BANGKOK, THAILAND – Sinkende Besucherzahlen und der anhaltende Ärger über sogenannte Doppelpreise rücken die Frage in den Fokus, ob ausländische Gäste sich in Bangkok noch fair behandelt fühlen. Tourismusvertreter und Besucher warnen, dass es längst nicht mehr nur um Eintrittsgelder geht, sondern um Transparenz, Vertrauen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Rückgang bei den Besucherzahlen
Im Jahr 2025 kamen nach offiziellen Angaben 32,9 Millionen ausländische Besucher ins Land, ein Rückgang von 7,23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Branchenvertreter weisen darauf hin, dass sich dieser Rückgang nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen lässt, die Diskussion über faire Behandlung von Touristen aber unvermeidbar geworden ist.
Doppelpreise an Tempeln und Museen
Doppelbepreisung für Einheimische und Ausländer ist weltweit verbreitet, etwa am Taj Mahal in Indien oder in Petra in Jordanien, wird dort aber häufig als Beitrag zu Unterhalt und Pflege der Anlagen begründet.
In Bangkok und im restlichen Land gelten für öffentliche Sehenswürdigkeiten wie Tempel und Nationalmuseen ministerielle Vorgaben, während private Betreiber unter Aufsicht des Department of Internal Trade stehen, allerdings deutlich schwerer kontrollierbar sind.
Was Touristen wirklich stört
Für viele Besucher ist nicht der höhere Preis an sich das entscheidende Problem, sondern die Art, wie die Regelungen umgesetzt werden.
Die US-Reisende Caroline Purcell erklärte, sie halte die Eintrittsgebühren am Wat Arun für angemessen und sei „nicht total dagegen, dass einheimische Thais diese Attraktionen kostenlos besuchen, schließlich ist das ihr Land“.
Benachteiligte Langzeitbewohner
Eine besondere Bruchstelle des Systems zeigt sich bei Expats, die seit Jahren im Land leben, arbeiten und Steuern zahlen, aber an vielen Kassen weiterhin allein nach Aussehen als Ausländer abgerechnet werden.
Die Reiseunternehmerin Pawarin Ramanwong betonte, „Expats stecken Geld in die Wirtschaft wie Einheimische, wenn wir sie bei Preisen wie Locals behandeln, fühlen sie sich wohler, hier Geld auszugeben“.
Transparenz als Schlüssel
Nach Einschätzung von Pawarin liegt das Kernproblem weniger in der Höhe der Preise als im Mangel an klarer Kommunikation.
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„Entscheidend ist, von Anfang an offen zu sagen, was ein Ort kostet und wer wie viel bezahlt, und zu zeigen, wofür das Geld genutzt wird – saubere Toiletten, gute Beschilderung – dann empfinden Besucher den Preis als gerechtfertigt“, sagte sie.
Taxis, Tuk Tuks und Apps
Neben offiziellen Eintrittspreisen sorgen im Stadtverkehr seit Jahren inoffizielle Zuschläge und Betrugsversuche bei Taxis und Tuk Tuks für Beschwerden von Reisenden.
Sowohl Pawarin als auch die lokale Händlerin Duengnapa Jarijitpaiboon berichten jedoch, dass immer mehr Touristen auf Fahrdienst-Apps ausweichen, weil bei Diensten wie Grab oder Bolt der Fahrpreis vorab feststeht und transparent ist.
Digitale Kontrolle im Verkehr
Die Behörden versuchen, den traditionellen Verkehr besser zu regulieren und das Vertrauen in lizenzierte Taxis zu stärken.
Das Department of Land Transport hat ein Projekt gestartet, bei dem in Taxis QR-Codes installiert werden, über die Fahrgäste Fahrer identifizieren, Preise überprüfen und Beschwerden direkt einreichen können.
Konkurrenz in der Region
Die Tourismusbranche verweist darauf, dass der Sektor einen erheblichen Anteil am Nationaleinkommen hat und sich das Land wachsenden Konkurrenzangeboten in der Region stellen muss.
Ein belgischer Tourist erklärte, es gebe andere Länder in Südostasien, die „etwas günstiger sind und bei denen der Service gleich gut oder manchmal sogar besser ist“.
Warnungen aus der Branche
Vor diesem Hintergrund wächst bei Branchenvertretern die Sorge, dass Unzufriedenheit über Preise, Intransparenz und Servicequalität den Standort dauerhaft schädigen könnte.
Pawarin Ramanwong formulierte es deutlich: „Tourismus ist eine der größten Einnahmequellen des Landes, wenn wir nachlässig werden und das nicht ernst nehmen, könnte eines Tages alles verschwinden“.



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