine Vorgesetzten. Kurz darauf traf ein Team unter Leitung von Pol. Col. Choti Phetnongchum, Leiter der Polizeistation Cha-uat, und Pol. Lt. Col. Phubes Thongthiang, stellvertretender Leiter, am Tatort ein.
Begleitet wurden sie von einem Gerichtsmediziner des Krankenhauses Cha-uat und lokalen Rettungskräften. Forensiker sicherten Pulverrückstände an der Schusswunde, der Leichnam wurde zur Obduktion und weiteren Spurensicherung in die Gerichtsmedizin des Maharaj-Hospitals gebracht.
Nach Angaben der Polizei werden „zwei bis drei mögliche Motive“ geprüft. Konkrete Details würden jedoch zurückgehalten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Ermittler erklärten, zu große Öffentlichkeit könne den oder die Täter warnen und Beweise gefährden.
Beliebter Stierkämpfer ohne bekannte Feinde
Nirun war in der Region als Stierkämpfer bekannt, eine im Süden verbreitete, traditionelle Form des Tierkampfsports. Bekannte und Angehörige beschrieben ihn als aufgeschlossenen, freundlichen Mann ohne größere bekannte Konflikte.
Trotz dieser Darstellung schließt die Polizei einen gezielten Angriff nicht aus. Die Brutalität und die Öffentlichkeit der Tat gelten als Gründe, den Fall zu beschleunigen und umfangreiche Ressourcen einzusetzen.
Videoauswertung und Spurensuche
Ermittler werten derzeit CCTV-Aufnahmen aus dem direkten Umfeld und angrenzenden Straßen aus, um die Abläufe vor und nach dem Schuss zu rekonstruieren und den Schützen zu identifizieren. Gleichzeitig werden Anwohner, Familienmitglieder und weitere mögliche Zeugen befragt.
Mehrere Bewohner gaben an, einen einzelnen Schuss gehört zu haben. Weitere Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Gegend gilt nach Angaben von Anwohnern sonst als ruhig, weshalb der Vorfall für erhebliche Verunsicherung sorgte.
Polizei setzt Sonderermittlungsgruppe ein
Der stellvertretende Befehlshaber der Provincial Police Region 8 und amtierende Kommandeur der Provinzpolizei Nakhon Si Thammarat, Pol. Maj. Gen. Pornchai Kajornklin, ordnete eine zügige und umfassende Untersuchung an. Er wies die Einsatzkräfte an, Beweise lückenlos zu sichern und die Identifizierung des Täters zu beschleunigen.
Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Forensische Teams untersuchen Pulverrückstände und anderes Material, eine ballistische Analyse läuft. Parallel prüfen Ermittler, ob der Täter allein agiert hat oder Unterstützung erhielt.
Hohe Priorität, Aufruf an die Bevölkerung
Die Polizei betonte, der Fall werde wegen seiner öffentlichen Dimension und der Wirkung auf das örtliche Umfeld als hoch priorisiert geführt. Zusätzliche Streifen seien im Bereich des Tatorts eingesetzt worden.
Die Öffentlichkeit wurde aufgerufen, Hinweise direkt an die Polizeistation Cha-uat zu melden. Alle Informationen würden vertraulich behandelt und könnten entscheidend zur Identifizierung des Schützen beitragen.
Beamte bitten ausdrücklich, nicht über mögliche Motive zu spekulieren, solange die Ermittlungen laufen. Sie betonen, dass alle Spuren – von Videoaufzeichnungen über Zeugenaussagen bis hin zu forensischen Analysen – systematisch ausgewertet werden, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
🗣 Wenn das eigene Zuhause kein Schutz mehr ist
Ein ruhiger Bezirk. Ein bekannter Mann. Ein Schuss vor den Augen seiner Frau.
Was bleibt von Sicherheit, wenn Gewalt plötzlich mitten ins Alltagsleben bricht?
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Was macht solche Taten möglich – und warum trifft es oft gerade die, mit denen niemand rechnet?



